Interview des Monats: Robin Dutt (+Bildergalerie)

Robin Dutt: »Eine neue Form von Teamgeist«

Heute erscheint die neue Ausgabe von 11FREUNDE. Darin: Ein ausführliches Interview mit Freiburgs Trainer Robin Dutt über die Saison der kleinen Vereine und ein Gespräch mit Volker Finke. Exklusiv für 11freunde.de-User präsentieren wir erste Auszüge. Interview des Monats: Robin Dutt (+Bildergalerie)Michael Hauri
Heft#111 02/2011
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Robin Dutt, in dieser Saison liegt nicht nur der SC Freiburg, sondern gleich eine ganze Reihe Bundesligisten deutlich vor Klubs, die viel mehr Geld in Personalkosten investieren können. Welche Erklärung haben Sie dafür?

Die Zeitspanne ist mir zu kurz, um nachhaltig etwas daraus abzuleiten. Außerdem würde ich bezweifeln, dass es so bleibt. Wir selbst würden zunächst gern den ersten Schritt machen und deutlich früher als im Vorjahr sagen können: »40 Punkte. Ziel erreicht!« Sollten wir in der Rückrunde die Punkteausbeute der Vorrunde wiederholen können, werden wir auch viel damit zu tun haben, das Team zusammen zu halten.

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Würden Sie dann möglicherweise zum Opfer ihres Erfolges?

Ja, das aber gerne.

Der SC Freiburg hat einen Personaletat von 14,5 Millionen Euro, so viel bezahlt der FC Bayern allein an Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger. Wie kann Ihr Klub in der Bundesliga überhaupt mithalten?

Das frage ich mich manchmal auch, aber ich möchte nicht zu den Trainern gehören, die ständig anführen, wie klein ihr Etat ist. Man darf schließlich nicht vergessen, dass finanzielle Unterschiede und Leistungsunterschiede nicht Hand in Hand gehen. Wenn die Bayern einen unserer Spieler haben wollten, würden sie ihn nicht mehr zu dem Gehalt bekommen, das er bei uns verdient. Außerdem bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sofort Leistung einzukaufen, und das ist unverhältnismäßig teurer. Sie können ja nicht als Ziel angeben, sich von der Abstiegszone ins gesicherte Mittelfeld entwickeln zu wollen. Deshalb sind derlei Vergleiche auch nicht immer ganz fair.

Bei allem Verständnis für die Sorgen der Großen, haben Sie kein Vergnügen daran, die als Underdog zu ärgern?

Auf dem Platz schon, trotzdem muss ich doch anerkennen, dass es Vereine mit viel höherem Etat gibt, die außergewöhnlich gut arbeiten, wie etwa Bayer Leverkusen oder über viele Jahre hinweg auch Werder Bremen.

Sie scheinen wirklich keine Lust auf Sticheleien zu haben.

Habe ich auch nicht, denn damit würde ich die Position der Kollegen weiter schwächen, die in der Tabelle gerade hinter mir stehen. Das würde ich mir in umgekehrter Situation ja auch nicht unbedingt wünschen.

Haben Sie denn die Sehnsucht, in ihrem Trainerleben irgendwann mal aus dem Vollen schöpfen zu können?

Wenn ich über sportliche Perspektiven nachdenke durchaus. Aber nicht aufgrund finanzieller Möglichkeiten. Wichtig ist eher, ob ein Verein in der Lage ist, sein Potential auszuschöpfen. Und wenn man jetzt sagt, dass Thomas Tuchel, Mirko Slomka, Marco Kurz oder ich mit relativ wenig Geld bisher relativ viel erreicht haben, müssen wir erst mal beweisen, dass wir mit viel Geld auch viel erreichen.

Bei den Vereinen, die momentan ihr Potential besonders gut ausschöpfen, nehmen auffallend viele junge Spieler wichtige Rollen ein. Ist das ein Zufall?

Nein, es gibt zweifelsohne inzwischen so viele gut ausgebildete junge Spieler, dass die Cheftrainer schon blind sein müssten, sie in der Bundesliga nicht einzusetzen. Aber auch da sollten wir vorsichtig sein, denn Hoffenheim war 2008 ebenfalls mit der jüngsten Mannschaft Herbstmeister und konnte den Tabellenplatz dann doch nicht bestätigen. Wobei ich das bei Dortmund dieses Jahr nicht erwarte, weil ihr Vorsprung zu groß ist.

Wie wichtig ist es für Sie, dass beim SC Freiburg sieben Spieler im Kader stehen, die aus der eigenen Fußballschule stammen?

Es sollte uns weiterhin stark machen, dass die Verbindung zwischen der Fußballschule und den Profis bei uns ganz eng ist. Das ist auch wichtig, weil es inzwischen keinen Ort auf der Welt mehr gibt, wohin wir auf der Suche nach Spielern ausweichen können. Unser Scout sagt immer, selbst wenn er ins tiefste Afrika fährt: Hoffenheim und Leverkusen sind schon da. Zudem werden Sie beim Betrachten unseres Kaders feststellen, dass wir viele Spieler verpflichtet haben, die in ihren Vereinen nicht mehr weiter gekommen sind und bei uns einen neuen Anlauf suchen. Diese Spieler wollen wir weiterentwickeln. Das ist unsere Nische, die wird es bleiben, und in diesem Zusammenhang spielt die Ausbildung eigener Talente eine ganz wichtige Rolle...

Das komplette Interview findet ihr in der neuen Ausgabe von 11FREUNDE. 11FREUNDE#111 ab sofort im Handel!

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