10.12.2009

Hans-Peter Briegel kehrt auf den Betzenberg zurück

»Es gibt nur den FCK«

Sechs Jahre lang klagte der 1. FC Kaiserslautern gegen das Vereins-Idol Hans-Peter Briegel. Am Freitag kehrt er zurück auf den Betzenberg. Wir sprachen mit »der Walz von der Pfalz« über das Prozessende und die Chance für die Liebe.

Interview: Johannes Ehrmann Bild: Imago

Herr Briegel, am kommenden Freitag werden Sie zum ersten Mal seit Jahren einem Spiel des 1. FC Kaiserslautern beiwohnen. Wann waren Sie eigentlich zuletzt im Fritz-Walter-Stadion?

Da muss ich überlegen... Dass ich bei einem Spiel des FCK war, ist schon eine Weile her. Das dürften ungefähr sechs Jahre sein. Welches Spiel das genau war, weiß ich nicht mehr. Es war aber in der Bundesliga.

Warum gingen Sie so lange nicht zu den Spielen Ihres Vereins?

Es fing damals ja diese unsägliche Sache mit dem Zivilprozess gegen mich an.



Worum ging es?

Der Verein forderte in Verbindung mit der Stadiongesellschaft 544.000 Euro für den Transfer von Ciriaco Sforza. Diese Klage hat der FCK jetzt nach langem Hin und Her zurückgenommen.

Was warf man Ihnen vor?

Dass es in Verbindung mit dem Sforza-Transfer zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei. Es sollen angeblich Nettolohnzahlungen vereinbart worden sein. Ich war von Anfang an überzeugt, dass wir den Prozess gewinnen. Jetzt wurde ich bestätigt.

Warum hat sich der Rechtsstreit so lange hingezogen?

Zivilprozesse dauern immer so lange. Darüber sterben viele Leute (lacht).

Es hieß, der damalige Klubchef René C. Jäggi sei verärgert gewesen, weil Sie im Alleingang Karlheinz Feldkamp als Trainer installieren wollten. Stimmt das?

Nein, die Sache war von Anfang an klar. Kalli Feldkamp sollte als Sportdirektor verpflichtet werden. Die Sache kam vor den Aufsichtsrat und hatte zunächst eine Mehrheit. Einen Tag später war dann einer umgefallen. Es ging wohl bei dem Prozess nicht nur um das Geld, sondern auch darum, mich aus dem Verein zu drängen.

Im Dezember 2003 gaben Sie wegen der Anschuldigungen gegen Sie zusammen mit Ihrem Aufsichtsratsposten auch den Goldenen Ehrenring des FCK ab. Aktuell sind Sie also kein Vereinsmitglied?

Mit einer Vereinsmitgliedschaft hat das nichts zu tun. Man kann den Ring bekommen, ohne je Mitglied gewesen zu sein. Ich habe ihn damals für die EM 1980 bekommen und noch einmal für die WM 1982. De facto hatte ich aber nur einen Ring, den ich dann zurückgegeben habe.

Rechnen Sie damit, dass Ihnen der Ring am Freitag erneut überreicht wird?

Es gab schon Gespräche. Aber wir müssen jetzt erst einmal sacken lassen, was in den letzten sieben Jahren passiert ist. Wenn sieben Jahre prozessiert wird, kann man das nicht in vier Wochen vergessen.

Stehen Sie in Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden Stefan Kuntz?

Wir haben ein paar Mal telefoniert, zufällig heute gerade wieder. Nicht nur privat, es ging auch um andere Dinge.

Vor dem Spiel gegen Koblenz stellt ein langjähriger Sponsor des Vereins die FCK-Elf der letzten drei Jahrzehnte vor. Wissen Sie schon, ob Sie dazu gehören?


Ich habe von Karlsberg eine Einladung bekommen, von daher gehe ich davon aus, dass ich dazu gehöre. Deswegen gehe ich ja hin!

Was bedeutet Ihnen der FCK?

In Deutschland habe ich nur für zwei Vereine gespielt: Den SV Rodenbach, zwei Kilometer vor der Stadtgrenze, und den 1. FC Kaiserslautern, zu dessen Spielen ich gegangen bin, seit ich sieben, acht Jahre alt war. Ich bin in Kaiserslautern geboren, und für mich wird es in Deutschland immer nur einen Profiverein geben.

Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden