»Japan gehört zur Weltelite«

Guido Buchwald über japanischen Frauenfußball

Weltmeister Guido Buchwald vermittelt japanische Spielerinnen in die deutsche Bundesliga. Im Oktober 2010 sprach er mit uns über Frauenfußball in Japan und die Chancen der Nationalmannschaft bei der WM 2011. »Japan gehört zur Weltelite«

Guido Buchwald, stimmt es, dass Sie als Berater des japanischen Fußballverbandes JFA auch für den Frauenfußball tätig sind?

Guido Buchwald: So ungefähr. Ich arbeite für den JFA und soll dabei vorwiegend für Spieler und Spielerinnen in Deutschland Ansprechpartner undBetreuer sein.

Wie kam es dazu?

Guido Buchwald: Das ging recht locker los mit Kozue Ando. Sie wollte gerne in Deutschland spielen. Ich wurde vom damaligen Präsidenten der JFA gefragt, ob ich da Kontakte knüpfen könnte. 


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Kannten Sie sich schon vorher mit dem japanischen Frauenfußball aus?

Guido Buchwald: Als ich Trainer bei den Urawa Reds war, waren deren Frauen gerade amtierender Meister in der L. League. Da habe ich ab und zu mal ein Spiel von den Reds Ladies angeschaut. Deren Trainer war ein früherer Mannschaftskollege von mir. So kannte ich mich zumindest bei den Reds aus, was die Qualität der Spielerinnen anging.

Gibt es in Japan ein generelles Interesse an Frauenfußball?

Guido Buchwald: Zu den Reds Ladies kamen im Schnitt schon zwischen 3000 und 5000 Zuschauern. Bei anderen Mannschaften kommen so um die 1000. Es ist in Japan durchaus üblich, dass Fans der Männermannschaften auch zu den Frauenspielen gehen.

Kozue Ando, die jetzt in Duisburg spielt, wollte auf jeden Fall nach Deutschland. Ist die Bundesliga so bekannt in Japan?

Guido Buchwald: Die Liga und die Nationalelf gelten in Japan als absolute Weltspitze. Obwohl einige Japanerinnen in den USA spielen, hat Ando ein gutes Angebot von einem WPS-Verein ausgeschlagen. Der Ruf der Bundesliga ist besser.

Spielt die WM 2011 eine Rolle?

Guido Buchwald: Ohne Frage. Der Verband unterstützt Spielerinnen, die ins Ausland gehen, um Erfahrungen zu sammeln. Sie versprechen sich Knowhow für die Nationalmannschaft. Gerade körperlich sind die Japanerinnen immer ein bisschen unterlegen. Im Ausland sollen sie Durchsetzungskraft erlernen, um die mangelnde Robustheit auszugleichen.

Was trauen Sie Japan bei der WM zu?

Sie sind schnell, wendig und technisch stark. Wenn sie es nun noch schaffen, sich besser durchzusetzen, kann die Mannschaft Deutschland gefährlich werden. Die Japanerinnen sind schon jetzt Teil der Weltelite und haben ganz bestimmt noch eine große Zukunft vor sich.   

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