Heribert Faßbender im großen Karriere-Interview

»Wer viel macht, macht auch Fehler«

Heribert Faßbender kommt aus dem Feiern nicht mehr raus. Vor zwei Wochen wurde er 70 Jahre alt, wenige Tage später die Sportschau 50. Wir sprachen mit ihm über Kult, Kritik und warum man einen Schiedsrichter in die Pampa schickt. Heribert Faßbender im großen Karriere-Interview

Heribert Faßbender, Sie sagten einmal: »Ich will kein Bildschirm-Star werden.« Sind Sie einer geworden?

Heribert Faßbender: Ich hielt nie viel vom inflationären Gebrauch des Wortes Star. Die Zuschauer schalten die Sportschau ein, um Bundesligafußball zu sehen und nicht wegen des Moderators. Wenn du allerdings in 20 Jahren rund 400 Mal die Sportschau moderierst, lässt sich eine gewisse Bekanntheit nicht vermeiden.

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Hatten Sie denn nie Idole?

Heribert Faßbender: Als Kind bewunderte ich Fritz Walter. Das ließ ich damals auch andere wissen. Ich erinnere mich noch an einen Disput im Toto-Laden vor dem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1951 zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Preußen Münster. Der Toto-Mann war nebenberuflich Geschäftsführer des westedeutschen Fußballverbandes. Als ich ihm meinen Tippschein gab, meinte er gutmütig. »Junge, das musst du noch einmal machen, da hast du dich verschrieben.«

Sie hatten auf Walters Lauterer getippt.

Heribert Faßbender: Dabei ging Preußen Münster mit seinem 100.000-Mark-Sturm um Adi Preißler als Favorit in die Partie. Ich blieb aber bei meinem Tipp und behielt Recht – Kaiserslautern gewann mit 2:1. 1966, bei meiner ersten WM als Radioreporter, wohnten Fritz Walter und ich dann im selben Hotel. Fritz war eine große Persönlichkeit. Einmal haben wir gegen eine englische Journalistenauswahl Fußball gespielt, er als Spielmacher, ich als Linksaußen.

Für viele Fußballfans ist es kaum vorstellbar, dass Sie einmal nicht die Sportschau moderierten.

Heribert Faßbender: Zur Sportschau kam ich erst im August 1982. Vorher war ich Leiter der Düsseldorfer WDR-Landesstudios, dort moderierte ich die landespolitische Sendung »Blickpunkt Düsseldorf«. Die älteren der 11FREUNDE-Leser kennen mich vielleicht noch als Hörfunkreporter, der die Bundesliga vom Start an begleitete. Mein Lehrmeister Kurt Brumme hatte mir damals einen wesentlichen Tipp mitgegeben: »Sobald der Ball in Strafraumnähe ist, musst du umschalten und möglichst synchron schildern.«

Den Satz schienen Sie Mitte der Siebziger verinnerlicht zu haben. Niemand konnte damals schneller kommentieren als Sie.

Heribert Faßbender: Sie spielen auf das WM-Finale 1974 an, als ich das 2:1-Siegtor für Deutschland schilderte. Eine wissenschaftliche Arbeit der Universität Bonn fand später heraus, dass ich für meinen Satz, der das Tor beschreibt, nur 2,2 Sekunden benötigte. (Laut der wissenschaftlichen Untersuchung schaffte Faßbender bis zu 26,8 Phenomene (Laute) pro Sekunde, Anm. d. Red.)

Der Satz lautete: »Da kommt der Ball auf Müller, der dreht sich um die eigene Achse, schießt und Tor!«

Heribert Faßbender: Wenn Sie mich jetzt hören, wird es Sie überraschen, dass ich anno 1974 der schnellste Radioreporter gewesen sein soll. Und ganz ehrlich: Ich war selbst ein wenig erstaunt, als ich von dem Ergebnis hörte. Scheinbar hatte die Brumme-Schule ihr Gutes gehabt.

Ein anderer Mentor von Ihnen war Herbert Zimmermann. Was gab er Ihnen mit auf den Weg?

