23.09.2011

HSV-Jugendtrainer Otto Addo über seinen Lehrmeister

»Jürgen Klopp ist ein Vorbild«

Weil ihm Jürgen Klopp »auch menschlich« gefiel, wechselte Otto Addo 2006 von Borussia Dortmund zum FSV Mainz. Vor dem Aufeinandertreffen seiner Ex-Vereine spricht der HSV-Jugendcoach über Vertragsgespräche mit Kloppo und die Krise in Hamburg.

Interview: Marius Gutowski Bild: Imago
Otto Addo, wie hat Sie der damalige Mainzer Trainer Jürgen Klopp 2006 davon überzeugen können von Borussia Dortmund zum FSV Mainz zu wechseln?

Otto Addo: Neben dem sportlichen Aspekt kam er auch menschlich unheimlich gut rüber. Er ist ein Trainer, der einen guten Charakter hat und sich für die Spieler interessiert. Für mich war der Wechsel damals aber auch eine große Chance, immerhin war ich davor lange verletzt.

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So viel Überzeugungsarbeit war also gar nicht nötig?

Otto Addo: Zu dem Zeitpunkt hatte ich ein Jahr und drei Monate kein Fußball mehr gespielt! Für mich war es einfach eine gute Möglichkeit, nach meinem dritten Kreuzbandriss noch einmal Fuß zu fassen. Ich habe beim Wechsel darauf geachtet, dass das Umfeld passt. Wenn der Trainer auf mich einen anderen Eindruck gemacht hätte, dann wäre ich zu einem anderen Verein gegangen.

Sie sind heute selber Trainer, arbeiten als Chefcoach der A-Jugend vom Hamburger SV. Gibt es Sachen, die Sie sich bei Jürgen Klopp abgeschaut haben?

Otto Addo: Man schaut sich von allen Trainern, die man hatte, das Beste ab. Bei ihm war es seine Vorbildfunktion für die Mannschaft: Er wollte immer, dass die Spieler die Leidenschaft zeigen, die er ihnen vorgelebt hat.

Was müssen Ihre Spieler mitbringen, um sich auch in der Bundesliga durchzusetzen?

Otto Addo: Natürlich fußballerische Qualitäten, eine gewisse Laufbereitschaft und am Besten keine Starallüren. Gerade Dortmund und die Nationalmannschaft haben das umgesetzt und daran orientiere ich mich bei meiner eigenen Arbeit.

Zurzeit werden in der Bundesliga viele Vereine von jungen Trainern trainiert. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Otto Addo: Die jungen Trainer versuchen natürlich auch neue Methoden reinzubringen. Das fällt Älteren meist ein bisschen schwerer, aber es kommt nicht unbedingt aufs Alter an. Man muss ein gewisses Wissen mitbringen, das ist klar. Das Wichtigste ist, dass man als Trainer ein Typ ist. Wenn man sich nicht durchsetzen kann, nützt das größte Wissen nichts. Der »Kloppo« ist ein Typ und Thomas Tuchel auch.

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