20.01.2014

Holger Hieronymus über die Folgen von »HSVplus«

»Wie ein 2:1-Sieg über Bayern«

Holger Hieronymus, Mitglied der Initiative »HSVplus«, deren Konzept für eine Strukturreform beim Hamburger Traditionsklub mit großer Mehrheit von den Mitgliedern angenommen wurde, über seine Zukunft im Verein, Felix Magaths Alleingänge und seinen Triumph als Funktionär.

Interview: Tim Jürgens Bild: Imago

Holger Hieronymus, das Strukturmodell Ihrer Initiative »HSVplus« zur Reform des Hamburger SV ist auf der Mitgliederversammlung mit fast 80 Prozent der Stimmen angenommen worden. Wie fühlen Sie sich als Revolutionär?
Das war keine Revolution, sondern eine demokratische Abstimmung. Deshalb fühle ich mich nicht als Revolutionär.


Mit dem Abstimmungsergebnis ist die Auslagerung der Lizenzabteilung aus dem eingetragenen Verein auf den Weg gebracht.
Wir haben uns seit Juli 2013 viele Gedanken über den HSV der Zukunft gemacht, die wir den Mitgliedern in zahllosen Gesprächen verdeutlicht haben. Und offenbar hält eine überwältigende Mehrheit der HSV-Mitglieder unseren Weg für den Richtigen. 


Ihr Antrag muss im Sommer auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung per Dreiviertelmehrheit bestätigt werden, erst dann ist er rechtskräftig. Klappt das?
Wenn wir 79,4 Prozent in einer Sitzung bekommen, in der auch noch andere Konzepte vorgestellt werden, können wir optimistisch sein, im Sommer noch einmal 75 Prozent der Mitglieder auf unsere Seite zu ziehen. 


Auch ohne die Briefwahl, die auf der Versammlung abgelehnt wurde?
Das muss auch so klappen. 


Der Abstimmung für Ihr Konzept könnte es helfen, wenn der HSV in der Rückrunde ähnlich schlechte Leistungen in der Bundesliga abliefert, wie in der Hinserie, oder?
Die Stimmung unter den Mitgliedern für die bestehenden Verhältnisse würde das vielleicht nicht gerade beflügeln, das mag sein. Aber mir persönlich liegt das Wohl des HSV am Herzen. Und das hängt eng mit dem sportlichen Erfolg zusammen. Auch als Sportler kann ich nur hoffen, dass der Klub gut aus der Winterpause kommt. Ich möchte wirklich nicht Profiteur einer Situation sein, wo der HSV in Bedrängnis gerät.  

Wie ist die Struktur Ihrer Initiative, der neben Ihnen auch Horst Hrubesch, Thomas Von Heesen und Ditmar Jakobs angehören?
Ernst-Otto Rieckhoff ist der Initiator, er hat den Motor angeworfen. Wir ehemalige Kurzhosenarbeiter und ein paar Leute, die was auf dem Kasten haben, fungieren als Unterstützer.


Rieckhoff hat klar gesagt, dass er trotz des Wahlerfolgs für »HSVplus« für ein Amt nicht zur Verfügung steht. Wie ist das mit Ihnen?
Es gibt kein Schattenkabinett, aber es ist klar, dass wir in absehbarer Zeit den Medien auch Köpfe präsentieren müssen.


Welche Ämter könnten die Ex-Profis bekleiden?
Horst Hrubesch hat sich klar positioniert, er ist der Trainer der zweiwichtigsten Nationalelf in diesem Land und spielt eine schwierige Qualifikation, er wird für ein Amt wohl nicht zur Verfügung stehen. Ditmar Jakobs hat gesagt, dass sich ein Amt mit seiner beruflichen Situation nicht vereinbaren lässt. Es geht eben nicht, dass wir alles stehen und liegen lassen, denn eine Aufgabe beim HSV würde viel Zeit und Energie in Anspruch nehmen. 


Sie hingegen bekleiden gegenwärtig keine konkrete Aufgabe.
Der Zeitfaktor wäre nicht mein Problem, das stimmt. Aber ich sitze nicht zuhause und langweile mich. Ganz davon abgesehen geht es auch nicht um mich. Denn sollte es zu einer neuen Vereinsstruktur kommen, werden die Gremien der Mitgliederversammlung Personen für bestimmte Positionen vorschlagen, die dann darüber abstimmt.


Jetzt eiern Sie aber rum.
Dann sag ich es so: Ich kann mich den Worten von Thomas Von Heesen anschließen…

…die da lauteten?
Wenn meine Mitarbeit gewünscht wird, wird es sicher nicht an der fehlenden Zeit scheitern. Dass wir vier Ex-Profis HSVer sind, müssen wir niemanden mehr beweisen, aber so eine Aufgabe ist mit viel Arbeit verbunden. Aber unter bestimmten Voraussetzungen kann ich mir vorstellen, mich zur Verfügung zu stellen.


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