Hamit Altintop im Interview

»Wir haben keine Angst«

Mit drei Wundern katapultierte sich die Türkei ins EM-Halbfinale. Gegen Deutschland muss eine profundere Leistung her. Wir besprachen mit Hamit Altintop, wie das gelingen kann – und über seinen direkten Gegner Lukas Podolski. Hamit Altintop im InterviewImago

Hamit Altintop, die türkische Nationalmannschaft trifft am Mittwoch im EM-Halbfinale auf ihr Geburtsland Deutschland. Ist die Türkei gegen den WM-Dritten chancenlos?

Die Chancen stehen 50:50. Spielerisch sind wir vielleicht einen Tick besser als die Deutschen, dafür stehen die sehr gut in der Defensive. Klar ist Deutschland in dem Spiel Favorit, aber wenn wir als Kollektiv so weiterspielen, brauchen wir auch vor den Deutschen keine Angst zu haben.

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Die EM 2004 in Portugal gewann Griechenland als krasser Außenseiter. Wird die Türkei das Griechenland der EM 2008?


Vom Ergebnis wäre es natürlich wunderschön, wenn wir das zweite Griechenland werden und den Pokal holen. Aber ich finde, dass wir besser Fußballspielen als die Griechen. Deren Fußball ist nicht so schön anzusehen.

Welchen Anteil hat Trainer Fatih Terim an den bisherigen Erfolgen? Für den Betrachter wirkt der »Imperator« aus der Ferne immer äußerst kurios...

Unser Trainer ist schon sehr außergewöhnlich, des Öfteren auch mal ziemlich schwierig. Aber er spricht Klartext mit uns und trifft zumeist den richtigen Ton. Er weiß, worauf es ankommt, auch wenn er wegen einiger Entscheidungen ordentlich Kritik einstecken musste.

Gewöhnungsbedürftig waren für Sie gewiss auch die Positionen, auf denen die Sie bislang bei der EM spielten. Beim FC Bayern spielen Sie im rechten Mittelfeld, für die Türkei mussten Sie auf der rechten Außenverteidiger-Position und im Viertelfinale im zentralen Mittelfeld ran? Wo spielen Sie gegen Deutschland?

Darüber habe ich mit dem Trainer noch nicht gesprochen. Aber viele Variationsmöglichkeiten haben wir aufgrund unserer Verletzten und Sperren ja nicht mehr. Entscheidend ist das ohnehin nicht, weil heutzutage alle Spieler offensiv und defensiv arbeiten müssen und ich ein Teamspieler bin. Ein Philipp Lahm ist Verteidiger und sehr oft vorne unterwegs. Lukas Podolski ist eigentlich Stürmer, grätscht aber auch mal in der Defensive.

Träumen Sie schon manchmal vom Finale?

Wenn man bei einem so wichtigen Turnier so weit kommt, dann will man natürlich auch ins Endspiel. Für uns ist das Spiel gegen Deutschland eine Riesenchance. Wir glauben fest an den Einzug in das Finale.


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