Josip Simunic über seinen Wechsel

»Ich haue nicht einfach ab«

Für sieben Millionen Euro wechselt Josip Simunic von Hertha BSC zur TSG Hoffenheim. Für viele ein überraschender Schritt. Hier spricht er über die Gründe für den Transfer und seine Ziele mir dem neuen Verein. Josip Simunic über seinen WechselImago

Herr Simunic, Ihr Wechsel nach Hoffenheim hat viele überrascht. Wie kam es denn dazu?

Vielleicht war er für Außenstehende unerwartet. Ich wusste es aber schon seit ein paar Monaten. Den Wechsel habe ich mir reiflich überlegt, das ist keine in der Hektik gefällte Entscheidung, vielmehr ist sie gereift.

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Sie wussten schon seit Monaten, dass Sie nach Hoffenheim gehen?


Nein, nein. Mir wurde im Verlauf der vergangenen Saison immer klarer, dass ich eine neue Herausforderung brauche und deshalb wechseln werde. Wohin ich gehe, das hat sich erst später ergeben. Das hat gar nichts mit Hertha zu tun, sondern liegt einfach an meinem Wunsch nach Veränderung. Ich bin ein Mensch, der ab und zu etwas Neues will.

Der Öffentlichkeit wurde eine andere Geschichte präsentiert: Herthas Trainer Lucien Favre soll gesagt haben, dass er nicht glaube, Sie könnten Ihre Leistungen aus der vergangenen Saison abermals abrufen. Es heißt, Sie hätten davon erfahren und wollten deshalb wechseln.


Das ist absoluter Quatsch. Glauben Sie wirklich, dass ich wegen eines einzigen Satzes eine Entscheidung von dieser Tragweite fällen würde? Halten Sie mich für so blöd? Der Trainer hat mich vor ein paar Tagen angerufen und mir erklärt, dass er das nie gesagt hat. Damit war die Sache für mich erledigt.

Sie hatten öffentlich über einen Transfer ins Ausland nachgedacht, am besten in die Premier League. Hoffenheim liegt aber nicht in England.

Glauben Sie mir, ich hatte eine ganze Reihe von interessanten Angeboten. Das Konzept von Hoffenheim hat mich schlichtweg überzeugt. Vor allem von Trainer Ralf Rangnick bin ich begeistert. Mit ihm kann ich mich nochmals weiterentwickeln. Aber auch die Mannschaft ist faszinierend, ich habe sie in der vergangenen Spielzeit genau beobachtet: Die Hoffenheimer sind erfolgshungrig und wollen etwas bewegen. Ich möchte ein Teil davon sein. Mein Herz und meine Gefühle haben mir gesagt: Geh nach Hoffenheim!

Viele Fans von Hertha BSC werden enttäuscht sein, zumal sie auf der Mitgliederversammlung Ende Mai noch mit feuchten Augen versprochen hatten: »Irgendwann werden wir Deutscher Meister.«


Ich müsste schon ein guter Schauspieler sein, wenn ich so etwas sagen würde, ohne es auch so zu meinen. Das bin ich nicht. Hertha wird bald Deutscher Meister. Ob mit oder ohne Josip Simunic. Die Menschen im Verein sind großartig, sie leisten tolle Arbeit, das wird irgendwann große Früchte tragen. Und im Herzen bleibe ich Herthaner, das geht gar nicht anders.

Sie haben neuneinhalb Jahre lang für Hertha gespielt. Was waren denn die Hochs und Tiefs Ihrer Berliner Karriere?

Nachdem ich 2000 vom Hamburger SV nach Berlin gewechselt bin, wurde mir erst hier ermöglicht, in der Bundesliga Fuß zu fassen. Ich bin mit dem Klub durch halb Europa gereist. Das ist doch stark! Die schönste Zeit waren sicherlich die vergangenen drei, vier Monate. Wie wir als Mannschaft mit den Fans zusammengerückt sind, wie alle daran geglaubt haben, dieser Wall der Emotionen, das war wohl meine schönste Zeit als Fußballer. Es war auch befriedigend zu sehen, wie all unsere Kritiker ihre eigenen Wörter gefressen haben. Tiefpunkte? Naja, schwierig war sicher die Saison 2006/07, als ich ein paar Karten zu viel gesehen habe. Aber auch das war hilfreich, weil ich gesehen habe, wer trotzdem hinter mir steht. Diesen Menschen, darunter viele Herha-Fans, bin ich dankbar.

Wären Sie bei Hertha geblieben, wenn es in der vergangen Saison zur Meisterschaft gereicht hätte?

Nein. Auch nicht, wenn wir Zweiter oder Dritter geworden wären nicht.

Wie geht es in den nächsten Tagen weiter? Sind Sie schon in Hoffenheim?


Nein, ich bin noch im Urlaub. In den nächsten Tagen werde ich mich dann erstmal von meiner ehemaligen Mannschaft, vom Trainer und von den Leuten auf der Geschäftsstelle in Berlin verabschieden. Ich bin schließlich keiner, der einfach abhaut. Dafür bin ich dem Klub auch viel zu dankbar. Am kommenden Sonntag werde ich nach Hoffenheim reisen, um am Montag das Training aufzunehmen. Es gibt viel zu tun.

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