Jos Luhukay über Schicksalsschläge und Genuss

»Die ganze Energie geht für Fußball drauf«

Hertha-BSC-Trainer Jos Luhukay tut sich schwer damit, Erfolge zu genießen. In 11FREUNDE #142 sprachen wir mit dem Niederländer über Schicksalsschläge, Wutausbrüche und das seltene Gefühl von Glück.

11FREUNDE
Heft: #
142

Jos Luhukay, wie spricht man Ihren Vornamen richtig aus: »Jos« oder »Jooos«?
»Jos«, aber ich sehe das nicht so eng.

Sie stammen aus der niederländischen Kleinstadt Venlo. Große Städte haben Sie lange gemieden, selbst Amsterdam kennen Sie laut eigener Aussage kaum. Wie geht es Ihnen in Berlin?
Hier ist alles sehr groß, sehr hoch, sehr massig. Dreieinhalb Millionen Einwohner, dazu die Touristen. Da bin ich froh, wenn ich ein bis zwei Mal im Monat zu Hause bin und das Tempo drossele. In Venlo kann ich richtig durchatmen.

Sie wohnen immer noch im Hotel.
Es ist eher ein Apartment, in dem ich mich häuslich eingerichtet habe. Dort schlafe und frühstücke ich, dann fahre ich zur Arbeit. Deshalb kenne ich von Berlin kaum mehr als den Weg von dort zum Trainingsplatz.

Das heißt, Sie sind der klassische Fußballnerd, der weder das Brandenburger Tor besucht hat, geschweige denn weiß, wo der Görlitzer Park liegt.
Ich bin hier 2012 angetreten, um den Wiederaufstieg zu bewerkstelligen. Da habe ich die ganze Energie reingesteckt. Und nun verlangen uns die Herausforderungen der Bundesliga wieder alles ab. Es soll nicht arrogant klingen, aber da fehlt mir schlicht die Ruhe, um Sightseeing zu machen.

Haben Sie keine Sehnsucht, mehr über diese Stadt zu wissen?
Wissen Sie, ich lebe nahe der Hertha-Geschäftsstelle. Ich verbringe hier jeden Tag mindestens zehn Stunden. Fußball ist mein Leben, ich bin bereit, alles in ihn zu investieren. Vielleicht ändert sich diese Einstellung, wenn ich ein paar Jahre hier gearbeitet habe.

War das schon immer so?
In Augsburg lag neben meinem Apartment ein netter Park, wo ich joggen gehen konnte. Der Park lag wiederum nahe am Trainingsplatz. In Augsburg habe ich also immerhin einen Park kennengelernt. (Lacht)

Die typische Berliner Mentalität kennen Sie also auch noch nicht?
Egal, wo ich auftauche, ich werde ständig auf Hertha BSC angesprochen. Da ist mir schon aufgefallen, dass der Berliner ziemlich direkt und auch mal hart sein kann. Aber ich mag das. Ich war als Spieler zwei Jahre in Rotterdam, dort sind die Menschen ähnlich.

Schon mal von Seniorinnen »Schätzchen« genannt worden?
Hier kommt öfter eine ältere Dame vorbei, die Süßigkeiten dabei hat, von denen Sie mir immer anbietet. Und die spricht mich tatsächlich so an.

Auch Hertha-Präsident Werner Gegenbauer besitzt den Charme des alten Westberlins.
Das stimmt, der Präsident hat eine gute Ausstrahlung und ich finde, unsere Zusammenarbeit klappt prima.

Ihr Verhältnis zum Augsburger Präsidenten Walter Seinsch war irgendwann so zerrüttet, dass Sie von sich aus den Klub verließen, obwohl Sie mit dem FC Augsburg so viel erreicht hatten. Können Sie zu Funktionären noch Vertrauen entwickeln?
Natürlich ist es schwer, Vertrauen zu entwickeln, aber je länger ich irgendwo arbeite, desto mehr zwischenmenschliche Kontakte gibt es. Ich bemühe mich, kommunikativ und geradeaus auf alle Leute zuzugehen. Und ich versuche, ehrlich zu sein. Jeder Präsident nimmt Erfolge und Misserfolge anders wahr – das respektiere ich. Nur muss er mir auch meine Sicht auf die Dinge zugestehen.