Heribert Faßbender: Der berühmteste Radioreporter Deutschlands war Sportchef des NDR und lud mich 1965 als Hörfunkreporter zum Deutschen Pokalfinale nach Hannover ein. Borussia Dortmund gewann damals gegen Alemannia Aachen. Danach konnte ich den BVB auch auf dem Weg zum ersten deutschen Europapokaltriumph begleiten. Eine WDR-Aufnahme zeigt mich nach dem Endspiel gegen Liverpool in einem Interview mit Willi Multhaup: Mit schwarzen Haaren und ohne Bart (siehe Foto, Anm. d. Red.). Als ich das jetzt beim Sportschau-Jubiläum sah, musste ich selbst zweimal gucken. (lacht)

Einige Jahre später, 1977, wurden Sie von den Bundesligakapitänen zum besten Fußballfachmann gewählt. Man lobte ihren Wortschatz und ihr Fachwissen. TV-Journalisten wie Ernst Huberty und Rudi Michel nörgelten, dass Sie diesen Preis als Radiomann einheimsten. Wie reagierten Sie auf den Neid der Kollegen?

Heribert Faßbender: Gar nicht. Das kann ich mir auch nicht vorstellen. Natürlich freut man sich über Lob, auch ein Jahr später, als mir nach der WM 1978 von der Zeitschrift »Hörzu« das Goldene Mikrofon als bester WM-Reporter verliehen wurde. Grundsätzlich sind solche Umfragen immer Momentaufnahmen und Geschmacksache. Es gab natürlich auch andere Meinungen. Um es mit Kurt Tucholsky zu sagen: »Wer in der Öffentlichkeit Kegel schiebt, muss sich gefallen lassen, dass nachgezählt wird, wie viel er getroffen hat.« Und jeder zählt anders.

Den Start der Sportschau bekamen Sie aufgrund Ihrer Radiokarriere nicht mit. Wissen Sie denn noch, wo Sie am 4. Juni 1961 waren?

Heribert Faßbender: Bei der Bundeswehr. Eine brisante Zeit, zwei Monate vor dem Berliner Mauerbau. Beim Radio fing ich 1963 mit dem Bundsligastart an – parallel zum Jura-Studium. Ich erinnere mich noch an mein erstes Bundesligaspiel: Schalke 04 spielte in der alten Glückaufkampfbahn gegen den VfB Stuttgart, die Trainer hießen Georg Gawliczek und Kurt Baluses. Von da an war ich samstags bei der Bundesliga und sonntags bei der Regionalliga. Die Sportschau sah ich wirklich selten, meistens war ich zwischen 18 und 19 Uhr auf dem Rückweg von den Spielen.  

Wie begrüßten Sie Ihre Radio-Zuhörer?

Heribert Faßbender: Nicht mit »N’Abend allerseits«. Das entstand erst einige Jahre später, 1979 bei »Blickpunkt Düsseldorf«. Damals suchte ich nach einer Begrüßungsformel, die alle einschließt, Männer, Frauen, Kinder, Alte, Rheinländer und Westfalen. Im Rheinland hätte man gesagt: »N'Abend zusammen.« Das erschien mir zu salopp. Also sagte ich »N'Abend allerseits«. Ich habe nie behauptet, dass das eine besonders kreative Wortschöpfung ist, doch es gab von Anfang an bemerkenswerte Resonanz. Sogar der damalige Ministerpräsident Johannes Rau begrüßte mich nach einer der ersten Sendungen mit diesen Worten. Den Spruch habe ich dann mitgenommen in die Sportschau.

Die Sportschau moderierten Sie erstmals im August 1982. Die Münchener TZ attestierte Ihnen einen guten Job. Wie zufrieden waren Sie mit der Sendung?

Heribert Faßbender: Das war damals die erste Bundesliga-Sendung nach dem skandalösen Nichtangriffspakt zwischen Österreich und Deutschland bei der WM in Spanien. Dazu habe ich einige kritische Anmerkungen gemacht. Tenor: So was wollen wir in der Sportschau nicht sehen. Das kam offenbar gut an.

War Ihnen eine meinungsstärkere Ausrichtung der Sportschau wichtig?

Heribert Faßbender: Die Sportschau war vor meiner Zeit eine gut gemachte und populäre Sendung und sie ist es auch nach mir. Bei meiner Premiere bot sich dieser kritische Einstieg an. Manche haben das gar für eine Art Regierungserklärung gehalten. 

