28.03.2010

Hansafans gegen Sanktionen

»So kann es nicht weitergehen«

Für das Spiel auf St. Pauli bekam Hansa Rostock statt der angedachten 1.400 lediglich 500 Tickets für den Gästebereich. Hansa verzichtet und schickt sieben Fans zum Protest. Hansa-Sprecher Karsten Lehmann im Interview.

Interview: Ron Ulrich Bild: Imago
Karsten Lehmann, wie kam es zu der Entscheidung, das verminderte Kartenkonmtingent abzulehnen und stattdessen gegen die Restriktionen zu protestieren?

Uns war es von vornherein wichtig, diese Entscheidung zusammen mit den Fans zu treffen. In den Gesprächen mit den Fanvertretern hat sich dann gezeigt, dass neunzig Prozent zugestimmt haben, das Gästekontingent nicht wahrzunehmen und stattdessen zu protestieren.



Das ist überraschend, weil Fans normalerweise zu jedem Spiel wollen – egal unter welchen Voraussetzungen.

Es zeigt doch, wie groß die Frustration ist. Hier wurden Fanrechte elementar beschnitten, da muss man ein Zeichen setzen. Der Meinung waren unsere Fans auch.

Nun reisen sieben Personen nach Hamburg, wie werden diese ausgesucht?

Die Fanbetreuung hat diese Leute ausgesucht, es sind unter anderem Vertreter des kommunalen Fanprojekts dabei. Diese sieben Personen werden sich aber auch nicht das Spiel anschauen, sondern lediglich die Transparente im Block aufhängen und dann das Stadion verlassen. Es soll ein stiller Protest bleiben.

Wurden die Transparentsprüche auch mit allen Fangruppierungen abgesprochen?

Ja, es sind Ideen aus der Fanszene. Die Sprüche wurden an den Verein geschickt, aus der Fülle an Einsendungen hat der Vorstand dann eine Auswahl getroffen.

Kann man denn verhindern, dass nicht doch mehr Rostocker nach Hamburg fahren?

Wir haben öffentlich dazu aufgerufen, dass dies unterbleibt und niemand sonst nach Hamburg fährt. Wir wollen ein friedliches Zeichen setzen. Gewalt drum herum wäre kontraproduktiv für unseren friedlichen Protest.

Haben die Proteste der Rostocker Fans nach dem Spiel gegen Ahlen die Entscheidung, dass nur sieben Personen nach Hamburg fahren, in irgendeiner Form beeinflusst?

Nein, das hatte damit überhaupt nichts zu tun. Diese Aktion, die Sie ansprechen, wurde auch in der Fanszene kontrovers diskutiert. Es gab da eine kritische Auseinandersetzung mit den Vorfällen, die aber abgeschlossen ist.

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