Ein guter Freund von Ihnen soll, als er von Ihrem Berlin-Engagement hörte, gesagt haben: »Jos, du bist bekloppt!«
Das stimmt. Es bezog sich darauf, dass ich nach dem Rücktritt in Augsburg wieder in die zweite Liga wechselte. Er hielt es für einen Rückschritt, zumal Hertha zuvor drei Trainer in einer Saison gehabt hatte. Und die Außendarstellung für diese Trainer war auch nicht besonders glücklich.

Der Freund hatte also nicht ganz unrecht.
Wenn ich mich für etwas entscheide, kann ich sehr stur sein. Und ich kann nur sagen, dass ich beim Präsidenten und beim Manager von Anfang an ein sehr gutes Gefühl hatte. Und in diesem Gefühl bin ich bis jetzt nicht enttäuscht worden.

Wie müssen wir uns Ihre Sturheit vorstellen? Handeln Sie solche Bedenken in einem Telefonat kurz ab oder diskutieren Sie nächtelang mit den Freunden?
Sie können mir glauben, ich habe nach der Entscheidung für Hertha einige Anrufe aus dem Freundes- und Familienkreis bekommen, die meistens anfingen mit »Wie kannst du nur ..?« Aber meine Entscheidung stand fest – und dann gibt es da nicht mehr viel zu reden.

Haben Sie vor der Zusage in Berlin mit Ihrem alten Freund und Förderer Friedhelm Funkel gesprochen?
Ich habe mit Friedhelm gesprochen und auch mit Huub Stevens – und beide waren voll des Lobes bezüglich Herrn Gegenbauer und Michael. Beide haben mir zugeraten, obwohl sie unabhängig voneinander auch die wohl problematischste Zeit ihrer Trainerlaufbahn in Berlin erlebt haben. Das hatte allerdings nicht mit Präsident oder Manager zu tun.

Sondern?
Mit der Medienlandschaft. Sie meinten, die Turbulenzen, die in Berlin auftreten können, wenn gewisse Erfolge ausbleiben, machen es einem Trainer sehr schwer, sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Und wie Sie wissen, haben die beiden in ihrer Laufbahn schon viel erlebt.

Fürchten Sie sich vor diesem Medien-Tsunami? Schließlich wird es nach dem Aufstieg deutlich schwerer für Hertha BSC.
Das kann ich nur auf mich zukommen lassen. Ich denke jedenfalls nicht darüber nach, was passiert, wenn wir drei Mal in Folge verlieren. In zwanzig Jahren im Trainergeschäft habe ich gelernt, dass es schnell auch wieder in die entgegengesetzte Richtung gehen kann. Um es kurz zu machen: Ich hoffe, dass wir die Turbulenzen, die Sie mit einem Wort beschreiben, das ich jetzt nicht wiederholen will, gar nicht bekommen.

Kaum ein Trainer ist öfter in die Bundesliga aufgestiegen als Sie. Was müssen Sie tun, um nicht wieder abzusteigen?
Der Verein hat viele richtige Schritte in Richtung Seriosität und Kontinuität schon gemacht. Wir haben mit unserem Hauptsponsor verlängert, wichtige neue Spieler verpflichtet, Leistungsträger haben verlängert und mein Trainerteam bleibt zumindest noch für drei weitere Jahre. Das gesamte Projekt ist auf Nachhaltigkeit und Stabilität ausgerichtet. In dieser Hinsicht spricht nichts dagegen, dass wir uns in der Bundesliga etablieren.

Ein nettes Kompliment an Ihren Manager, aber wir wollten wissen, was Sie mit den Spielern machen, damit denen im Oberhaus nicht die Muffe geht.
Die müssen den Schalter umlegen. Im letzten Jahr schafften es einige am Anfang nicht, sich auf die Gepflogenheiten in der zweiten Liga einzulassen. Aber wir haben eine sehr gute Mischung im Kader, es gibt einige unerfahrene Spieler und in allen Mannschaftsteilen auch Profis mit viel Erstligaerfahrung. Ich muss also nur dafür sorgen, dass wir wieder als Team auftreten.

