21.09.2012

Jürgen Grabowski über den Höhenflug der Eintracht

»Warum sollte ich die Euphoriebremse treten?«

Drei Spiele, neun Punkte, Platz zwei hinter dem FC Bayern – Eintracht Frankfurt ist das Überraschungsteam der Stunde. Vor dem 4. Spieltag sprachen wir mit Eintracht-Legende Jürgen Grabowski über Takshi Inui, Europapokalträume und Jay Jay Okocha.

Interview: Alex Raack Bild: Imago

Jürgen Grabowski, eine kleine Quizfrage zu Beginn. Wann...
...hat die Eintracht das letzte Mal die ersten drei Saisonspiele in der Bundesliga gewonnen? 1966, gegen die Bayern, Köln und Düsseldorf! Habe ich allerdings erst vorhin durch Zufall in der Zeitung gelesen, muss ich zugeben.

Sehr beeindruckend, aber das wäre gar nicht die Frage gewesen.
Sondern?

Wann die Eintracht das letzte Mal nach drei Spieltagen auf Platz zwei in der Bundesliga stand.
Das stand leider nicht in der Zeitung.

In der Saison 1993/94. Der Trainer hieß damals Klaus Toppmöller, die Spieler Uli Stein, Manni Binz, Uwe Bein, Jay Jay Okocha und Tony Yeboah. Frankfurt wurde damals Herbstmeister.
Schöne Zeiten waren das.

Und jetzt dürfen Sie gerne auf die Euphoriebremse treten.
Warum sollte ich? Ich glaube, kein Frankfurter wird den aktuellen Kader mit dem von 1993 vergleichen wollen. Aber der Fußball, denn die Eintracht in den ersten drei Saisonspielen gezeigt hat, hat mich begeistert. Offensiv, attraktiv und erfolgreich. Das ist doch großartig.

Haben Sie keine Angst, dass man in Frankfurt jetzt die Bodenhaftung verliert? Die Fans haben beim 3:2-Erfolg gegen den HSV vorsorglich schon mal den »Europapokal«-Klassiker angestimmt.
Nein, das macht mir keine Angst. Diese neun Punkte sind einfach eine gute Grundlage für eine hoffentlich erfolgreiche Saison. Mit neun Punkten dürfte man sich zum Beispiel auch mal eine Auswärtsniederlage gegen den 1. FC Nürnberg leisten, ohne, dass gleich die Angst vor dem Abstieg umgeht.

Hätten Sie der aktuellen Mannschaft den derzeitigen Höhenflug vor Saisonbeginn zugetraut?
Ehrlich gesagt: nein. In der vergangenen Zweitliga-Saison war die Mannschaft zwar erfolgreich, aber so schönen Fußball wie jetzt hat sie da nicht gespielt. Der 2:1-Sieg am ersten Spieltag gegen Bayer Leverkusen hat mich und alle anderen Zweifler aber darin bestärkt, dass diese Mannschaft keine Angst vor der 1. Bundesliga hat und haben muss.

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