Huub Stevens über twitternde Profis, Dortmund und Schalke

»Ich schaue mir gerne BVB-Spiele an«

Thomas Rabsch
Heft: #
126

Huub Stevens, mittlerweile sind Sie seit neun Monaten wieder Trainer beim FC Schalke. Um einmal mit Ihrem Landsmann Louis van Gaal zu fragen: Passt Ihnen der FC Schalke mittlerweile wie ein »warmer Mantel«?
Alle haben immer das Gefühl, ich würde mich nur auf Schalke wohl fühlen. Aber das stimmt nicht. Meine Jobs in Köln, Hamburg und sogar in Berlin waren ebenfalls toll. Ich fühle mich in Deutschland generell sehr wohl. An welchem Ort ich bin, ist zweitrangig.

Aber gibt es das nicht, dass ein Trainer und ein Klub besonders gut zusammenpassen.
Klar, nur hat das auch mit der Organisation im Klub zu tun und wie miteinander gesprochen wird, also mit Menschen.

Da dürften sich der heutige Manager Horst Heldt und der damalige Rudi Assauer gründlich unterscheiden.
Natürlich, aber die Situation heute ist auch eine ganz andere. Damals kam ich als Nobody und hatte mit Rudi Assauer einen alten Hasen um mich, der mich ein ums andere Mal aus der Schusslinie genommen hat. Wir saßen täglich zusammen und haben über die Mannschaft und die Abläufe in der Bundesliga gesprochen. Es war doch alles Neuland für mich. Das ist jetzt nicht mehr so nötig, denn heute komme ich mit viel mehr Erfahrung zurück und kann anders mit Horst Heldt zusammenarbeiten.
Wir verstehen uns gut, aber müssen nicht mehr bei den kleinen Dingen anfangen.

Sind Sie inzwischen ein anderer Trainer als bei Ihrer ersten Zeit in Gelsenkirchen?
Ach, ich weiß nicht. Sagen wir mal so: Der Tunnel, in dem ich früher gearbeitet habe, war sehr eng. Im Laufe der Jahre ist er immer größer geworden, so dass ich mich etwas besser bewegen kann.

Im letzten Jahr waren Sie für ein paar Monate außerhalb des Tunnels, nachdem Sie bei Red Bull Salzburg entlassen wurden. Passen Sie besser zu Traditionsvereinen als zu so einem Kunstprodukt?
Nein, meine Zeit in Salzburg war super. Das mag komisch klingen, aber ich war tatsächlich begeistert von der Idee, etwas vollkommen Neues aufzubauen.

Andere würden sagen, dass solche Vereine den Fußball zerstören.
Da muss ich widersprechen. Natürlich war die Arbeit bei Red Bull anders, denn letztendlich steckt das ganze Projekt noch in den Kinderschuhen. Man arbeitet dort noch an der Basis, auch wenn diese Basis unbestritten überdimensional ist.

Sie wurden in Salzburg erst Meister und im Folgejahr entlassen, als Sie auf den dritten Tabellenplatz abrutschten. Das klingt nicht gerade nach Geduld und nachhaltiger Arbeit.
Heute weiß ich, dass mein Rauswurf gar nichts mit meiner Arbeit als Trainer zu tun hatte. Da spielten andere Dinge eine Rolle, aber das ist nichts für die Öffentlichkeit. Einen Tag vor dem Spiel gegen Linz kam ich auf das Trainingsgelände und sah, dass überall die Anwälte herumliefen. Auch Niko Kovac (der dann mit Ricardo Moniz Nachfolger von Stevens wurde, Anm. d. Red.) huschte schnell durch die Flure und ich ahnte schon, dass was im Busch ist. Als ich gerade dabei war, auf dem Platz die Hütchen aufzustellen, kam ein Anwalt und fragte: »Herr Stevens, haben Sie mal gerade eine Minute Zeit?« Ich sagte: »Nein, Sie sehen doch, dass ich gerade das Training vorbereite.« Der Anwalt sagte: »Ich wollte Ihnen mitteilen, dass wir uns gerne von Ihnen trennen würden.« Ich dachte erst, er meinte, dass wir nach der Saison den Vertrag auflösen, aber er sagte: »Sofort!« Ich habe meinem Co-Trainer die Hütchen in die Hand gedrückt, mich kurz verabschiedet und bin gegangen. Am nächsten Tag habe ich mein Büro geräumt, das Auto geputzt und sauber auf dem Vereinsgelände abgestellt, dann bin ich nach Hause gefahren und das Kapitel Salzburg war zu Ende.

