Als der FC Ingolstadt 04 vor zwei Jahren schon mal in die 2. Liga vorstieß, stand am Ende der Saison der sofortige Wiederabstieg. Der Start in die abgelaufene Spielzeit ließ wieder Böses ahnen. Aus den ersten elf Spielen gab es nur magere vier Punkte.Andreas Buchner: Wir hatten fast ein Dutzend Neuzugänge, deswegen war es mit der Aufstiegseuphorie diesmal sowieso so eine Sache. Man konnte die Mannschaft nicht mehr mit dem Team aus der 3. Liga vergleichen. Erzgebirge Aue hat beispielsweise einen anderen Weg gewählt. Die haben ihren Kader beibehalten, die Euphorie konserviert und sich in einen Rausch gespielt.
War der Umbruch in Ingolstadt also falsch?Andreas Buchner: So kann man das nicht sagen. Oft genug klappt es ja auch im Fußball, einer Mannschaft ein neues Gesicht zu geben – und dann sind alle zufrieden. Diesmal war das leider nicht der Fall. Aber da wir am Ende die Klasse gehalten haben, hat auch diese erneuerte Mannschaft ihren Soll erbracht und das vorgegebene Ziel erreicht. Es gibt also wenig Anlass zur Kritik.
Kritisieren könnte man, dass der enttäuschende Start der Mannschaft Ihren Trainer Michael Wiesinger den Job gekostet hat. Er wurde am 11. Spieltag durch Benno Möhlmann ersetzt. Andreas Buchner: Michael Wiesinger war ein junger, aufstrebender Trainer, bei dem auch in der erfolglosen Zeit beileibe nicht alles schlecht war. Aber wir brauchten in dieser schwierigen Phase Veränderung. Benno Möhlmann hat erstmal viele Einzelgespräche geführt, um die Mannschaft aufzupäppeln. Und er hat das System geändert, aber eben nicht von jetzt auf gleich, sondern Woche für Woche immer in Maßen. Da hat sich seine jahrelange Erfahrung bemerkbar gemacht.
Ihre Saison lief durchwachsen. Sie haben 18 Spiele gemacht, drei Tore erzielt und zwei Vorlagen beigesteuert, sich aber auch nach der Hinrunde schwer verletzt und in der Rückserie gar nicht mehr mitwirken können.
Andreas Buchner: Deshalb bin ich so dankbar und erleichtert, dass wir die Klasse gehalten haben. Da beruhigt sich auch das eigene Gewissen, eben weil man nicht mehr aktiv mitwirken konnte. Der Syndemosebandriss war besonders bitter für mich, weil ich schon vor zwei Jahren, als wir das erste Mal in der 2. Liga spielten, die Saison nach guter Hinrunde wegen einer Leisten-OP abhaken musste. Die Geschichte kam wieder hoch. Warum ich? Jetzt hoffe ich, dass ich mit solchem Pech durch bin und in Zukunft auch mal die Rückrunde spielen darf.
Kehrseite der Verletzung war, dass Sie das neue Stadion bestimmt auch mal aus anderer Position kennenlernen konnten. Andreas Buchner: Ja, ich saß meist auf der Tribüne. Für das letzte Heimspiel habe ich mich mit zwei Spielerkollegen sogar in die Fankurve gemischt. Da bekamen wir Bier über den Kopf geschüttet, da wurde gesprungen, wir haben gesungen, gelacht – es war das totale Fanerlebnis. Ich habe gemerkt, dass man das Spiel aus dem Block bisweilen noch intensiver erlebt. Und ich bin mir, als ich den Blick durch das Stadion schweifen ließ, der Entwicklung des Vereins noch bewusster geworden.