Ihre Mannschaft kann in dieser Saison nicht an die Stärken der vergangenen Saison anknüpfen. Lucien Favre spricht von einer »Aufbausaison«.Wir können mit unserer Punkteausbeute bis hierhin zufrieden sein. Wir haben schon lang und breit drüber gesprochen, dass wir im vergangenen Jahr drei starke Spieler verloren haben. Wir haben jetzt viele junge Spieler im Kader, und wir versuchen, in dieser Saison Grundlagen zu legen und eine gute Rolle in der Liga zu spielen.
Für so einen Umbruch mit jungen Spielern ist Favre der richtige Trainer?Lucien Favre ist ein sehr umgänglicher Typ. Man muss nur seine Vorgaben umsetzen. Wenn man das macht, läuft es auch ganz gut. Als er Borussia damals übernommen hatte, mussten wir uns natürlich erst umstellen, jeder Trainer ist anders. Aber wir haben angenommen, was er von uns wollte und schnell wusste jeder, was er zu tun hat. Das hat bis heute ganz gut hingehauen.
Was ist es, dass Favre von Ihnen will?Jeder Spieler in unserer Mannschaft kann sich verbessern und hat Dinge, an denen er arbeiten muss. Gerade für die jungen Spieler nimmt sich Favre Zeit, um ihnen Sachen zu erklären, die sie noch verbessern müssen.
Sie sind auch jung. Was erzählt der Coach Ihnen, wenn er sich Zeit für Sie nimmt?Ich weiß, was ich besser machen kann und woran es noch bei mir hapert. Favre zeigt mir Übungen, die mir dabei helfen, besser zu werden. Wir wissen beide, dass ich kein großer Kopfballspieler mehr werde, also kann ich das etwas vernachlässigen. Aber bei der Ballannahme und -mitnahme muss ich mich steigern. Seitdem Lucien Favre in Mönchengladbach ist, habe ich beispielsweise meinen linken Fuß stark verbessert. Aber es ist trotzdem noch Luft nach oben. Der Coach gibt uns Feedback und beobachtet die Entwicklung von jedem einzelnen.
Inter Mailand und die Tottenham Hotspurs sind ebenfalls an Ihren Entwicklungen interessiert und auch Ihr Zimmerkollege Marc-André ter Stegen wird umworben. Ist das ein Thema im Hotel?Wir reden da nicht drüber. Wir sind beide froh, dass wir bei Borussia Mönchengladbach die Möglichkeit haben, Bundesliga zu spielen und sind froh über jeden Einsatz. Natürlich ist es eine Ehre, wenn sich ausländische Klubs nach einem erkundigen, aber damit beschäftige ich mich überhaupt nicht.
Vielleicht auch, weil die Bundesliga immer größere Strahlkraft bekommt?Ja, genau. Die Bundesliga ist in den vergangenen Jahren immer stärker geworden und vielleicht sogar die beste Liga in Europa. Dass sich Pep Guardiola für Bayern entschieden hat, ist doch ein deutliches Zeichen. Ich habe nichts anderes im Kopf, als bei Borussia zu spielen und fühle mich sehr wohl hier.
Wie sehr beschäftigen Sie sich mit der deutschen Nationalmannschaft?Wir haben Anfang Juni ein großes Turnier mit der U21-Nationalmannschaft. Das kann natürlich auch immer ein Sprungbrett für die A-Mannschaft ein. Ich werde versuchen, bei der Europameisterschaft in Israel auf mich aufmerksam zu machen. Aber wenn man sich die Leistungsdichte in der Nationalelf anguckt, wird es ganz schwierig, ein A-Länderspiel zu machen. Das ist natürlich auch ein großer Traum von mir.
Ist Ihr Nachteil vielleicht, dass Sie doch Nationalspieler Marco Reus zu sehr ähneln?Vielleicht ist es tatsächlich so, dass wir uns von der Spielanlage zu ähnlich sind. Außerdem haben wir in der Offensive im DFB-Team eine ganz besondere Qualität. Thomas Müller, Toni Kroos, Mario Götze und André Schürrle – das sind alles junge, sehr gute Spieler. Ich habe auf jeden Fall noch keinerlei Kontakt zum Bundestrainer.
Löw fehlt die Alternativen zu Stoßstürmer Mario Gomez und Miroslav Klose…Dafür bin ich aber nicht der Richtige (lacht).
Klose könnte Ihnen in der Europa League Mitte Februar ein paar Tricks verraten…Auf die Spiele gegen Lazio Rom freue ich mich auch richtig. Ich habe mir ganz früher immer die Spiele von Miro Klose auf dem Betzenberg angeguckt. Er war der Held von Kaiserslautern und ist immer noch ein überragender Spieler.