21.01.2011

Hannovers »Mad Dog« über Führung und Fernsehen

Emanuel Pogatetz: »Ich bin ein Leader!«

Hannovers Erfolg ist eng mit Emanuel Pogatetz verbunden. Seit er das Trikot der Roten trägt, läuft es. Ist 96 jetzt ein ernst zunehmender Verfolger des BVB? Ein Gespräch über Titel-Chancen, Schwalben und Tatort.

Interview: 11Freunde Bild: Imago
Emanuel Pogatetz, seit diesem Sommer spielen Sie bei Hannover 96 und plötzlich läuft es bei den Roten. Brauchte die Mannschaft Sie als Wachmacher?
 
Emanuel Pogatetz: Nein, die Mannschaft war intakt.
 
Hat Sie das überrascht?
 
Emanuel Pogatetz: Warum? Ich habe es erwartet. Mit dem Klassenerhalt der letzten Saison kann es doch nur eine gute Grundstimmung geben.



Man könnte die letzte Saison auch anders interpretieren. Das Team hätte durch den Fast-Abstieg und den Tod von Robert Enke verunsichert sein können. Hatten Sie keine Bedenken?
 
Emanuel Pogatetz: Natürlich habe ich mitbekommen, was damals passiert ist. Ich bin aber davon ausgegangen, dass diese Situation die Mannschaft nicht mehr belastet. Mein Eindruck im Sommer und die bisher gezeigten Leistungen bestätigen das.
 
Sind Sie der Führungsspieler, als der Sie dargestellt werden?
 
Emanuel Pogatetz: Wenn ich mich charakterisieren müsste, würde ich sagen: Ich bin ein Leader. Allerdings gebe ich hier in Hannover nicht den Ton an. Es gibt andere Spieler, wie Sergio Pinto oder Christian Schulz, die mehr Bundesligaerfahrung und dementsprechend auch ein anderes Standing in der Mannschaft haben.
 
Hannover ist Zweiter, wird aber nicht als ernster Verfolger von Borussia Dortmund gehandelt.
 
Emanuel Pogatetz: Auf jeden Fall. Man muss mal bedenken, mit welchen Erwartungen wir in die Saison gestartet sind: Wir wollten lediglich den Abstieg vermeiden. Es ist toll, dass wir soweit oben stehen. Unser Ziel sind aber die 40 Punkte und nicht Dortmund unter Druck zu setzen oder um die Meisterschaft mitspielen.
 
Das ist sehr bescheiden.
 
Emanuel Pogatetz: Alles andere wäre vermessen. Wenn wir unser Ziel schnell erreichen, müssen wir uns neue Ziele setzen. Die internationalen Plätze anzugreifen, wäre der nächste Schritt.
 
Sie haben fünf Jahre in England beim FC Middlesbrough gespielt. Mussten Sie Ihr Spiel in Deutschland umstellen?
 
Emanuel Pogatetz: Vor allem bei Kopfballduellen musste ich mich erst an das schnelle Pfeifen der deutschen Schiedsrichter gewöhnen. Ich war es gewohnt, mich mit voller Wucht in den Ball zu werfen.
 
Diese Einstellung hatte Folgen. Eine Knieverletzung hat Sie 2008 daran gehindert zum AS Rom zu wechseln.
 
Emanuel Pogatetz: Das stimmt, ohne die Verletzung wäre ich vielleicht in Italien.

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