Nach dem Bundesligaskandal 1971 gingen die Zuschauerzahlen in den Stadien zurück. Wie populär war denn Anfang der achtziger Jahre die Sportschau?

Heribert Faßbender: Auch die Sportschau hatte unter dem Skandal zu leiden. Vorübergehend. Aber die Faszination des Fußballs war stärker, die Stadien bald wieder voll und die Sportschau-Quote ging wieder in die Höhe. Wir hatten danach 10 bis 15 Millionen Zuschauer. Dazu kamen noch die Zuschauer aus der DDR, die nicht erfasst werden konnten. Heute hat die Bundesliga-Sportschau durchschnittlich 5,7 Millionen Zuschauer, angesichts der Konkurrenz und eines anderen Mediennutzungsverhaltens immer noch eine erstaunliche Zahl.

15 Millionen Zuschauer sahen im schlimmsten Fall zwei Spiele, die 0:0 endeten.

Heribert Faßbender: Tatsächlich durfte die Sportschau anfangs nur zwei Spiele, zu meiner Zeit dann drei in Zusammenschnitten zeigen. Diese Spiele mussten wir schon am Wochenanfang auswählen. Der DFB war der Überzeugung, dass Fernsehfußball den Zuschauer vor dem Stadionbesuch abhalte. Wir haben dagegen argumentiert, dass gerade die Sportschau-Berichte Appetit auf den Stadionbesuch machten. Inzwischen ist das herrschende Meinung. Übrigens: Das erste Bundesliga-Live-Spiel im deutschen Fernsehen überhaupt konnte ich am 11. Dezember 1984 kommentieren. Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München an einem Dienstagabend, es endete 3:2 für die Borussia.

 

Anfangs standen andere Sportarten stärker im Fokus, die Sportschau berichtete über Reiten, Schwimmen, Kanufahren oder Judo. Hatten Sie so viele Experten?

Heribert Faßbender: Als öffentlich-rechtlicher Sender fühlten wir uns dem gesamten Sport verpflichtet und so hatten wir in der Samstag- und Sonntag-Sportschau bis zu 50 verschiedene Sportarten im Programm. Natürlich gab es nicht für jede Sportart einen Fachmann, die Reporter mussten sehr flexibel sein, denn es war immer klar: Die Regeln für Judo oder Bogenschießen kapierst du vielleicht in wenigen Minuten, die Sportart verstehst du dennoch erst sehr viel später. Die Kollegen haben sich also akribisch in die Materien eingearbeitet.

Heute gehen Sportkommentatoren gerne mit Ihrer Fanleidenschaft hausieren. Von Ihnen kennt man den Lieblingsverein nicht. Waren Sie überhaupt jemals Anhänger eines Fußballklubs?

Heribert Faßbender: Als Kind war ich Fan meines Heimatvereins Ratingen 04, der eine Zeitlang von dem 54er-Weltmeister Toni Turek trainiert wurde. Nach meiner Pensionierung beim WDR wurde ich in den Gesellschafterausschuss von Bayer Leverkusen berufen. Während meiner Journalistenzeit folgte ich der Philosophie von Hajo Friedrichs: Immer dabei sein, aber nie dazugehören. Und: Mach dich nie gemein mit einer Sache, selbst wenn du sie für gut hältst.

Rolf Kramer sagte einmal, ihm seien Sportkommentatoren in den achtziger Jahren zu laut und marktschreierisch geworden. Wie lautete Ihr Credo: Parteiisch oder distanziert?

Heribert Faßbender: Das muss nicht die Alternative sein. Der Kommentator muss eine objektive Bewertung des Spielgeschehens abliefern, so temperamentvoll er sie auch immer vorträgt. Da gibt es unterschiedliche Spielarten. Ein Beispiel: Beim WM-Achtelfinale 1990 in Italien zwischen Deutschland und Holland spuckt Frank Rijkaard Rudi Völler zweimal in den Nacken – für TV-Zuschauer in Farbe und Superzeitlupe unappetitlich gut zu sehen. Rudi beschwerte sich beim argentinischen Schiedsrichter, der beiden Spielern die Rote Karte zeigte. Eine krasse Fehlentscheidung. Mein damaliger Kommentar: »Schickt den Schiedsrichter zurück in die Pampa.« Tatsächlich wurde Schiedsrichter Juan Loustau bei der WM nicht mehr eingesetzt. Dennoch: Wenn ich meinen Kommentar von damals höre, wundere ich mich über meinen Erregungsgrad.

