27.04.2008

Helmut Sandrock im Interview

»Es wird nicht nur Sieger geben«

Zur neuen Saison wird die eingleisige 3. Liga eingeführt. Das stellt die Vereine vor massive Planungsschwierigkeiten. Wir sprachen mit Helmut Sandrock, dem für die 3. Liga zuständigen DFB-Direktor, über seine Träume und Alpträume.

Interview: Tim Jürgens und Benjamin Apitius Bild: Imago
Herr Sandrock, die neue 3. Profiliga steht kurz vor ihrem Start. Welche Vereine sind derzeit Ihre Sorgenkinder hinsichtlich der 3. Liga?

Es kommt immer wieder vor, dass Vereine aus unterschiedlichen Gründen budgetäre Planungsansätze unterschreiten und sie damit finanzielle Probleme bekommen. Das kann der plötzliche Ausfall eines Hauptsponsors oder von Sponsoren sein oder gravierende Einschränkungen verursacht durch einen Stadionumbau, wie in den aktuellen Beispielen VFB Lübeck und Dynamo Dresden. In beiden Fällen wird intensiv daran gearbeitet, Lösungen für die Aufrechterhaltung des laufenden Spielbetriebs und darüber hinaus zu finden.



Was ist gut gelaufen in der Planungsphase, was weniger gut?


Im allgemeinen sind Planungsphasen eben nur die Theorie, wir werden in der Praxis sehen, ob wir an alles gedacht haben.

Wie sind Sie mit dem gegenwärtigen Stand der Entwicklung zufrieden?

Wir sind auf einem gutem Weg, haben die wichtigen Themenfelder wie Spielplan, Spielplangestaltung, TV-, Hörfunk- und Internet- Vermarktung, Markenbildung mit eigenem Logo sowie Publikationen auf dem Schirm und bauen eben eine Kommunikationsstrategie bis zum Start der Liga auf.

Ganz generell: Was sind die positiven, was die negativen Seiten der Einführung der 3. Liga für die Vereine?


Wir werden unsere Erfahrungen erst machen, wenn die Liga läuft, z.B. wie sich die Situation hinsichtlich der 2. Mannschaften der Lizenzvereine entwickelt.

Gibt es Vereine, die von vornherein nicht in der 3. Liga spielen wollen wegen erhöhter Auflagen und Kosten?

Nicht aus diesem Grund, einzig der VFB Lübeck hat bedingt durch seine sportliche Situation keine Zulassung beantragt.

War es eine richtige Entscheidung, mit der Saison 2008/09 zu starten, oder kommt der Startschuss zu früh?

Der Zeitpunkt ist unstrittig und entspricht dem konkreten Planungs- und Umsetzungsabsichten.

Wo hat der DFB in der Planungsphase Fehler gemacht oder Dinge verschlafen?

Die Praxis wird es zeigen, in der Regel wird es aber im Nachhinein stets Dinge geben, die man hätte anders machen können.

Wäre es nicht besser gewesen zu warten, bis der neue TV-Vertrag durch die DFL ausgehandelt ist? Auch was die TV-Vermarktung der 3. Liga anbetrifft?

Die Frage stellt sich nicht, die 3. Liga ist die neue, bundesweite und höchste Spielklasse des DFB und wir in den zukünftigen TV Verhandlungen entsprechend gewürdigt.

Wie müsste der TV-Vertrag für die Bundesliga im Idealfall aussehen, damit Sie die 3. Liga optimal vermarkten können?


Grundsätzlich ist der DFB von den den Leistungen der Liga abhängig, ohne Wenn und Aber, dazu zählt auch ein optimales wirtschaftliches Ergebnis eines neuen TV-Vertrages.

Was, wenn auch in Zukunft alles im TV so bleibt, wie es jetzt ist: Bundesliga im Pay-TV bei Premiere am Samstagnachmittag, Sportschau dann um 18.30 Uhr?

Über die konkreten Sendeformate entscheidet am Ende der Markt, nämlich die Anbieter auf Basis der Ausschreibung. Für die Inhalte und das Procedere ist die DFL verantwortlich, und wir werden sehen, ob und wie ein Mix aus Pay - und Free TV angeboten wird.

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