Anschließend haben Sie ein paar Monate als TV-Experte für Liga Total gearbeitet. Wie war es, zur anderen Seite übergelaufen zu sein?
Es war sehr wichtig für mich, zu sehen, wie die Medien den Fußball begleiten. Ich fand erstaunlich, wie professionell da gearbeitet wird. Das war lehrreich, weil mir dadurch bewusst geworden ist, dass beide Seiten im gleichen Boot sitzen und wir gut daran tun, respektvoll miteinander umzugehen.

Da haben wir Sie aber schon anders erlebt.
Nein, das stimmt nicht. Ich hatte immer Respekt vor Journalisten und bin alt genug, um zu wissen, dass man nicht immer einer Meinung sein kann. Wütend macht es mich nur, wenn mein Gegenüber nicht gut vorbereitet ist. Ich mache meinen Job mit größtmöglicher Genauigkeit und denke, das kann man auch von einem Journalisten erwarten.
 
Inzwischen scheinen Sie manchmal auch ein bisschen mit dem Klischee des Journalistenfressers zu spielen.
Das macht ja auch Spaß. Außerdem habe ich mittlerweile gelernt, meine Kraft auf die wichtigen Dinge in der täglichen Arbeit zu lenken. Früher hatte ich so viel Power, dass mich gern auf kleine Kämpfe mit Journalisten eingelassen habe. Da bin ich heute meistens lockerer.

Viele im Fußball können die Dinge immer weniger locker nehmen. Sie selbst haben Ralf Rangnick ersetzt, der einen Burnout hatte. Die Spieler Martin Fenin und Markus Miller haben sich zuletzt wegen Depressionen behandeln lassen. Ist das Geschäft härter geworden, oder aber ist die Bereitschaft gewachsen, Schwächen zu zeigen?
Ich denke, dass dadurch, dass der Fußball immer größer geworden ist, auch der Druck auf die Verantwortlichen gewachsen ist.

Empfinden Sie das selbst auch so?
Nein, eigentlich nicht. Durch meine Erfahrung weiß ich damit besser umzugehen. Ich will nämlich nicht gegen die Wand laufen, ich will ganz nah bei mir selbst bleiben.
Aber das ist schwieriger geworden? Ja, absolut.

Sie sind inzwischen 58 Jahre alt und hatten schon nach Ihrem Abschied aus Hamburg vor vier Jahren gesagt: »Ich will nicht, dass meine Spieler mich irgendwann als alten Mann sehen.« Gibt es Momente, in denen Sie sich alt vorkommen?
Nein, bisher nicht.

Auch nicht, wenn der 21-jährige Lewis Holtby auf dem iPhone seinen Twitter-Account abruft?
Kein Problem. Dann hole ich mein iPhone raus und gucke, was er so schreibt. Ich interessiere mich für Dinge, die meine Spieler auch interessieren. Das ist normal, wenn man so eng zusammenarbeitet. Wenn ich merken würde, dass mir der Kontakt zu jungen Spielern abhandenkommt, würde ich nicht weiter als Trainer arbeiten wollen.

Gehen die Spieler heute anders miteinander um, als Sie es aus Ihrer Zeit kennen?
Früher waren wir viel direkter, da hat es auch mal geknallt. Und während wir früher in einer großen Runde Karten gespielt haben, schauen die Jungs heute lieber einen Film. Es ist eine andere Generation.

Eine bessere oder eine schlechtere?
Weder noch, aber ich finde es beneidenswert, wie die Jungs die ganzen Belastungen wegstecken. Alle drei Tage ein Spiel, der riesige Medienrummel, die Fans – das muss man in dem Alter erst einmal verarbeiten können. Und die meisten machen es sehr gut, denen steigt nichts zu Kopf. Selbst die ganze Technik nicht, die sie mit sich herumschleppen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich in Italien auf der Straße die ersten Handys gesehen habe. Riesige Apparate, so groß wie Damenhandtaschen. Ich dachte damals, das würde ich nie im Leben brauchen. Und heute ist das vollkommen normal.

Muss man mit Spielern heute anders arbeiten als früher?
Man muss in bestimmten Situationen anders reagieren, etwa beim Thema Verletzungen. Die Jungs wissen heute ganz genau, was sie haben. Und meist wissen sie auch schon, wie lange sie Pause brauchen. Wenn ich früher beim Trainer gesagt habe, dass ich nicht mehr kann, hat der gesagt: »Stell dich nicht so an, weiter geht’s!« Das hat dazu geführt, dass ich einmal sogar mit gebrochenem Bein gespielt habe. Allerdings muss man den heutigen Spielern mehr erklären, was sie auf dem Platz tun müssen, als das früher der Fall war.

