13.02.2009

Hans »Hanne« Weiner über Hertha-Bayern

»Das wird ein Knaller«

Hans »Hanne« Weiner feierte sowohl mit Hertha als auch mit den Bayern große Erfolge. Heute betreibt er die Berliner Sportkneipe »Hanne am Zoo«. Wir sprachen mit ihm über das Duell seiner Ex-Klubs.

Interview: Marco Weber Bild: Imago
Hans »Hanne« Weiner über Hertha-Bayern
Herr Weiner, am Wochenende kommt es wieder zum Duell der beiden Hoeneß-Brüder, Hertha gegen Bayern, dieses Mal ein Spiel auf Augenhöhe. Wem trauen Sie mehr zu?

Es riecht normalerweise nach einem Unentschieden, aber wenn die Bayern einen guten Tag erwischen, sind sie der Favorit. Ich tippe und hoffe auf ein spannendes 2:2.

Erwartet uns ein großes Spiel?

Das Stadion wird wie immer gegen die Bayern ausverkauft sein, da rechne ich schon damit, dass es ein Knaller wird. Hertha spielt ja zu meiner Überraschung richtig gut im Augenblick.



Wo werden sie das Spiel verfolgen, in Ihrer Kneipe oder im Stadion?

Ich bin noch am Überlegen, wie haben zwei Tickets bekommen für die Familie. Wer am Ende geht, das wird wohl gewürfelt.

Können Sie sich noch an ein besonderes Aufeinandertreffen erinnern?


Mit Hertha haben wir mal beide Spiele in München gewonnen, gegen 1860 und die Bayern, das war damals eine tolle Sache. Und hier in Berlin haben wir die Bayern 1977 im Pokal geschlagen.

Sie haben bei beiden Mannschaften erfolgreich gespielt. An welche Zeit denken sie besonders gerne zurück?

Das ist schwierig, Berlin ist meine Heimat, und ich lebe hier seit 35 Jahren, aber vom Sportlichen und Finanziellen war die Zeit bei den Bayern natürlich optimal. Damals begann gerade eine neue Ära in München, mit Uli als Manager. Sein Bruder und ich waren ja die Ersten, die bei ihm unterschrieben haben. Wir sind zweimal Meister geworden, Pokalsieger und ins Europapokalfinale der Landesmeister eingezogen, was wir leider verloren haben.

Trauern Sie dem verlorenen Finale noch nach?

Nein, ich bin glücklich, an so einem Finale teilgenommen zu haben. Mein Trikot von damals habe ich auch nicht getauscht, das hängt heute noch bei mir an der Wand.

Wie nah sind Sie aktuell dran am Geschehen bei Hertha?

Ich verfolge das Geschehen noch sehr intensiv, ich lebe ja in Berlin. Seit ich nicht mehr im Präsidium bin, bin ich nicht mehr bei so vielen Spielen dabei. Nach Hoffenheim fahre ich aber, in München war ich die letzten Male und voriges Jahr in Rostock. Da bleibe ich dann auch immer zwei, drei Tage, um die alten Freunde zu besuchen.

Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit von Trainer Favre?

Die Mannschaft ist topfit, da habe ich den Favre etwas unterschätzt, ich kannte ihn allerdings auch nicht. Er scheint hier sein Ding durchzuziehen, er akzeptiert keinen Widerspruch, hat ein System und weicht keinen Millimeter davon ab, das ist schon erstaunlich.

Was sagen Sie zum Theater um Torjäger Pantelic?

Der Trainer scheint ihn nicht leiden zu können, andererseits ist so ein positiver Chaot für die Mannschaft extrem wichtig, wenn man sieht wie viele Tore er in den letzten Spielzeiten geschossen hat. Normalerweise darf man so einen nicht abgeben.

Der Hauptstadtclub spielt dieses Jahr ganz oben mit und doch plagen ihn die alten Probleme: zu großes Stadion, schlechte Stimmung, zu wenig Identifikation der Berliner mit dem Verein. Was muss sich da ändern?

Dortmund und Schalke, die sind natürlich immer ausverkauft, hier dagegen ist es nur voll, wenn Bayern München kommt. Man sitzt einfach zu weit weg vom Spiel, da kommt Stimmung erst bei 50 000 Zuschauern auf, trotzdem ist das Olympiastadion ein absolut sehenswertes, einmaliges Stadion. Ich verstehe die Berliner auch nicht so ganz, dass hier so wenig Karten verkauft werden. Ich habe mir da auch schon viele Gedanken drüber gemacht, aber es ist schwierig, vielleicht würde es was ändern, wenn wir endlich mal einen Titel gewinnen könnten.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren alten Vereinen?

Ja klar, die Verbindungen zu Bayern sind noch genauso gut wie die zu Hertha BSC, von denen mich auch noch viele besuchen, Erich Beer und Wolfgang Sidka z. B. waren neulich erst hier. Die Tickets für Samstag habe ich von der Geschäftsstelle des FC Bayern bekommen. Als ich im Dezember meine Krankheit bekannt gegeben habe (Anm. d. Red.; Hans Weiner leidet an Parkinson) hat Karl-Heinz Rummenigge gleich bei mir angerufen, eine tolle Geste.

Kann sich Hertha bis zum Ende der Saison an der Tabellenspitze halten?

Wir wetten ja immer unter den alten Arbeitskollegen, ich habe vor der Saison auf Platz 6 getippt, und mit dem wäre ich auch zufrieden. Aber wenn man so liest, Stuttgart und Kaiserslautern damals, wie die durchmarschiert sind, da wäre es an der Zeit, eine Meisterschaft nach Berlin zu holen, aber ich kann mir das nicht so richtig vorstellen. Das wäre ein Traum für Berlin.

Wer wird Meister?

Die Bayern.

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