Können Sie sich den aktuellen Höhenflug denn erklären?Das ist nicht schwer. Schauen Sie sich die Aufstellung vom vergangenen Sonntag an: Von den elf Neuzugängen standen sechs Spieler in der Startelf, zwei weitere wurden später eingewechselt. Alle drei Treffer wurden von Neuzugängen erzielt! (Takashi Inui, OLivier Occean und Stefan Aigner, d. Red.) Wer seine Neulinge so gut integriert wie es die Eintracht momentan schafft, der hat eben auch Erfolg.
Wenn Sie schon nicht die Bremse treten wollen, machen wir das mal: Hinten steht die Eintracht aber noch sehr wackelig.Das ist doch kein Wunder, wenn man so offensiv agiert. Gegen den HSV, aber auch schon gegen Leverkusen, gab es sehr häufig brenzlige Situationen, weil mehr Spieler vor dem Ball, statt hinter dem Ball standen. Das finde ich allerdings nicht so schlimm, schließlich ist das der Preis für so erfrischenden und attraktiven Fußball. So eine attraktive Spielweise haben wir hier in Frankfurt doch schon seit Jahren nicht mehr gewesen.
Wer ist für diesen Erfolg verantwortlich?Natürlich der Trainer Armin Veh, Sportdirektor Bruno Hübner und die Eintracht-Scouts, die offenbar die richtigen Spieler für die Bundesliga ausgeguckt haben.
Welche Spieler begeistern Sie momentan besonders?Generell tue ich mich schwer, einzelne Spieler herauszupicken, aber wenn Sie schon fragen: Torwart Kevin Trapp und Takashi Inui gefallen mir bislang außerordentlich gut. Trapp hat gegen den HSV überragend gehalten und beim Tor von Inui zum 1:0 ist mir das Herz aufgegangen. Wann passiert das denn schon mal in der Bundesliga, dass ein Spieler einen Gegenspieler ausspielt und den Ball danach so herrlich in die Ecke schlenzt? Meistens ist es doch so: Irgendwie vorbei am Mann und voll draufhalten. Inuis Tor hatte echte Klasse und hat mich an die guten alten Zeiten erinnert...
Zum Beispiel Ihr legendäres Tor gegen Bayern München 1975?Naja, das war ja noch mal ein anderes Kaliber. Per Außenrist und das quasi von der Eckfahne! Die beiden Tore kann man, meine ich, nicht miteinander vergleichen.