09.08.2012

Ioannis Amanatidis: Vom Fußballer zum Unternehmer

»In Ruhe gelassen zu werden, gefällt mir«

Vor gut einem Jahr löste Ioannis Amanatidis seinen Vertrag bei Eintracht Frankfurt auf. Er zog danach nach Zypern, gründete ein Modelabel und eröffnete ein Restaurant. Mit dem Fußball hat er weitestgehend abgeschlossen – und das mit gerade einmal 30 Jahren. Wir trafen ihn in Frankfurt zum Interview.

Interview: Christoph Erbelding Bild: Imago

Wann entstand die Idee, ein griechisches Restaurant in Frankfurt zu eröffnen?
Das war 2009. Als ich zusammen mit einem guten Freund in Griechenland Urlaub gemacht habe, fiel uns auf, dass es in Frankfurt kein griechisches Restaurant gibt, in dem man traditionell griechisch essen kann.

Das müssen Sie uns erklären.
Es gibt gehobene griechische Restaurants in Frankfurt. Doch sie haben nichts mit dem zu tun, was man in Griechenland kennenlernt. Niemand kommt aus dem Urlaub zurück und schwärmt von der Fünf-Sterne-Küche, von Fischfilet mit Risotto und Safran, sondern von den einfachen Speisen, die man in den Tavernen am Strand bekommt.

Wenn 2009 die Idee entstand, wieso hat das Restaurant erst 2011 eröffnet?
Es war wie bei der Mode: Der Fußball stand zunächst dazwischen. Erst als ich im vergangenen Jahr Zeit dafür hatte, haben wir das Projekt gestartet.

In welchen Bereichen bringen Sie sich ein, wenn Sie in Frankfurt sind und das Restaurant besuchen?
Das Wichtigste an einem Restaurant ist, dass das Essen schmeckt. Meine Aufgabe ist es, ständig den Geschmack zu verbessern.

Woher wissen Sie, was gut schmeckt?
So etwas kann man sich antrainieren. Ich war seit meinem 18. Lebensjahr ständig unterwegs, habe in unendlich vielen Hotels gegessen. Und als Profi bekommt man keine billige Ware vorgesetzt. Irgendwann weiß man, was gut ist. Jetzt ist es immer das gleiche Spiel: Die Leute, die im Restaurant mitarbeiten, kommen zusammen, testen die Speisen, dann wird festgelegt, was auf die Karte kommt. Es geht meistens um die Beilagen. Wir können die griechische Küche ja nicht neu erfinden. Nur ein Beispiel: Den Fisch Dorade bekommt man überall. Wie man ihn präsentiert – darauf kommt es an.

Wie ist der Chef Ioannis Amanatidis?
Sehr entspannt und sehr ruhig. Und ganz wichtig: Nicht hektisch. Es muss viel passieren, bis ich anfange, den Boss raushängen zu lassen.

Was können Sie aus Ihrer Fußballerkarriere in Ihre neuen Aufgaben mitnehmen?
Ich muss meine Mitarbeiter koordinieren. Bei der Eintracht hatte ich als Kapitän immer noch einen Trainer, der Anweisungen vorgegeben hat, die ich an meine Mitspieler weitergab. Ein Trainer spricht ja nicht ausgiebig mit jedem Spieler, dafür hat er seinen Kapitän, der versucht, alle auf ein Ziel einzuschwören. In der Mode bin ich Trainer und Koordinator zusammen, der allen deutlich macht, wie die Sache zu laufen hat. Es geht ja immerhin um meinen Namen, der nach außen getragen wird.
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