Verstehen sie das Spiel etwa weniger?
Nein, es wird anders über Fußball gedacht. Früher haben wir auf der Straße selbst Spielformen erfunden, das fördert die Kreativität und das Verständnis von Fußball. Dadurch entwickelst du einen bestimmten Instinkt und Fußballintelligenz. Heutzutage fehlt das oft, weil niemand mehr auf der Straße spielt.

Sie waren beim PSV Eindhoven lange Jugendtrainer. Sind Sie damals schon damit konfrontiert gewesen?
Ja, und deshalb haben wir die Spieler rausgeschickt und für eine halbe Stunde sich selbst überlassen. Erst wenn wir dann auf den Platz kamen, fing das Training an.

Sie haben, als sie noch Spieler waren, nebenbei Autos verkauft. Würden Sie einem Fußballprofi heute noch zu Nebenbeschäftigungen raten?
Natürlich, sie müssen ja nicht unbedingt Autos verkaufen. Damals war es nicht klar, ob man als Profi am Ende ausgesorgt hat, deswegen habe ich mich um eine zweite Karriere bemüht. Außerdem ging es darum, nicht den Blick für das normale Leben zu verlieren. Es ist wichtig, dass man nicht den ganzen Tag nur an Fußball denkt, das macht den Tunnel immer kleiner und irgendwann kannst du dich nicht mehr bewegen.

Sie pflegen gerne das Klischee, ein konservativer Malocher zu sein, dabei waren sie doch einer der ersten Laptoptrainer.
Stimmt, das hat nur niemand gesehen. Ich habe immer mit hohem technischen Aufwand gearbeitet und früh selbständig eine Datenbank über meine Spieler erstellt. Ich habe 1996 auch schon mit Videoanalysen angefangen. Man muss sich auf dieser Ebene ständig weiterentwickeln, denn mit einem Flipchart brauchst du nicht mehr in die Kabine zu kommen. Da hört keiner zu.

Sie schreiben auch ständig Zettel voll. Selbst im UEFA-Cup-Finale 1997, als Marc Wilmots in Mailand den entscheidenden Elfmeter verwandelt hatte und ganz Schalke in einen kollektiven Rausch verfiel, haben Sie sich erst noch seelenruhig Notizen gemacht und dann erst gejubelt.
Ich musste doch aufschreiben, in welche Ecke Marc den Elfer geschossen hat.

Dieser Zettel würde sich im Vereinsmuseum gut machen.

Ich bewahre die nicht auf. Die Informationen werden abgetippt, abgespeichert und der Zettel entsorgt.

Als Sie im letzten Herbst zu Schalke zurückkehrten, haben Sie keinen Co-Trainer mitgebracht und das erste Spiel von Ihrem neuen Trainerteam vorbereiten lassen. Warum haben Sie das gemacht?
Ich kannte die Mannschaft nicht, habe in den ersten Tagen nur beobachtet und den Jungs gesagt: »Ihr wisst am besten, was die Mannschaft in dieser Situation braucht.« Ich habe nur wenig eingegriffen und Rat gegeben.

Das war ein enormer Vertrauensvorschuss für Ihre neuen Kollegen.
Ich arbeite mit meinen Assistenten immer auf Augenhöhe und gebe ihnen die Freiheit, ihre Gedanken einzubringen. Ich ergänze dann meine Vorstellungen und daraus entsteht unsere Spielidee.

Gibt es einen typischen Huub-Stevens-Fußball?
Nein, jede Mannschaft braucht ihre eigene Identität. Als Trainer bist du eigentlich nur ständig auf der Suche, welche sie entwickeln kann. Ich habe kein festes System, in das ich meine Mannschaften presse, sondern schaue immer, welche Qualitäten die einzelnen Spieler haben. Nur daraus kann ich am Ende ableiten, wie sie Fußball spielen sollen. Als ich hier angefangen habe, waren Horst Heldt und ich uns etwa einig, dass diese Schalker Mannschaft in der Offensive größere Qualitäten hat als in der Defensive.

Ihr angebliches Defensivcredo ist also ein Mythos?
Wenn du keine Stürmer hast, dann musst du defensiv denken. Als dieses Image 1997 entstand, hatten wir enorme Verletzungsprobleme im Angriff. Also standen wir hinten drin und haben vorne auf die Chancen gelauert. Deswegen sage ich auch heute noch: Der 2:0-Halbfinalsieg gegen Teneriffa, bei dem wir quasi ohne Angriff aufgelaufen sind, war die größere Leistung als der Finalsieg gegen Inter Mailand. Für mich geht es nicht um Systeme, sondern um die Organisation.

Wie meinen Sie das? Im Endeffekt entscheiden im Fußball bestimmte Momente, vor allem die zwischen Ballverlust und Ballgewinn. Wer da am schnellsten und besten reagiert, ist der gegnerischen Mannschaft überlegen.

