Interview: Doping im Amateurfußball

»Über 20 Prozent der Spieler sind gedopt«

Der Journalist Olaf Jansen hat eine Recherche über Doping im Amateurfußball veröffentlicht. Die Ergebnisse sind alarmierend.

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Olaf Jansen, Sie haben einen Artikel veröffentlicht, der flächendeckendes Doping in den Amateurligen rund um Köln aufdeckt. Was ist die Kernaussage Ihrer Recherche?
Bis zur Veröffentlichung meines Artikels musste ich davon ausgehen, dass circa 20 Prozent aller Mannschaften in den Bezirks- und Landesligen des Fußballverbandes Mittelrhein mit gedopten Spielern auflaufen. Nach der Veröffentlichung erhielt ich allerdings so zahlreiche Rückmeldungen, dass die Zahl wohl noch wesentlich höher ist.

Um was für eine Art von Doping handelt es sich?
Es gibt zwei Klassiker. Entweder nehmen die Spieler kreislaufstimulierendes Ephidrin in Kombination mit Koffein-Tabletten. Oder Amphetamine wie Speed. Beides sind Aufputschmittel, die die Spieler über ihre üblichen Grenzen hinaus laufen lassen. Die Wirkung der Präparate setzt nach 15 Minuten ein. Und hält 40 bis 48 Stunden an.

Woher beziehen die Spieler die Mittel?
Das meiste stammt wohl aus Südeuropa, und dort vor allem aus der Türkei. Da ist etwa Ephidrin frei erhältlich. Und weil viele Spieler dort Familie haben, immer wieder hin- und herreisen, ist für Nachschub gesorgt.

Wie gesichert sind Ihre Informationen? Wie sind Sie auf das Thema aufmerksam geworden?
Ich habe früher selbst gespielt, bin noch immer viel auf den Plätzen in und um Köln unterwegs. In den vergangenen Jahren mehrten sich die Stimmen, die meinten: Es wird gedopt. Also habe ich begonnen, mich umzuhören. Bei Trainern, Spielern, in den Vereinen. Irgendwann hieß es dann: Ruf mal den und den an. Das waren dann die sechs Spieler, die mir gegenüber zugegeben haben, zu dopen. Die mir über die Verbreitung und die Art und Weise des Dopings Auskunft gegeben haben.

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