Sie hatten im letzten Jahr nach dem zweiten Saisonspiel beim FSV Frankfurt bei der Pressekonferenz einen Wutausbruch. Sie sagten: »Viele bei Hertha meinen, sie seien groß und haben einen großen Namen. Aber das sind sie nicht.« Ein geplanter Weckruf?
So was plane ich nicht. Es resultierte aus dem, was ich gesehen hatte. Da hatten einige den Schalter eben noch nicht umgelegt. Mir passte die Einstellung nicht, denn wir waren die bessere Mannschaft. An dem Tag schlug Mentalität die Qualität. Nach dem Spiel hatte ich in der Kabine dasselbe schon zur Mannschaft gesagt. Auf dem Weg zur Pressekonferenz aber merkte ich, dass der Frust noch nicht abgebaut war.

Sie fahren selten öffentlich aus der Haut. Wie fühlten Sie sich nach Ihrer »Wutrede«?
Nach dem Ausbruch war es sehr still. Wir mussten auf dem Flughafen in Frankfurt noch lange warten. In den Stunden war ich in mich gekehrt und musste alles erst mal sortieren. Ich war auch sauer auf mich selbst, dass ich so ausgerastet war. Schließlich wusste ich, dass sich im Umfeld einige fragen würden, ob der Ausbruch nicht viel zu früh in der Saison gekommen war. Andererseits stand ich emotional voll und ganz hinter der Geschichte. Und ich bin, wie ich bin. Eigentlich sehr bedacht und ruhig, aber wenn es um die Sache geht, kann ich auch sehr klar und konsequent sein.

Hat sich Ihr Freund, der Sie vor Berlin gewarnt hatte, an dem Abend gemeldet?
Da haben einige angerufen, weil sie diese Ausbrüche von mir so nicht kannten. Aber noch mal: Ich war in der Situation voll und ganz ich selbst. Auch wenn diese Seite nur selten öffentlich zutage tritt.

Auch ein Beweis für Ihre Fußballverrücktheit. Sie sind so ehrgeizig, dass es in Extremsituationen zur Blockade kommen kann.
Das war keine Blockade. Aber Sie haben recht, mein Antrieb ist enorm, ich bin so fokussiert, ich nehme jedes Training, jedes Spiel unglaublich ernst. Und wenn ich das Gefühl habe, andere legen diese Ernst­haftigkeit nicht an den Tag, kann ich so reagieren.

Im Herbst haben Sie gesagt: »Jetzt wird es schwer, uns zu schlagen.« Und die Mannschaft blieb 21 Spiele in Folge ohne Niederlage. Haben Sie seherische Kräfte?
Ich war überzeugt von der Mannschaft. Die Vorbereitung war nicht optimal gelaufen, das Team war erst anderthalb Wochen vor Saisonstart komplett. Normalerweise braucht es dann zwei bis drei Monate, bis alles optimal läuft. Überraschenderweise waren wir schon nach dem zweiten Spieltag soweit. Das hatte ich nicht vorausgesehen, aber dass wir unter den Voraussetzungen schwer zu schlagen sein würden, das wusste ich.

Können Sie also voraussagen, ob Hertha BSC am Ende der Saison 2013/14 die Klasse halten wird?
Davon gehe ich aus.


Im Zweifelsfall schmeißen Sie auch hin. Ihre Engagements in Paderborn und Augsburg haben Sie vorzeitig beendet. Ohnmachtsmomente?
Es waren unterschiedliche Situationen. In Paderborn waren wir der beste Aufsteiger, in Augsburg haben wir über drei Jahre eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Ich habe in meinen 20 Jahren als Trainer viele Entscheidungen getroffen, die für Außenstehende überraschend gewesen sein mögen, aber sie waren stets gut überlegt.

Zweifeln Sie nie?
Nein. Wenn ich eine Entscheidung treffe, dann stehe ich dahinter.

In Augsburg haben Sie drei Spieler vor einer saisonentscheidenden Partie aus dem Kader gestrichen, weil diese zu spät zum Frühstück kamen. Das hätte schiefgehen können.
Es gibt aber Regeln, an die sich jeder halten muss. Und da schaue ich nicht danach, ob er alt oder jung ist oder ob er zur ersten Elf gehört oder nicht.

