19.12.2009

Hannover-Trainer Bergmann über Robert Enke

»Die Trauer war enorm wichtig«

Für Hannover 96 und Trainer Andreas Bergmann geht heute Nachmittag eine Hinrunde zu Ende, die kein Fan der »Roten« jemals vergessen wird. Der Coach über den Selbstmord von Torwart Robert Enke und die Trauer danach.

Interview: Christoph Zimmer Bild: Imago
Hannover-Trainer Bergmann über Robert Enke
Andreas Bergmann, heute geht mit dem Spiel gegen den VfL Bochum eine aufregende Hinrunde zu Ende. Freuen sie sich auf ihre erste Winterpause als Bundesligatrainer?

Erst einmal wollen wir natürlich positiv in die Winterpause gehen, das letzte Spiel des Jahres unbedingt gewinnen und einen vernünftigen Abschluss haben. Es ist viel auf uns eingestürzt, viele Dinge mussten verarbeitet werden. Es wird uns allen gut tun, etwas durchatmen zu können.  



Ende Dezember geht die Vorbereitung wieder los. Wie wichtig sind selbst diese wenigen freien Tage, um die Ereignisse der letzten Wochen hinter sich zu lassen?

Es wird in dieser Zeit darauf ankommen, eine gesunde Distanz zu finden und dann wieder mit einer gewissen körperlichen, aber auch geistigen Frische in die Rückrunde zu starten.  

Bei einer Niederlage gegen Bochum kann diese Zeit aufregender sein, als ihnen lieb ist.

Das stimmt. Diese dauernden Momentaufnahmen gibt es aber bei allen Mannschaften in der hinteren Hälfte bis Platz zehn. Für mich als Trainer ist es wichtig, dass wir auch vor dem Hintergrund der schwierigen Situationen, die wir hatten, geschlossen gearbeitet und auch eine gute Entwicklung genommen haben. Wenn man einmal von dem kuriosen Spiel in Mönchengladbach absieht. (lacht)  

Wenn sie bis zum Rückrundenauftakt gegen Berlin möglicherweise nur einen Punkt vor dem Relegationsplatz liegen, beunruhigt sie das also nicht?

Mir geht es eher darum, die Entwicklung, die die Mannschaft genommen hat, fortzusetzen und nicht jeden Tag Wasserstandsmeldungen abzugeben.  
Die Langzeitverletzten Jan Schlaudraff, Mike Hanke und Leon Andreasen werden die Vorbereitung auf die Rückrunde komplett mitmachen können.

Das ist ganz wichtig. Durch die Rückkehr dieser Spieler haben wir wieder mehr Möglichkeiten. Gerade in meinen ersten Spielen in der Bundesliga hatten wir unglaubliche Verletzungsprobleme. Das hat es schwieriger gemacht, im taktischen und spielerischen Bereich zu steuern und zu reagieren.  

Wohl auch deshalb hat manchmal die Konstanz gefehlt.

Richtig. In erster Linie kommt mit diesen erfahrenen und guten Spielern eine hohe Qualität in die Mannschaft zurück. Da bin ich zuversichtlich, dass wir einen guten Weg gehen werden und auch stabiler spielen.  

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