20.04.2009

Joe Simunic im Interview

»Der Glaube ist zurück«

Hertha BSC hat Werder Bremen mit 2:1 besiegt und sich wieder an die Spitzengruppe geklettet. Hier spricht Herthas Verteidiger Josip Simunic über die Bedeutung dieses Sieges und erneuert sein Versprechen an die Fans.

Interview: Ingo Schmidt-Tychsen Bild: Imago
Joe Simunic im Interview
Herr Simunic, Sie gelten gemeinhin nicht als große Gefahr für des Gegners Tor, Ihr letzter Treffer datiert vom 2. Dezember 2006. Damals haben Sie ebenfalls gegen Bremen getroffen. Ihr Kopfballtor am gestrigen Sonntag sah aber gekonnt aus.

Dass ausgerechnet ich getroffen habe, ist doch überhaupt nicht wichtig. Viel entscheidender ist, was dieser Sieg bewirkt.

Was denn?

Er bringt uns Sicherheit und Selbstvertrauen zurück. Deshalb habe ich mich so für die Mannschaft und für die Fans gefreut. Bei unseren Fans muss ich mich auch noch einmal ganz herzlich bedanken. Die haben uns wirklich toll unterstützt.

Ihr Tor hat zur Wende im Spiel geführt. Davor hatte es nicht so ausgesehen, als ob Hertha zurückkommen würde. Woran hat das gelegen?


Wir standen etwas zu weit weg von unseren Gegenspielern. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir dann mehr Druck gemacht, vor allem unser Spiel ohne Ball haben wir verbessert. Allerdings habe ich zu jeder Zeit gedacht, dass wir es schaffen können.

Nach dem Spiel haben Sie sich vor der Fankurve ein Mikrofon gegriffen und eine Ansprache gehalten. Was haben Sie gesagt?


Es war heute alles sehr emotional. Ich habe vom Glauben gesprochen. Den hatten einige in den vergangenen Wochen nämlich verloren.

Sie meinen den Glauben an die Meisterschaft?

Ja. Außerdem habe ich mein Versprechen erneuert, nämlich, dass wir aus den letzten sechs Spielen noch fünf Siege holen werden. Ende Februar habe ich nach dem Sieg über Mönchengladbach von acht Siegen aus den letzten zwölf Spielen geredet. Das ist noch möglich.

In Herthas Führungsspitze wurde zuletzt viel gestritten. Hat das die Mannschaft in irgendeiner Weise beeinflusst?


Nein. Wir sind Fußballer und machen unseren Job. Aber natürlich ist uns bewusst, dass dieser Sieg wichtig war, um die Lage zu beruhigen. Wir sitzen schließlich alle im selben Boot.

Dieser Artikel erschien in der aktuellen Ausgabe der Tageszeitung "Der Tagesspiegel"

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