14.06.2014

Ioannis Amanatidis über WM-Chancen und Rehhagels Schatten

»Wir sind sicher nicht der Favorit«

Er machte 198 Bundesligaspiele und lief 42 Mal für die griechische Nationalelf auf – auch unter Otto Rehhagel. Vor der WM sprachen wir mit Ioannis Amanatidis über Otto Rehhagel, Griechenlands WM-Chancen und Dominanz im Fußball.

Interview: Jens Kirschneck Bild: Imago

Ioannis Amanatidis, ist die griechische Mannschaft aus dem Schatten von Otto herausgetreten?
Das ist schon zu seiner Zeit passiert.

Was halten Sie von Nationaltrainer Fernando Santos?
Ich habe unter ihm noch nicht viel trainiert, von daher kann ich nicht viel sagen. So viel ich gehört habe, legt er viel Wert auf Disziplin und Ordnung, im Spiel und außerhalb des Platzes.

Gefällt Ihnen, wie die Mannschaft unter ihm spielt?
Viel geändert sich ja nicht. Die Qualität des Spiels hängt von der Qualität des Spielermaterials ab. Da kann ein Trainer keine Wunder vollbringen. Die griechische Mannschaft wird nie ein Spiel dominieren wie etwa der FC Bayern.

Santos hat gesagt, es seit gar nicht so leicht, die Spielweise umzustellen. Zum Beispiel, weil immer noch ein paar alte Recken dabei sind, die bei Rehhagel gelernt haben, wie sie erfolgreich sind.
Na ja, die jüngeren Nationalspieler sind ja auch keine ganz anderen Spielertypen, die plötzlich anfangen, Fußball zu zelebrieren. Es geht für Griechenland immer noch darum, Fußball zu erarbeiten, so wie es schon unter Otto Rehhagel der Fall war.

Ist das Team stark genug fürs Achtelfinale?
Schwer zu sagen. Bei der EM hätte ich ehrlicherweise nicht gedacht, dass wir weiterkommen. Japan, Kolumbien und die Elfenbeinküste haben wahrscheinlich die besseren Einzelspieler, aber das heißt nichts. Wir sind sicher nicht der Favorit, aber wir haben unsere Möglichkeiten.

Auf welchen Spieler können wir uns freuen?
Sokratis von Borussia Dortmund ist ein sehr wichtiger Mann. Ich hoffe, dass der junge Papadopoulos von Schalke rechtzeitig fit wird. Mitroglou hat in der Champions League auf sich aufmerksam gemacht, doch seit seinem Wechsel zu Fulham hat er Probleme. Aber eines ist klar: Wir profitieren von mannschaftlicher Geschlossenheit, weniger von einzelnen Spielern.

Kann man Mitroglou mit Ihnen vergleichen?
Eher nicht. Er ist sehr stark im Strafraum, bewegt sich aber ungern außerhalb des Strafraums, auch weil ihm die Grundschnelligkeit fehlt.

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