Giampaolo Mazza im Interview

„Niederlagen sind normal“

San Marino widerlegt die These, es gebe im internationalen Fußball keine Kleinen mehr, auf das Eindrücklichste. Zu Hause ging die Auswahl mit 0:13 gegen Deutschland unter. Vor dem Rückspiel sprachen wir mit Nationaltrainer Giampaolo Mazza. Imago

Signore Mazza, im vergangenen September haben Sie mit San Marino 0:13 gegen Deutschland verloren. Befürchten Sie eine ähnlich hohe Niederlage heute in Nürnberg?

Natürlich stehen wir vor einem schwierigen Spiel, doch wir werden mit Fairness das Resultat akzeptieren. Wir werden versuchen, unsere Leistungen gegenüber September zu bessern. Die Zahl der Tore, die wir damals einstecken mussten, war wirklich zu hoch.

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Wie haben Sie sich vorbereitet?

Die Meisterschaft ist bei uns vor einer Woche zu Ende gegangen. Die Saison ist abgeschlossen, doch wir haben in Hinblick auf das Spiel gegen Deutschland das Training fortgesetzt.

Wie sah die Vorbereitung aus?

Wir haben täglich mit dem Bewusstsein trainiert, dass der Niveauunterschied mit Deutschland riesig ist. Für Deutschland wird das Spiel gegen unsere Nationale ein gutes Training in Hinblick auf das Match gegen die Slowakei sein. Für uns wird das Match gegen Deutschland eine schöne Erfahrung sein.

Hoffen Sie nicht, dass Sie Deutschland vielleicht ein bisschen ärgern können?

Wenn wir in der Vergangenheit gegen schwächere Mannschaften gespielt haben, konnten wir besser abschneiden, wie im Match gegen Irland. Wir haben zwar 1:2 verloren, hätten aber ein Remis schaffen können. Leider ist Deutschland eine sehr starke Nationalmannschaft, das müssen wir einsehen.

Wenn sie die Wahl hätten: Welchen deutschen Spieler hätten Sie am liebsten in Ihrer Mannschaft?

Am liebsten hätte ich Miroslav Klose, der spektakuläre Tore schießt. Ich mag auch Philipp Lahm sehr, der bei der WM sehr Gutes geleistet hat.

In 77 Länderspielen hat San Marino erst einmal gewonnen (April 2004, 1:0 im Freundschaftsspiel gegen Liechtenstein). Ist ist es für Sie als Trainer und Ihre Mannschaft nicht auf Dauer frustrierend, immer nur zu verlieren?

Es ist Teil unserer Geschichte, dass wir zum Verlieren verurteilt sind. Für uns sind Niederlagen normal. In einem Staat von 30.000 Einwohnern kann man natürlich nicht mit Spielern wie in einem 80-Millionen-Land wie Deutschland rechnen. Trotzdem sind wir in den letzten 20 Jahren stark gewachsen, was Fußball-Leistungen betrifft.

Wie nehmen die Einwohner von San Marino die anhaltenden Niederlagen auf?

Die Nationalmannschaft wird mit großem Interesse verfolgt. Wir spüren die starke Unterstützung der Einwohner San Marinos.

Was könnten Sie denn tun, um künftig vielleicht doch einmal das ein oder andere Spiel zu gewinnen?

Wir lernen von unserer Erfahrung im Ausland, die für uns von unermesslicher Bedeutung ist. Wir wissen, dass wir mit Nationalmannschaften spielen müssen, die weit über unserem Niveau sind. Wir akzeptieren dies. Diese Situation spornt uns aber auch zur Besserung an.

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