04.12.2008

Ivan Klasnic im Interview

»Ich wollte es ja so«

In Bremen war Ivan Klasnic »der Killer«. In Nantes konnte er in zehn Spielen noch kein Tor erzielen. Ein Gespräch über die überhöhte Erwartung, seine neue Rolle als Nummer 10 und den Pizzabringdienst von Nantes.

Interview: 11Freunde Bild: Imago
Ivan Klasnic, wie haben Sie sich eingelebt in Nantes?

Ganz einfach war es nicht. Für mich ist es aber nicht so schwer wie für meine Frau. Ich hatte Französisch in der Schule. Sie kennt die Sprache gar nicht. Unsere Kleine ist im Kindergarten. Wir versuchen, das Beste draus zu machen, und bekommen oft Besuch von der Familie aus Deutschland.



Wie läuft das mit der Kommunikation mit Ihren Mitspielern?

Wenn jemand Englisch spricht, ist das einfacher. Aber ansonsten versuche ich es mit meinem gebrochenen Französisch. Das geht schon. Wir hängen ja auch sehr oft zusammen rum. Das Team ist im Großen und Ganzen schon ganz ordentlich. Es hat einen guten Charakter.

Ist bei den Kollegen, die sich im Training geprügelt haben auch wieder alles in Ordnung? Der eine hatte einen Kieferbruch.

Ja, natürlich. Das hat sich wieder eingerenkt (lacht).

Haben Sie sich vor Ihrem Wechsel Rat von Johan Micoud geholt?

Ja, habe ich. Er hat mir gesagt, dass Nantes ein Traditionsverein und kein kleiner Klub ist. Aber er kannte natürlich nur das Nantes von früher. Den großen Klub, der große Erfolge feierte und oben mitspielte. Aber jetzt ist Nantes erst mal nur ein Aufsteiger.

Wie ist das Umfeld des Vereins? Gibt es großes mediales Interesse?

Ja, schon. Die Presse ist oft da. Aber die Zeitungen, die über uns schreiben, haben kaum Fußballballkenntnisse. Wenn ich da so manche Sachen lese, bin ich echt ratlos. Ich gebe auch keine Interviews hier, weil die sowieso schreiben, was sie wollen.

Haben Sie noch Kontakt zu Spielern in Bremen?

Ja, natürlich. Ich kam in der Mannschaft sehr gut zurecht. Mit Daniel Jensen, Markus Rosenberg und Jurica Vranjes spreche ich zum Beispiel noch regelmäßig. Das sind aber nicht die Einzigen.

Es gibt Gerüchte, die sie mit Kaiserslautern oder Wolfsburg in Verbindung bringen. Was ist da dran?

Bei mir hat sich von denen noch niemand gemeldet. Zunächst mal finde ich es schön, dass die Vereine Interesse an mir haben. Wenn ich aber in die zweite Liga wechsele, dann erst, wenn Zeit für mich wäre, ein paar Schritte zurück zugehen. Da bin aber nicht. Ich würde dann wohl auch zu St. Pauli gehen. Zur alten Liebe. Da wo alles angefangen hat.

Ihr Präsident hat angeblich gesagt, Sie könnten gehen, wenn Sie wollen. Was sagen Sie dazu?

Zu mir hat er es nicht gesagt, deshalb weiß ich nicht, ob das stimmt. Wie gesagt: Auf das, was hier geschrieben wird, kann man sich nicht verlassen.

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