Vielen klang Ihre Reaktion zu chauvinistisch.

Heribert Faßbender: Das ist Quatsch! Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Kosmopolit bin, aber bestimmt kein Chauvinist. Die Pampa ist das wirtschaftliche Kernland Argentiniens, das ich nach der WM 1978 mit Vergnügen bereist und die fantastischen Rindersteaks genossen hatte.

Sie sagten einmal, sie wünschten sich kritischere Fragen. Kritik haben Sie allerdings oft zu hören bekommen. Sogar der Literaturkritiker Hellmuth Karasek warf Ihnen einst mangelhafte Aussprache bei ausländischen Spielernamen vor. Wie nahmen Sie solche Kritik auf?

Heribert Faßbender: Jede objektive Kritik ist willkommen, Häme wandert direkt in den Altpapiercontainer. Auf die Aussprache der ausländischen Spielernamen habe ich mich in der Regel gut vorbereitet, gegebenenfalls auch mit ausländischen Reporterkollegen abgestimmt. Ich spreche Englisch, Französisch, Spanisch. Karasek stammt aus der Tschechoslowakei, möglicherweise hatte ich einmal einen tschechischen Spieler auf der falschen Silbe betont. Lendl, Zatopek und Panenka habe ich aber immer richtig ausgesprochen.

Auch der Satz »Es steht 0:0, es könnte auch andersherum stehen« wurden Ihnen angekreidet.

Heribert Faßbender: Das ist ein uralter Reporter-Kalauer, den ich von Brumme und Zimmermann übernommen hatte. Manchmal wundert man sich über die Humorferne einiger Kritiker. Die Reportergeneration vor mir hatte doch noch ganz andere Running-Gags.

Welche?

Heribert Faßbender: Die Kollegen haben einen Mann erfunden, den es gar nicht gab. Sie nannten ihn Arne Leibusch. Meistens war er Norweger, mal war er Mannschaftsarzt, mal Bob-Trainer, mal Letzter im Marathon. Ein wiederkehrender Jux, über den sich nie jemand groß aufgeregt hat.

Ist es mit Fußballkommentatoren wie mit Schiedsrichtern? Kann man nur verlieren?

Heribert Faßbender: Warum verlieren? Ein guter und profilierter Kommentator polarisiert. Die einen mögen ihn, die anderen regen sich auf. Der Versuch, es allen recht zu machen, wird schnell langweilig. Im amerikanischen Fernsehen bekommen die Moderatoren, die polarisieren, die höchste Gage, weil sie den größten Bekanntheitsgrad haben.

Einmal sahen Sie auch ein Tor, das nie fiel.

Heribert Faßbender: Beim WM-Spiel Paraguay gegen Deutschland in Südkorea 2002. Bernd Schneider schoss einen wunderschönen Freistoß, der Ball zappelte im Netz, das halbe Stadion jubelte lautstark und ich schrie ins Mikrofon: »Tooor!« Doch im nächsten Moment realisierte ich, dass der Ball nicht drin war, sondern hinter dem Tor gegen eine durchsichtige Plastikwand geprallt und von dort ins Tornetz gesprungen war. Ich korrigierte mich sofort und entschuldigte mich bei den Zuschauern, die vor Freude aus dem Bett gesprungen waren – das Spiel lief wegen der Zeitverschiebung in Deutschland um 9 Uhr morgens.

Am nächsten Tag erschienen trotzdem diverse Zeitungsberichte über Ihren Fauxpas.

Heribert Faßbender: Das gehört zum Geschäft. Wer viel macht, macht auch Fehler. Das muss man aushalten oder noch nicht einmal ignorieren. Life is live – das ist der Reiz und das Risiko.



Zu einem anderen Thema: Wie nahm die Sportschau-Redaktion denn die Geburt von »Anpfiff« auf?