Das mussten Sie im UEFA-Cup-Viertelfinale gegen Bilbao bitter erfahren, als Ihre Mannschaft den Basken ins offene Messer lief und im eigenen Stadion 2:4 verlor.
Bilbao ist ein gutes Beispiel. Die haben die entscheidenden Momente super ausgenutzt. Deren Umschaltverhalten habe ich sogar genossen. Wir wollten nach unser 2:1-Führung einfach zu viel, aber da kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Im Gegenteil: Ich bin stolz auf deren Mut, dass sie es probiert haben, lediglich ihre Unerfahrenheit hat uns am Ende so bestraft. Gut, wir haben es als Lehrstunde genommen. Und abgesehen von uns und unseren Fans hat das große Publikum das Spiel genossen. Da haben mir Leute per SMS geschrieben: »War doch ein super Spiel.« Da denke ich allerdings: »Leck mich am ...« Ich kann das nicht so sehen, mich ärgert immer noch jede Niederlage.

Wenn der Ausgang eines Spiels von einigen, wenigen Momenten bestimmt ist, muss das einen Perfektionisten wie Sie doch in den Wahnsinn treiben.
Du kannst ein Spiel nicht planen. Du kannst als Trainer deinen Spielern nur gewisse Vorgaben machen und hoffen, dass das Spiel so läuft, wie du es dir vorgestellt hast. Aber es passieren auf dem Platz so viele Dinge, die den Ablauf beeinflussen. Es gibt 22 Spieler, die Schiedsrichter, das Publikum, und oft reicht ein Quäntchen davon, dass eine Partie kippt.



Gibt es Mannschaften in der Bundesliga, abgesehen von der eigenen selbstredend, die Sie gerne sehen?
Natürlich sehe ich mir gerne Spiele von Dortmund an. Oder Freiburg und Mönchengladbach, weil diese Mannschaften hervorragend organisiert sind und erstklassig gegen den Ball spielen. Dann gibt es Vereine, die wesentlich mehr Qualität in ihrem Kader haben, aber diese Qualitäten nicht auf den Platz bringen. Als Trainer musst du dir auch bei anderen Mannschaften etwas abschauen, sonst lernst du nicht dazu und wirst selbst sehr berechenbar.

Wer ist der beste Spieler, mit dem Sie als Trainer jemals zusammengearbeitet haben? Die Auswahl ist ja nicht schlecht: Romario, Raúl, Rafael van der Vaart, Klaas-Jan Huntelaar.
Romario war auf den ersten Metern mit dem Ball am Fuß natürlich genial. Aber im Fußball geht es um so viele unterschiedliche Qualitäten: Torinstinkt, Fußballintelligenz in der Defensive oder in der Offensive. Wenn ich alles zusammennehme, würde ich sagen, dass Jiri Nemec ein Spieler war, der ein Fußballspiel wirklich lesen konnte. Er wusste, wann er defensiv denken muss und wann offensiv.

Mit ihm waren Sie 2001 so nah an der Meisterschaft wie seit 1958 kein Schalker Trainer mehr. Sehen Sie in den nächsten Jahren eine Perspektive, es endlich mal zu schaffen?
Bayern München wird immer sehr stark sein, Borussia Dortmund hat eine gute Entwicklung gemacht. Und wir müssen versuchen, unsere Entwicklung ebenfalls durchzuziehen. Dabei braucht man aber auch Glück, deshalb gucke ich erst einmal, dass wir uns von Spiel zu Spiel weiterentwickeln. Wenn ich sehe, dass die Mannschaft oder einzelne Spieler das tun, dann kann ich auch damit meinen Frieden machen.

Haben Sie eigentlich auch das Ziel, endlich in den Duden zu kommen?
Was ist der Duden?

Das Wörterbuch der deutschen Sprache, in das Sie mit ihren Wortschöpfungen eigentlich schon längst hätten eingehen müssen. Etwa, wenn Sie »von daheraus« sagen statt »deshalb«.
Ist das nicht Deutsch?

Es ist ein Huub-Stevens-Begriff, den Sie ins Deutsche eingebracht haben.
Ich habe Deutsch auf der Straße gelernt. Die Grenze war einen Kilometer von unserem Zuhause in Sittard entfernt. Da kamen viele Deutsche zum Einkaufen, und wie denn auch, da hat man miteinander geredet.

»Und wie denn auch« ist übrigens auch Huub-Stevens-Deutsch.
Wirklich? Interessant. Als ich hier mal wieder mit »Die Null muss stehen« konfrontiert wurde, habe ich gesagt: Es ist super, dass es zwei Niederländer gibt, die hier durch ihre Sprache etwas aufgebaut haben in Deutschland. Das sind Rudi Carrell und ich.

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