Zu Ihrer Zeit als Co-Trainer beim 1. FC Köln sollen Sie nach Wutausbrüchen von Huub Stevens die Wogen geglättet haben. Liegt Ihnen die Rolle des Good Cop besser?
Ich beherrsche beide Rollen. Ich hoffe aber, dass ich in dieser Saison nicht hart durchgreifen muss. Doch das Trainerleben ist kein Wunschkonzert. Viele Probleme kann ich vorher ansprechen, das heißt aber nicht immer, dass sie aus der Welt sind.

Michael Preetz taucht Tage vor jedem Pflichtspiel in eine Art emotionalen Tunnel ab. Ist das bei Ihnen ähnlich? Schweigen Sie sich dann gemeinsam in Ihrem Ehrgeiz an?
(Lacht) Nein, ich darf drei Tage vor dem Spiel gar nicht in den Tunnel abtauchen, schließlich muss ich in der Phase die Spieler erreichen. Ehrlich gesagt ist mir aber noch gar nicht aufgefallen, dass Michael vor Spielen abtaucht.

Ihr Vorgänger Markus Babbel ließ sich als Trainer bei Hertha BSC das Klubwappen als Tattoo stechen. Geht Ihnen der Klub auch irgendwie unter die Haut?
Ich liebe den Fußball und Hertha ist mir sehr wichtig, aber dafür braucht es kein Bekenntnis auf meiner Haut. Ich werde mir jedenfalls nie ein Tattoo stechen lassen. Weder von Hertha noch von irgendwas anderem.

Sie sind ein eher sachlicher Typ, Hertha-Manager Preetz auch. Eint Sie das oder führt diese Gemeinsamkeit intern gerade zu hitzigen Diskussionen?
Wir harmonieren gut miteinander. Das letzte Jahr hat uns viel Freude gebracht. Und nach dem Aufstieg stellte sich bei uns beiden auch Genugtuung ein. Aber wir sind beide Profi genug, um zu wissen, dass nun alles wieder von vorne losgeht. Nach dem Aufstieg haben wir uns also schnell wieder auf die neuen Aufgaben konzentriert.

Gibt es keine Momente, die Sie in vollen Zügen genießen können?
Eigentlich nicht. Meine Frau sagt immer: »Jos, du musst das mal genießen.« Aber ich kann nicht, das muss ich offenbar noch lernen.

Woran liegt das?
Vielleicht bin ich zu seriös, zu asketisch. Ich trinke keinen Alkohol, ich rauche nicht, ich tanze nicht. Es gibt stille Momente, in denen ich mich zwar freue, aber trotzdem an die nächste Aufgabe denke. Genießen ist schwer – das werde ich wohl erst können, wenn meine Trainerlaufbahn vorbei ist. Dieses Geschäft ist so schnell, die ganze Energie geht für Fußball drauf.

Beschreiben Sie mal Ihr Gefühl von Glück.
Das empfinde ich an kleinen Dingen. Wenn ich im Training sehe, wie sich ein Spieler weiterentwickelt, dann blüht mein Herz auf. Wenn ich sehe, wie die Mannschaft etwas umsetzt, verspüre ich Freude. Für mich ist es schön zu sehen, wie sich ein Kader von 18 Jungs in fünf Wochen Saisonvorbereitung entwickelt.

1989 gehörten Sie der sogenannten »Kleurijk Elftal« an, einer Auswahl von niederländischen Spielern mit surinamischen Wurzeln. Die Mannschaft ging damals auf Welttournee, doch das Flugzeug mit den Spielern stürzte ab. Sie konnten nicht mit, weil Sie noch ein Pflichtspiel mit Venlo zu bestreiten hatten. Hat dieses Ereignis Ihre Einstellung zum Leben verändert?
Natürlich hat mich das noch lange beschäftigt. Ich war damals 25, ein junger Mensch. Bei dem Absturz starb ein Mitspieler, mit dem ich sehr engen Kontakt hatte. Auch er war noch so jung. Was hätte er in seinem Leben noch alles erreichen können?