Heribert Faßbender: Als Mitglied der damaligen Sportrechtekommission von ARD und ZDF hatte ich diese Entwicklung kommen sehen und meine Kollegen in der Redaktion darauf vorbereiten können. Die Konkurrenz von »Anpfiff« hat uns nicht sonderlich wehgetan. Damals sendeten ARD und RTL parallel verschiedene Bundesligaspiele. Dabei hatte die Sportschau rund dreimal so viele Zuschauer. Da half es auch nicht, dass der RTL-Moderator ein Fassbender-Foto auf dem Moderationstisch stehen hatte.

Wie war es mit der Konkurrenz von »ran«? Die Sendung galt mit ihren Moderatoren in Jeansjacken als jünger und peppiger als die Sportschau.

Heribert Faßbender: Die Jeansjacken mögen vielleicht dem einen oder anderen Zeitungskollegen gefallen haben. Für die Zuschauer war entscheidend, dass Sat1 die Bundesliga hatte und die Sportschau nicht mehr. Moderatoren, die eine Showtreppe herunter schritten und sich im Dauerapplaus des Studiopublikums badeten, hatten mit Fußball allerdings wenig zu tun. Während die Sportschau-Redaktion aus Kostengründen über die dritte Kamera pro Spiel diskutieren musste, konnte Reinhold Beckmann bei Sat1 gleich mal acht Kameras pro Spiel einsetzen und den Fußball viel dynamischer darstellen. Wenn sie den Firlefanz weggelassen hätten, wäre es eine richtig gute Sendung gewesen

Stimmt es eigentlich, dass Sie Günter Netzer zur ARD geholt haben?

Heribert Faßbender: 1998 hatte der WDR die ARD-Federführung für die WM in Frankreich. Dort standen bis zu drei Spiele pro Tag auf dem Programm, die wir aus einem zentralen Studio in Paris präsentieren wollten. Also haben wir uns nach einem kompetenten Experten umgesehen, den wir Gerhard Delling zur Seite stellen konnten. Ich habe damals mit Uli Hoeneß telefoniert, der das bestimmt gut gemacht hätte. Aber Uli war als Manager des FC Bayer nicht für längere Zeit verfügbar und wir suchten eine Dauerlösung. Da kam der Anruf meines SWR-Kollegen Volker Kottkamp. Der hatte im Schweizer Fernsehen gesehen, dass Günter Netzer dort einen sehr guten Job als Experte machte. Aber die Schweiz war nicht für die WM qualifiziert. Dass ausgerechnet mein Tennisfreund Kotti uns auf Netzer bringen musste, war schon kurios.

Warum?

Heribert Faßbender: Günter war schon in den sechziger Jahren nach dem Bundesliga-Aufstieg der Borussia einer meiner Lieblings-Interviewpartner. Vor allen Dingen nachdem er auf meine Frage geantwortet hatte: »Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie mir diese Frage stellen.« Beim nächsten Mal die gleiche Dankbarkeit von Netzer. Doch dann hörte ich diese Formulierung auch in einem Interview von einem anderen Kollegen. Da habe ich ihm zugerufen: »Jünter, das ist eine echt gute Masche!« Das Duo Delling/Netzer war auf Anhieb ein großer Erfolg.

Sie werden seit langem Mr. Sportschau genannt. Hatten Sie eigentlich jemals Angebote von anderen Sendern?

Heribert Faßbender: (lacht) Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie mir diese Frage stellen. Im Ernst: 1982 wollte mich ZDF-Chefredakteur Reinhard Appel als Nachfolger von Hajo Friedrichs holen. Als Sat1 die Bundesliga-Rechte exklusiv bekam, gab es konkrete Gespräche mit dem Aufsichtsratvorsitzenden Günter Wille. Zurückblickend bin ich froh, beim WDR geblieben zu sein, den nach wie vor für den besten Sender halte. In insgesamt 44 Jahren hat der WDR mir viele interessante Chancen geboten, auch außerhalb des Sports. Unter anderem die Moderation des Mittagsmagazins, in den sechziger Jahren eines der ersten Hörfunkmagazine in Deutschland. Dann die Leitung des Düsseldorfer WDR-Studios. Aus beiden Stationen habe ich viel mitgenommen für meine 24-jährige Tätigkeit als WDR-Sportschau-Chef.

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