25.03.2012

Hans Stiller über »Sportfreunde Stiller«, Musik und Fußball

»Peter war bei mir nur Reserve«

Die »Sportfreunde Stiller« sind eine der erfolgreichsten Bands in Deutschland und dazu noch totale Fußballnarren. Benannt haben sie sich nach ihrem ehemaligen Trainer Hans Stiller. Wir sprachen mit ihm über die Sportfreunde, ihre Musik und fußballerischen Fähigkeiten.

Interview: Christoph Drescher Bild: Imago

Hans Stiller, Sie sind der Namensgeber der Band »Sportfreunde Stiller«, waren früher Fußballtrainer der Musiker. Verraten Sie uns: Sind die »Sportfreunde« bessere Musiker oder Fußballer?
Hans Stiller: Zumindest erfolgreichere Musiker. Aber Talent hatten sie schon alle auf ihre Art. Der Beste war Ex-Gitarrist Andi Ehrhard. Der hätte höherklassig spielen können.

Und die anderen?
Hans Stiller: Schlagzeuger Florian Weber haben wir aus der fußballerischen Versenkung geholt. Der war mehr so der Brechertyp und eine feste Größe. Sänger Peter Brugger war ein begnadeter Techniker, aber etwas schwach auf der Brust und fristete deshalb ein Reservistendasein.

Macht Sie das eigentlich stolz, Namenspatron dieser inzwischen äußerst prominenten Band zu sein?
Hans Stiller: Natürlich, vor allem wenn man die ganze Entwicklung sieht. Auch die Fans der »Sportfreunde« sind unglaublich, die sprechen mich teilweise an und wissen, dass ich der Jugend bei Bayern München und mit Jogi Löw in der Jugendnationalmannschaft gespielt habe. Das genieße ich natürlich.

Zum Profi hat es bei Ihnen nicht gereicht?
Hans Stiller Leider nicht, kurz vor meinem Debüt habe ich mich schwer verletzt. Das war es dann.

Wie war das damals? Haben die »Sportfreunde« Sie eigentlich gefragt, ob sie sich nach Ihnen benennen dürfen?
Hans Stiller: Ja, sie haben mich gefragt. Es gab wohl auch andere Vorschläge, aber bei mir waren sie der Meinung, das ich verrückt genug wäre, dies mitzumachen und damit auch der passende Namensgeber bin. Tja, sie hatten recht. Ich hab mir ja in dem Moment keine wirklichen Gedanken gemacht und sagte ganz einfach: »Ja, ja, passt scho’!«

Haben Sie mit solch einer Entwicklung der Band gerechnet?
Hans Stiller: (lacht) Um ehrlich zu sein: nein. Die Jungs wohl selber auch nicht! Es ist wirklich verrückt, dass sie inzwischen so bekannt sind.

Ist das überhaupt Ihre Musik?
Hans Stiller: Also der Anfangsstil war nicht zu 100 Prozent mein Geschmack, das war mir etwas zu laut. Aber inzwischen schon und seitdem die Jungs verliebt sind, spielen sie ja auch etwas ruhigere Musik.


Sind Sie denn regelmäßiger Konzertbesucher? 
Hans Stiller: Auf jeden Fall. Wenn die Drei in der Nähe spielen, in München oder in Österreich, dann fahren wir mit der Familie hin. Meine neunjährige Tochter ist schon richtig textsicher. Wir scheuen uns auch nicht, im »Sportfreunde Stiller« T-Shirt rumzulaufen.

Sie sind also richtige Fans.
Hans Stiller: Ich habe die Anfänge mitgemacht, mit Konzerten vor 50 Leuten, war aber auch in der ausverkauften Olympiahalle in München dabei. Ja, man kann schon sagen, dass ich ein Fan der ersten Stunde bin.

Sieht man sich dann auch dort?
Hans Stiller: Nach den Konzerten sieht man sich, auch wenn es weniger wird. Das ist völlig normal, weil die Jungs da auf den After-Show-Partys so viel um die Ohren haben. Vergangenes Jahr haben wir uns vor einem Konzert getroffen und waren beim Soundcheck dabei. Es ist wirklich super, dass die Jungs trotz des Erfolges bodenständig geblieben sind und noch mit alten Freunden und Bekannten Kontakt haben.

Sie haben die Musiker damals in der Bezirksliga beim SV Germering trainiert. Sind Sie selbst noch im Fußball aktiv?
Hans Stiller Ein bisschen spiele ich noch, aber nur im Seniorenbereich. Trainer bin ich nicht mehr, da war der Generationenkonflikt zu groß. Die jungen Leute wollen ja nur noch Fun und sind nicht so zäh.

Die »Sportfreunde« waren disziplinierter?
Hans Stiller: Ja, sie haben ihr Hobby sehr ernst genommen. Sowohl den Fußball als auch die Musik. Die Jungs sind bei mir durch eine harte Schule gegangen. Wahrscheinlich haben sie sich deshalb nach mir benannt.

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