Ein Bruch in Ihrer Biografie?
Natürlich war es ein Schicksalsschlag, der mir bewusstmachte, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Aber hat es mich verändert? Im normalen Alltag mache ich mir das nicht klar. Da sind wir wieder beim Thema: Ich genieße das Leben zu wenig, weil der Fußball immer im Vordergrund steht. Und ich hatte nicht nur damals, sondern häufiger in meinem Leben unglaubliches Glück.

Was meinen Sie?
Ich hatte bereits zwei schwere Autounfälle. Einmal war mein Wagen Totalschaden, beim anderen Mal bin ich gerade noch so rausgekommen. Da fragt man sich schon, wer den Lauf der Dinge beeinflusst? Der Mensch ist in solchen Augenblicken komplett machtlos.

Wie sind die Unfälle passiert?
Ich war Trainer in Paderborn und fuhr in der Nähe von Duisburg auf der Autobahn. An einer Baustelle verengte sich die Fahrbahn. Neben mir fuhr ein tschechischer Lastwagen, der plötzlich auf meine Spur zog. Ich wich ihm aus und schleuderte in die Leitplanke. Der zweite Unfall ereignete sich zu meiner Zeit in Köln, da habe ich mich mit dem Fahrzeug komplett überschlagen. Dieses Bild hat sich in meinem Kopf festgesetzt.

Hatten Sie Schwierigkeiten, sich wieder hinters Steuer zu setzen?
Ich habe zumindest gezittert, als ich am darauffolgenden Tag wieder ins Auto stieg.

Sie sind also ohne Unterbrechung gleich wieder gefahren?
Das Leben geht nun mal weiter. Es gab auch in meiner Familie Schicksalsschläge. So ungewöhnlich das klingen mag, aber durch negative Erfahrungen wird man auch stärker. Niemand wünscht sich Rückschläge oder Unglücksfälle zu erleben, aber auch daraus zieht man Kraft.

Neigen Sie dazu, rasant Auto zu fahren?
Im Gegenteil. Ich fahre seit 32 Jahren so ruhig, dass manche Kollegen spotten: »Jos, du fährst, als hättest du einen Wohnwagen hinten dran.«

Was ins Klischee des Holländers passt. Dabei sollen Sie angeblich schon kurz davor gestanden haben, das deutsche Nationaltrikot überziehen zu müssen ...
(Lacht) Spielen Sie auf die Wette an, die wir im Augsburger Trainerteam bei der WM 2010 hatten?

Stimmt. Was war da los?
Rob Reekers und ich setzten darauf, dass Holland im Turnier weiter als Deutschland kommt. Die Verlierer mussten eine Woche lang das Trikot der anderen Nation anziehen. Auch Manager Andreas Rettig hielt sich für schlau genug, mitzumachen. Holland kam ins Finale, Deutschland nicht. Also haben die Kollegen eine Woche rund um die Uhr das Oranje-Trikot getragen. Und Andreas Rettig musste zusätzlich eine Wand in seinem Büro mit der holländischen Flagge bemalen.

Jos Luhukay, haben Sie einen Karriereplan? Träumen Sie eher davon, bei einem Klub eine Ära zu begründen oder wollen Sie möglichst viele Titel einheimsen?
Ich bin ein sehr realistischer Mensch. Ich habe nie darüber nachgedacht, dass ich an einer bestimmten Stelle in meinem Leben einen Titel gewinnen oder in der Bundesliga als Trainer arbeiten muss. Stattdessen habe ich mich zu 100 Prozent – egal, wo ich war, – in die Arbeit gestürzt. Gedanken daran, was danach kommt, habe ich nie entwickelt. Dafür hat mir die Arbeit stets viel zu viel Spaß gemacht.

Das heißt, theoretisch könnten Sie sich durchaus vorstellen, so was wie der Thomas Schaaf von Hertha BSC zu werden?
Ich habe großen Respekt vor der Arbeit von Thomas, aber es ist im modernen Fußball die Ausnahme, dass ein Trainer so lange bei einem Klub bleibt. Ich habe meinen Vertrag um drei Jahre verlängert, darüber hinaus schaue ich nicht. Alles andere hängt von der wirtschaftlichen Situation, vom Umfeld ab – und natürlich vom Erfolg.

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