19.12.2009

Hannover-Trainer Bergmann über Robert Enke

»Die Trauer war enorm wichtig«

Für Hannover 96 und Trainer Andreas Bergmann geht heute Nachmittag eine Hinrunde zu Ende, die kein Fan der »Roten« jemals vergessen wird. Der Coach über den Selbstmord von Torwart Robert Enke und die Trauer danach.

Interview: Christoph Zimmer Bild: Imago
Hannover-Trainer Bergmann über Robert Enke
Die beiden Leistungsträger Jan Rosenthal und Christian Schulz haben in den letzten Tagen bis 2011 unterschrieben. Ihr Vertrag läuft nach der Saison aus. Wann verlängern sie?

Es gibt einen Zeitplan: der geht bis zum Ende der Saison. Denn dann läuft mein Vertrag aus. Natürlich wird man sich irgendwann Gedanken machen müssen, wie es weiter geht. Aber das beschäftigt mich im Moment überhaupt nicht.

Hat es  denn schon erste Gespräche mit Sportdirektor Jörg Schmadtke gegeben?

Wir sind dauernd im Dialog. Beide Seiten wissen, was sie voneinander haben, wie wir arbeiten. Dementsprechend ist die mögliche Vertragsverlängerung auch kein Thema für mich, das mich andauernd berührt oder belastet. Es geht in erster Linie darum, die Entwicklung der Mannschaft fortzusetzen.  

Ihre eigene offene Zukunft scheint sie nicht zu beunruhigen. Kann sie aber auf der anderen Seite zum Problem bei der Planung für die kommende Saison werden?

Nein, an diese Sache muss man ganz professionell gehen. Da arbeite ich mit Jörg Schmadtke sehr eng zusammen. Wir sprechen viel über Dinge, die perspektivisch sind. So muss es in diesem Geschäft laufen.  

Sie haben, als sie die Mannschaft von Dieter Hecking im August übernommen haben, von einem »schwermütigen Fußball« in Hannover gesprochen. Können sie das erklären?

Es war eine unglaublich schwierige Situation, in die Dieter Hecking mit dieser Mannschaft geraten ist. Auch von außen wurde alles immer negativer betrachtet. Da kommt dann eine gewisse Schwere rein.  

Wie sind sie dem begegnet?

In den ersten Tagen war es wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Leistung wieder Spaß macht. Da habe ich mir keine großartigen Gedanken gemacht, welche Mechanismen ich ändern muss. Ein genaues Rezept gab es da nicht. Ich habe so gearbeitet, wie ich als Trainer bin. Es ist wichtig, als Trainer authentisch zu sein.  

Können sie den authentischen Trainer Andreas Bergmann beschreiben?

Dazu gehört bei mir ein intensives Training, eine hohe Einsatzbereitschaft. Ein großer Faktor dabei ist aber auch einfach die Lust und Freude an diesem Sport zu vermitteln. Ich bin ein relativ kommunikativer Trainer, spreche viel mit den Spielern und gebe Verantwortung auf dem Platz weiter. Wenn dann aber ein, zwei Ergebnisse nicht stimmen, kriegt man gleich den Kumpeltrainer um die Ohren gehauen und es wird irgendwas von Autorität gefaselt. Aber das irritiert mich nicht. Ich gehe meinen Weg und werde mich davon nicht abbringen lassen.  

Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden