Als Sie mit 16 Jahren zu Borussia Mönchengladbach wechselten, spielte Gladbach noch in der zweiten Liga. Hingen damals Gladbach-Poster an ihrer Wand oder doch eher welche vom FC Barcelona? Mit 16 hing da wohl eher eine Frau. Aber in den Jahren davor, im Internat in Dresden, hatte ich die Bravo-Sport-Poster von Zidane und Ronaldo überm Bett.
Gegenwärtig soll der FC Sevilla Sie intensiv beobachten. Haben Sie davon etwas mitbekommen?Dass hin und wieder Anfragen kommen, gehört zum Fußball dazu und ist normal. Gerade bei den Spielen der U21-Nationalmannschaft sitzen viele Scouts auf der Tribüne. Aber Gladbach ist meine zweite Heimat geworden und ich verschwende im Moment nicht einen Gedanken an einen anderen Klub.
Könnten Sie sich vorstellen, Ihre gesamte Karriere für Borussia Mönchengladbach zu spielen?Das kann ich mir sogar sehr gut vorstellen! Allerdings gibt es für niemanden einen Freifahrtschein. Am Ende kommt es auf meine Leistung an.
Sie haben sich letzte Woche mit der U21-Nationalmannschaft im Playoff-Rückspiel gegen die Schweiz souverän durch ein 3:1 für die EM 2013 qualifiziert. Vielleicht können Sie für die Kollegen aus der A-Nationalmannschaft mal aus eigener Erfahrung berichten, wie man eine 3:0-Pausenführung über die Zeit bringt.Die ganze Kritik an der Nationalelf halte ich für Quatsch. Bis zum ersten Gegentreffer haben sie super Spiel gemacht, aber wenn man erstmal in einer Kette von Zufällen aus drei Halbchancen drei Tore kassiert hat, ist im Fußball alles möglich, deswegen lieben wir ihn ja so. Dass nach 13 gewonnenen Qualifikationsspielen in Folge überhaupt irgendetwas in Frage gestellt wird, ist doch Wahnsinn.
Sie haben mal bemängelt, dass Sie in der U21-Nationalmannschaft für die langen Fahrten keinen Skat- oder Doppelkopfpartner hätten. Haben Sie inzwischen einen gefunden?Nein, leider immer noch nicht. Das ist heutzutage wohl nicht mehr so gefragt.
Haben Sie eine Erklärung dafür?Die Kollegen spielen lieber irgend etwas kurzweiliges auf dem iPad. Bevor ich denen das beigebracht habe, sind die Fahrten meistens vorbei.
Sie besitzen kein iPad?Doch, aber auf dem spiele ich dann eben Online-Doppelkopf.