15.04.2011

Gladbachs Dante über den Abstiegskampf

»Der Erfolg machte uns blind«

Borussia Mönchengladbach ist noch immer Tabellenletzter. Aber fünf Spieltage vor Saisonende beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz nur noch zwei Punkte. Wir sprachen mit Gladbachs Hoffnungsträger Dante.

Interview: 11Freunde Bild: Imago
Dante, zur Winterpause haben Sie versprochen dass sich eine Glatze schneiden lassen, wenn Borussia Mönchengladbach die Klasse hält. Haben sich schon einen anständigen Rasierer gekauft?

Dante: (lacht) Nein! Aber gut, dass Sie mich daran erinnern. 

War das denn ernst gemeint? Schließlich ist Ihr Afro die bekannteste Frisur der Bundesliga.

Dante: Selbstverständlich! Ich bin ein Mann der zu seinem Wort steht. Aber an die Glatze werde ich mich erst noch gewöhnen müssen. Das letzte Mal, dass ich mir den Schädel blank rasiert habe, war 2002. Und seitdem war ich nicht mehr beim Frisör.

   

Ungefähr so lange ist auch her, seit sich Borussia Mönchengladbach keine Sorgen um den Abstieg machen musste: Am zweiten Spieltag schlugen sie Bayer Leverkusen mit 6:3 und waren Sechster. Heute ist Bayer auf Tabellenplatz zwei und die Borussia Tabellenletzter. Haben Sie eine Erklärung dafür, warum die Mannschaft ausgerechnet nach diesem furiosen Saisonauftakt so einbrechen konnte?

Dante: Dieser Sieg gegen Leverkusen war tatsächlich der Knackpunkt der Saison. Der Erfolg hat uns damals blind gemacht. Wir hatten zwar sechs Tore erzielt, aber auch drei Stück kassiert. Gegentore entstehen immer aus Fehlern, aber statt unsere Fehler zu analysieren, haben wir damals nur unsere Tore bejubelt. Wir waren einfach nicht selbstkritisch genug. Das hat uns letztendlich in den Abstiegsstrudel gezogen. 

Hat Ihr damaliger Trainer Michael Frontzeck die wahre Stärke seiner Mannschaft also falsch eingeschätzt?

Dante: Nein. Vor Michael Frontzeck habe ich großen Respekt. Ich finde es immer noch schade das er gehen musste. Leider war der Verein in einer Situation, in der er sich gezwungen sah, zu handeln. Für Michael Frontzeck tut es mir leid.

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Seit dem 14. Februar 2011 ist Lucien Favre Trainer in Mönchengladbach. Was macht er besser als Michael Frontzeck?

Dante: Bei Lucien Favre merkt man schnell, was für ein guter Trainer er ist. Wir hatten einige taktische Probleme in der Mannschaft, er hat an den richtigen Schrauben gedreht und der Mannschaft gleichzeitig Selbstvertrauen eingeflößt. Wir sind zwar noch immer auf dem letzten Tabellenplatz, aber aktuell sind es nur noch zwei Punkte bis zum VfL Wolfsburg auf dem Relegationsplatz. Das macht Hoffnung.

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Trotzdem ist Borussia Mönchengladbach weiterhin Abstiegskandidat Nummer eins. Wann haben Sie das letzte Mal an die zweite Bundesliga gedacht?


Dante: Bei unserem schlechten Saisonverlauf ist es doch logisch, dass man manchmal Zweifel hat, ob der Abstieg wirklich noch zu verhindern ist. Aber der Vorteil unserer Mannschaft ist: Wir haben uns – trotz der Tabellensituation – noch nie als Absteiger gesehen, dafür sind wir vielleicht einfach zu selbstbewusst. Soll doch der Rest der Liga denken, dass wir am Ende der Saison den Gang in die zweite Bundesliga antreten müssen, wir werden ihn das Gegenteil beweisen.


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