25.06.2011

Ingolstadts Routinier Andreas Buchner über den Sportpark

»Nie mehr in die Jugendherberge«

Ab sofort im Handel: Die neue Ausgabe von 11FREUNDE! Das Stadionposter zeigt diesmal den Sportpark Ingolstadt. Mittelfeldmann Andreas Buchner ist seit den Anfängen im Verein. Im Interview spricht er über große Kabinen und den Klassenerhalt.

Interview: Moritz Herrmann Bild: Imago
Andreas Buchner, das erste Jahr im neuen Sportpark Ingolstadt ist geschafft. Welche Eindrücke sind bei Ihnen hängen geblieben?

Andreas Buchner: Der Gang durch den Tunnel bis auf den Rasen, um dann in die eigene buntgeschmückte Fankurve schauen zu können – das ist ein tolles Gefühl! Außerdem wurde das Stadion am englischen Vorbild orientiert, die Fans sitzen also sehr dicht am Spielfeldrand. Bei Einwürfen und Eckbällen macht sich diese Nähe bemerkbar.



Sie haben beim FC Ingolstadt 04 schon die Bezirkssportanlage und das ESV-Stadion erlebt. Ein merkwürdiges Gefühl, von der Tartanbahn in eine hochmoderne Arena zu wechseln?


Andreas Buchner: Ich habe erst beim MTV Ingolstadt gespielt und war nach der Fusion dann Spieler des FC Ingolstadt 04. Ich bin also die gesamte Entwicklung mitgegangen und erinnere mich gut, wie weitläufig die Bezirkssportanlage noch war. Im ESV-Stadion haben wir uns, obwohl nur als Überbrückung gedacht, sehr wohlgefühlt. Es war ein kleines Schmuckstück, das uns beflügelt hat – das zeigt ja auch der sportliche Erfolg aus den beiden Jahren. Als schließlich bekannt wurde, dass Ingolstadt ein neues Stadion plant, haben wir alle sehr mitgefiebert.

Die Unterschiede zwischen der neuen Heimspielstätte und ihren Vorgängern könnten größer nicht sein.

Andreas Buchner: Bei den Kabinen merkt man das am deutlichsten. Auf der Bezirkssportanlage mussten wir uns noch in der Jugendherberge umziehen. So eine Situation hat vielleicht ihr eigenes Flair, mit Profifußball aber wenig zu tun. Am ESV-Stadion waren dann schon provisorische Container aufgebaut und jetzt haben wir endlich große und schicke Kabinen. Von so einem Luxus habe ich als Kind, wenn die Sendung »ran« hinter die Kulissen geschaut hat, immer geträumt. 

Geträumt haben Sie vielleicht auch von einer riesigen, ohrenbetäubenden Kulisse. Zu Ihren Heimspielen strömen allerdings im Schnitt nur 8600 Zuschauer. Ist der mangelnde Zuspruch auch Grund dafür, dass der FC Ingolstadt 04 Vorletzter der Heimtabelle wurde?

Andreas Buchner: Das würde ich nicht so pauschal sagen. Es braucht natürlich seine Zeit, bis ein neues Stadion angenommen wird. In der Hinrunde kam noch dazu, dass wir daheim sehr unglücklich aufgetreten sind, soll heißen: Wir haben viele Partien nur knapp verloren und auch erst spät. Das hat manche Menschen vielleicht abgeschreckt.

Dabei ist der Sportpark mit einer Zuschauerkapazität von nur 15.000 doch schon sehr klein.

Andreas Buchner: Das stimmt, allerdings lässt sich der Sportpark bei Bedarf erweitern auf 30.000 Plätze. Sollte es also vielleicht irgendwann mal der Aufstieg klappen – wer weiß ... (lacht). Es hätte einfach keinen Sinn gemacht, jetzt schon so groß zu bauen. Im Moment kommen, Sie sagen es, meist nicht mehr als 10.000 Zuschauer.
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