10.02.2008

Heiko Butscher im Interview

„Wir haben Bon Jovi gecovert“

Fußballer interessieren sich nur für die Noten im „kicker“. Heiko Butscher vom SC Freiburg jedoch kennt sich auch mit Musiknoten aus: Er spielt Schlagzeug wie ein Profi. Wir sprachen mit ihm über Rock, lange Haare und ... räusper... Bon Jovi.

Interview: Christoph Ries und David Weigend Bild: Imago
Heiko, es hat sich mittlerweile sogar bis zu uns herumgesprochen, dass Du Schlagzeug spielst.

Ich komme aus einem 600-Einwohner-Dorf, Dietmanns in Oberschwaben. Da gibt’s auch einen Musikverein. Mein Vater hat da schon Flügelhorn gespielt. Dann hieß es, der Sohnemann muss auch noch rein.



Hattest Du Prioritäten?

Man durfte sich das Instrument nicht auswählen, sondern man wurde zugeteilt – zu dem, was gerade gesucht wurde. Das war bei mir das Schlagzeug. Mit zehn fing ich an. Nebenher habe ich Fußball gespielt. Ganz normal, in den untersten Ligen. Das Erfolgreichere war aber die Musik. Ich habe sehr viel Unterricht genommen.

Stimmt es, dass Du bei „Jugend musiziert“ teilgenommen hast?


Ja, mit richtig gutem Abschluss. Das erste Mal solo, das zweite Mal in der Gruppe. Ich habe ein ganz normales Drumset gespielt, außerdem Xylophon, Vibraphon und noch mal was mit kombinierten Geräten. Schlagwerk besteht ja aus etwa 200 verschiedenen Musikinstrumenten. Von 16 bis 18 Jahren habe ich das mehr betrieben als Fußball. Mit 17 habe ich ein halbes Jahr lang gar kein Fußball gespielt, weil ich keine Lust drauf hatte.

Sehen eigentlich Schlagzeugnoten genauso aus wie Klaviernoten?

Im Grunde sind es ganz normale Noten, aber die Schläge sind auf einer Linie notiert. Dann sieht man den Rhythmus, und den spielt man zum Beispiel auf der kleinen Trommel.

Kannst Du vom Blatt spielen?

Damals ja. Inzwischen leider nicht mehr so gut.

Banderfahrung?


Ja. Ich habe in einer Coverband gespielt, „Black Wave“. Da war ich 16 und habe mich für Rock interessiert. Mein Cousin war am Bass, ein anderer Kollege hat Trompete und Gitarre gespielt, und wir hatten eine Sängerin, die nebenher Querflöte spielte. Wir haben dann ziemlich schnell „Runaway“ von Bon Jovi gecovert, außerdem Rockklassiker von Metallica, „Enter Sandman“ und „Seek and Destroy“. Richtig fetzig.

Wo seid Ihr aufgetreten?

Im Umkreis von zehn bis 15 Kilometern. Da kennt sowieso jeder jeden. Unser Material hat anfangs für eine Stunde gereicht, auf privaten Festen. Es sprach sich herum, die Auftritte wurden größer. Zum Schluss haben wir vor 1500 Leuten gespielt. Das war ein Sommerfest von irgendeinem Verein, Open Air. Normalerweise heizt da abends ein DJ ein. Aber das haben wir dann gemacht. War richtig klasse. Ich habe auch Soli gespielt. Da ging ein Lied los, die anderen stiegen für fünf Minuten von der Bühne, dann hab ich da irgendwie rumgehackt. Richtig abgerockt. Dann kamen die anderen wieder hoch, und wir haben weitergespielt.




Hattest Du lange Haare damals?


Nein, ich hatte kurze. Zwei von uns, die sahen so metallicamäßig aus.

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