18.11.2011

Hansa Rostock gegen St. Pauli: Das gefährlichste Spiel des Jahres

»Nazis, die uns provozieren«

Wenn am Samstagmittag um 13 Uhr der F.C. Hansa Rostock den FC St. Pauli empfängt, ist das kein normales Zweitligaspiel. Wir sprachen mit den Fanbetreuern beider Vereine über das gefährlichste Spiel des Jahres.

Interview: Erik Peter Bild: Imago
Die Rivalität zwischen Hansa Rostock und dem FC St. Pauli gilt als eine der Explosivsten im deutschen Fußball. 16 Mal trafen beide Vereine bislang aufeinander, bei kaum einem Spiel stand anschließend der Sport im Mittelpunkt. Stattdessen gab es Schlagzeilen über versuchte Blockstürme, Straßenschlachten und eine politische Feindschaft zwischen rechts und links. In der Saison 2009/10 standen sich beide Klubs zum bislang letzten Mal gegenüber. Nach Krawallen beim Spiel in Rostock, sollten zum Rückspiel nur 500 Rostocker Gästefans mit personalisierten Karten anreisen dürfen. Der Verein verzichtete und protestierte mit Spruchbändern im leeren Gästeblock gegen diese Maßnahme. Die Ultras des FC St. Pauli schlossen sich an und sperrten zu Beginn des Spiels ihre Fantribüne. Am Samstag treffen beide Teams erneut im Rostocker Ostseestadion aufeinander, diesmal vor ausverkauftem Haus und mehr als 2.000 Gästefans aus Hamburg.



Die Geschichte der Rivalität reicht bis in das Jahr 1993 zurück. Etwa 400 Hooligans und Neonazis aus Rostock versuchten damals den Gästeblock der als politisch links bekannten St. Paulianer zu stürmen. Auch in den Folgejahren und teilweise bis heute fühlten sich auf beiden Seiten stets Personengruppen von dem Spiel angezogen, denen es vor allem um eine politische Rivalität ging. In der Rostocker Fanszene hat sich in den vergangenen Jahren der Konsens durchgesetzt, politische Inhalte, gleich welcher Couleur, aus dem Stadion zu verbannen. Doch die Feindschaft zum FC St. Pauli ist geblieben und auch in Hamburg wird die Rivalität mit Rostock von vielen Fans weiterhin gepflegt. Die Polizei steht am morgigen Samstag erneut vor einem Hochsicherheitsspiel, das sie mit einem drastischen Sicherheitsaufgebot und einer breiten Palette an Einschränkungen und Verboten für die Fans kontrollieren will.

Auch den Verantwortlichen beider Vereine ist viel daran gelegen, dass das Spiel friedlich bleibt. Wir sprachen mit den beiden Fanbetreuern Stefan Schatz vom FC St. Pauli und Joachim »Schuppe« Fischer vom F.C. Hansa, wie sie und ihre Vereine zur Deeskalation in ihren Fanszenen beitragen wollen.

Auf den nächsten Seiten: Interviews mit den Fanbetreuern Stefan Schatz (FC St. Pauli) und Joachim Fischer (F.C. Hansa Rostock).
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