10.07.2013

Holger Badstuber über die Einsamkeit in der Reha und seine Zukunft

»Ich habe die Mannschaft vermisst«

Nach seinen schweren Verletzungen bangte Bayern-Verteidiger Holger Badstuber um die Fortsetzung seiner Karriere. Ein Gespräch über die Einsamkeit in der Reha, Schuldzuweisungen und die WM 2014.

Interview: Tim Jürgens Bild: Imago

Holger Badstuber, wie haben Sie als Langzeitverletzter die zurückliegende Erfolgssaison des FC Bayern erlebt?
Wie Sie sich denken können, von einer ganz anderen Perspektive als die anderen Spieler. Wenn man nicht spielt, ist es nicht einfach. Aber ich war bei allen Erfolgen nah dran, habe die gute Stimmung aufgesogen und trotz meiner Verletzung den Eindruck, die Ereignisse auch genießen zu können. Die Mannschaft hat versucht, mich überall mit einzubeziehen. 

Die Spieler haben beim Jubeln nach dem Champions League Sieg Ihr Trikot in die Kamera gehalten.
Das war superschön. Aber fast wichtiger als solche Gesten war, dass die Mitspieler während der ganzen Zeit ständig auf mich zugekommen sind und nach der Operation auch angerufen haben. Dieser Zusammenhalt hat sicher auch zum Erfolg in der vergangenen Saison beigetragen.

Aber es war schon eine sehr tragische Zeit, oder?
Wenn man so lang verletzt ist, ist es doch kein Wunder, wenn mal ein Scheißtag dabei. Das erlebt doch jeder. Aber ich war nie über längere Zeit in einem Loch. Das liegt wohl an meinem Naturell, dass ich schnell wieder nach vorne denken kann.

Inwieweit hilft Ihnen da der Mentaltrainer?
Für mich ist mental wichtig, wie das Team und mein Umfeld zu mir steht. Und wenn ich durch diese Zeit bin, bin ich mental garantiert stärker als viele andere.

Haben Sie darüber nachgedacht, dass die beiden Kreuzbandrisse auch Ihr Karriereende bedeuten könnten?
Nein, denn ich kenne die Meinung der Ärzte genau. Und die sagen, dass alles wieder gut wird. Am Knie ist außer des Kreuzbandes nichts beschädigt, deshalb verschwende ich keinen Gedanken daran.

Können Sie wieder normal laufen?
Ich habe keine Krücken mehr, ich kann normal gehen. Momentan trage ich noch eine Schiene, die allerdings nur dem sicheren Gefühl beim Gehen dient.

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