Greifs Trainer im Interview

»Den HSV ein bisschen ärgern«

Jedes Jahr schlägt in der ersten Pokalrunde die Stunde der Underdogs. Man hat keine Chance, aber die will man nutzen. Am Sonntag trifft der HSV auf den Oberligisten TSV Greif. Wir sprachen mit Trainer Lothar Hamann. Greifs Trainer im InterviewPromo

Lothar Hamann, wie groß ist Ihre Vorfreude auf das Wochenende?

Sehr groß. Der Andrang der Medien ist zwar im Moment wirklich enorm, wir genießen die ganze Sache aber einfach. Wir freuen uns darüber, dass wir am Sonntag gegen eine so gut besetzte Mannschaft auflaufen dürfen. Beim HSV spielen ja wirkliche Weltstars.

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Mit welchen Erwartungen gehen Sie an die Partie?

Wir wollen uns schon anständig verkaufen. Grundsätzlich kann man zwar träumen, aber wir sind eigentlich keine Träumer. Realistisch betrachtet wäre es schon eine tolle Leistung, wenn wir den HSV ein bisschen ärgern könnten und mit einem guten Ergebnis vom Platz gehen.

Angst vor einem Debakel haben Sie nicht?

Sicher, auch das kann passieren, aber auf so etwas hoffen wir natürlich nicht. Das würde uns nicht gerade gut zu Gesicht stehen. Das Spiel jetzt am Sonntag ist ein Fußballfest, aber am Montag beginnt dann wieder der Oberliga-Alltag.

Haben Sie sich für die Vorbereitung etwas besonderes einfallen lassen?

Nein, habe ich nicht, das war auch nicht notwendig. Die Mannschaft hat über die gesamte Vorbereitung sehr konzentriert gearbeitet. Und in diesem Spiel möchte natürlich jeder Spieler gerne dabei sein. Wir dürfen jetzt auch nicht nur auf dieses HSV-Spiel hinarbeiten, sondern der Schwerpunkt muss auf dem Oberliga-Alltag liegen. Jetzt spielen wir vor 8000 Zuschauern und danach vielleicht vor 800 – dann müssen wir auch wieder zurückfinden.

Sie sprechen die Oberliga an. Waren Sie mit dem Auftakt Ihrer Mannschaft zufrieden?

Wir haben in der Vorbereitung daran gearbeitet, fußballerisch besser zu werden. Im Spiel gegen den BFC ist uns das schon ganz gut gelungen, aber noch nicht durchgängig. Die Konstanz fehlt einfach noch am Anfang der Saison. Sonntag müssen wir nur mutig sein und uns was zutrauen! Wenn wir im Ballbesitz sind, dürfen wir nicht vor Ehrfurcht erstarren.

Wo sehen Sie Chancen gegen den HSV?

Na ja, Chancen haben wir nur dann, wenn der HSV einen ganz schlechten Tag hat und uns total unterschätzt. Das wird er aber auf keinen Fall machen, wir sind am Sonntag bereits beobachtet worden. Die nehmen das Spiel schon ernst. Wenn wir über uns hinauswachsen, haben wir vielleicht eine Mini-Chance.

Motivieren müssen Sie Ihre Spieler aber vermutlich nicht, oder?

Motivieren nicht, aber die Gefahr ist, dass man überdreht und dann nicht zu seiner Leistung findet.

Ist in Ihrem Team schon ein Kampf um das Trikot von Ruud van Nistelrooy entbrannt?

Das weiß ich nicht, das sollen die Jungs mal alleine unter sich ausmachen. Ich hoffe, dass wir nach dem Spiel mit erhobenem Kopf vom Platz gehen können und den Beifall der Fans einheimsen können. Wenn es die Jungs dann auch noch schaffen das Trikot von irgendeinem klasse Spieler zu bekommen, dann sollen sie das machen.

Stellen Sie sich vor, Ihre Mannschaft gewinnt tatsächlich gegen den großen HSV. Gerät Torgelow dann außer Rand und Band?

Ach, geplant ist nichts, wir sind ja Realisten. Wenn das passieren sollte, werden wir spontan eine Feier auf die Beine stellen und noch viel mehr feiern, als normalerweise. Aber in erster Linie wollen wir den Sonntag einfach genießen und diese einmalige Chance mitnehmen: ein Pflichtspiel gegen van Nistelrooy, Zé Roberto und Co.

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