Hansi Müller über sein Schauspieldebüt bei SOKO Stuttgart

»Eine Komödie mit Basler, das wär's«

Heute Abend setzt Hansi Müller mit seinem Auftritt bei SOKO Stuttgart die ruhmreiche Tradition ehemaliger Fußballer in Krimis fort. Wir sprachen mit ihm über die Dreharbeiten, Clint Eastwood und die Talente von Mario Basler. Hansi Müller über sein Schauspieldebüt bei SOKO Stuttgart

Hansi Müller, in der Krimireihe SOKO Stuttgart geben Sie heute Abend ihr Fernsehdebüt. Sie spielen sich selbst. Macht das den Schauspiel-Einstieg für einen Neuling leichter?

Hansi Müller: Tatsächlich ist es hilfreich, sich selbst zu spielen, wenn man so etwas zum ersten Mal macht. Ansonsten hat das auch etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun. Ich will mir selbst treu bleiben und niemandem etwas vorgaukeln, was ich nicht bin. Man muss immer aufpassen, dass man sich in seiner eigenen Haut wohl fühlt.  

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Was hat Sie überzeugt, die Rolle als Hansi Müller anzunehmen?

Hansi Müller: Zunächst waren noch ein paar andere Namen im Gespräch, zum Beispiel Cacau. Als aktiver Fußballer sollte man das aber nicht machen. Als ich gefragt wurde, habe ich mir das Drehbuch schicken lassen und dann entschieden mitzuspielen. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber einerseits geht es um Fußball, andererseits um einen Oldtimer, der mir gestohlen wird. Das ist eine Handlung, mit der ich mich identifizieren kann. Wichtig war auch, dass mein Text bescheiden gehalten wurde, ich also nicht ein ganzes Drehbuch auswendig lernen musste. Dazu kam, dass die Dreharbeiten bei mir vor der Haustür in Stuttgart-Bad Cannstatt stattgefunden haben.  

Haben Sie sich auf ihre Rolle vorbereitet, am Ende sogar Schauspielunterricht genommen?


Hansi Müller: Nein. Dafür war es zu einfach. Ich musste ja nur als Hansi Müller den Hansi Müller spielen.  

Was war das Besondere an den Dreharbeiten?


Hansi Müller: Ich habe ja nur drei Szenen. Eine Sequenz dauert in etwa eine Minute, die anderen beiden 20 bis 30 Sekunden. Und dafür wird ein riesiger Aufwand betrieben. Ich kannte das bereits von meiner Zeit als Reporter bei Sat1. Man ist drei Tage beim Römer Derby und am Sonntagabend kommt ein Bericht von zweieinhalb Minuten. Aber diese Dreharbeiten haben das noch getoppt. Eine Szene haben wir, glaube ich, 25 Mal gedreht.  

Was war ihre Aufgabe in dieser Szene?


Hansi Müller: Es ging um meinen gestohlenen Oldtimer, der mit einem neuen Lack wieder auftaucht. Mein Text war: »Was ist denn mit dem passiert? Der hat ja eine Lackierung. Sensationell!! Aber die Lackierung ist umsonst, oder?« Dann durfte ich noch VFB-Stutgart-Karten verschenken.  

Brauchte es die 25 Wiederholungen wegen Ihrer schauspielerischen Unzulänglichkeiten?


Hansi Müller: Nein, daran lag es nicht. Es musste aus verschiedenen Positionen gedreht werden, es gab aber nur eine Kamera. Aber natürlich, je öfter man eine Szene wiederholt, desto wohler fühlt man sich in der Situation und um so besser hat man den Text drauf – auch wenn der nicht so anspruchsvoll war.  

Gibt es schauspielerische Vorbilder? Der schöne George Clooney oder der autoaffine David Hasselhoff?


Hansi Müller: Wer mich schon immer sehr beeindruckt hat, ist Clint Eastwood. Früher stand er als Lieblingsschauspieler im Steckbrief auf meinen Autogrammkarten. Der hat ein unglaubliches Charisma.

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Sehen Sie Ähnlichkeiten zwischen den Schauspielern Müller und Eastwood?

Hansi Müller: Nee (lacht). Ich kann mich nicht mit ihm vergleichen. Ich bin glücklich darüber, dass ich einmal in Carmel gewesen bin. Das ist der Ort an der kalifornischen Küste, in dem er Bürgermeister war. Es war ein schönes Gefühl, mit diesem Wissen durch die Stadt zu schlendern. Aber ich habe ihn leider nicht getroffen.  

Es gibt eine Reihe schauspielernder Ex-Fußballer: Paul Breitner spielte einen Cowboy, Berti Vogts und Theo Zwanziger hatten Auftritte im Tatort. Haben Sie sich an ihnen orientiert?


Hansi Müller: Man kann da keine Vergleiche ziehen. Paul Breitners Film war Klamauk, hier ging es um eine ernste Geschichte, die mit Kriminalität zu tun hat.

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Im Tatort mit Berti Vogts ging es auch um Kriminalität, sein Auftritt war hingegen eher Klamauk. Hatten Sie keine Angst sich zu blamieren?

Hansi Müller: Wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass ich mich da nicht wohl fühle, hätte ich es nicht gemacht. Der Tatort ist natürlich auch ein anderes Kaliber. Sonntags 20.15 Uhr ist absolute Prime Time. Da gibt es viel mehr Zuschauer, als bei einer Vorabendserie am Donnerstag.  

Haben Sie sich ihr Schauspieldebüt denn schon in voller Länge gesehen?


Hansi Müller: Nein.  

Aber Sie sitzen heute Abend vor dem Fernseher?


Hansi Müller: Zur Ausstrahlungszeit habe ich leider eine Veranstaltung. Aber es gibt im Hause Müller glücklicherweise einen Festplattenrekorder. Meine Frau wird es für mich aufzeichnen und wenn ich nach Hause komme, werde ich es mir interessiert anschauen.

Erhoffen Sie sich nach der Ausstrahlung weitere Angebote?

Hansi Müller: Ich hoffe und wünsche mir, dass das der einzige Auftritt in dieser Richtung war. Es war eine nette Episode, aber dann sollte man sich auch wieder auf das richtige Leben konzentrieren. Das ist wie bei einer Fußballmannschaft: Jeder soll sich auf seine Stärken besinnen. Hätte ich früher wie Karl-Heinz Förster verteidigen sollen, hätte ich alt ausgesehen. Und wenn der Karl-Heinz versucht hätte, dem Dieter Hoeneß per Schlenzer eine Torvorlage zu geben, hätte er sich auch schwer getan.  

Sind Fußballer prädestiniert fürs Schauspielern?


Hansi Müller: Nein, aber es gibt besondere Typen. Mario Basler ist einfach der Hammer. Mit dem kann man rund um die Uhr nur Mist machen. Mit ihm könnte ich mir vorstellen, in einer Komödie mitzuspielen. Welcher Spieler hat sonst schon mal einem Zuschauer den Hut vom Kopf genommen und eine Ecke geschossen?

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