Glaubst Du, dass die Boulevardzeitung »The Sun« irgendwann mit der Headline erscheint: »Ashley Cole ist schwul«?Ich halte das für ziemlich unwahrscheinlich. Ich verstehe auch nicht, warum wir wissen sollten, welcher Spieler welche Sexualität lebt. Es sei denn, Ashley Cole würde sich schwulenfeindlich äußern und insgeheim aber seine Homosexualität ausleben. In solch einem Fall wäre das von öffentlichem Interesse.
Gibt es im Fußballstadion mehr homophobe Menschen als in der normalen Gesellschaft? Ich denke, das liegt eher an der Gruppendynamik in der anonymen Menge, am Herdentrieb. In einer anderen Umgebung, in der Leute davon erzählen können, dass sie einen schwulen Kumpel haben, gibt es weniger Vorurteile. Nein, ich glaube wirklich nicht, dass Fußballfans homophober sind.
Was würde passieren, wenn sich ein englischer Fußballer jetzt outen würde? Es wäre sehr schwierig für ihn, dem Druck standzuhalten. Wenn man einmal sieht, wie andere Spieler durch Privataffären gegangen sind, war das kein einfacher Weg. Du müsstest dich bei jedem Spiel dem Gesinge und Geschrei stellen. Ich hoffe aber, dass man von anderen Spielern Unterstützung bekäme, und glaube, dass das auch so wäre. Es könnte natürlich auch eine Kettenreaktion auslösen. Ein Spieler von Manchester United outet sich, dann einer von Arsenal usw. Eine Identifikationsfigur, das würde es viel einfacher machen.
In Deutschland herrscht der Konsens, es sollten sich zehn schwule Profis von verschiedenen Klubs zusammen tun und sich dann gemeinsam outen.Vor zehn, fünfzehn Jahren gab es ja auch noch keine bekannten schwulen Politiker. Das ist heute normal. Die Dinge müssen zuerst in die richtige Richtung gedreht werden. Ich denke, es ist alles eine Frage der Geduld.
Wir mögen die Szene mit dem Schiedsrichter, der erst die Rote Karte zeigen will, sich dann aber in die Orgie stürzt. Was ist deine LieblingsszeneMir gefallen die Kommentare der Sprecher sehr gut. Peter hat genau die Art von Stimme getroffen, die die Kommentatoren auch in den Computerspielen haben. Er hat die Stimmen selbst eingesprochen.
Im Video-Clip küssen sich die fiktiven Spieler NcNananan und Billiams. Eine Anspielung auf Steve McManaman?Das war eine spontane Idee von Peter, der nicht gerade ein großer Fußball-Fan ist. Ich fand es sehr lustig, denn in meiner Jugend als Liverpool-Fan war Steve McManaman eine Legende. Im Clip war das aber eher ein zufälliger Gag.
Wann gibt es einen Hot-Chip-Remix von »You’ll Never Walk Alone«?(lacht) Kann ich mir nicht vorstellen, dass wir das mal tun werden. Damit hätten die anderen wohl ein Problem.