25.10.2010

Gerald Asamoah über seinen Start bei St. Pauli und Kabinemusik

»Ebbers geht gar nicht«

Gerald Asamoah hat spätestens durch sein Tor gegen Nürnberg auch das Millerntor im Sturm erobert. Wir sprachen mit ihm über Beliebtheit, den Knall von Felix Magath, Musik in der Mannschaftskabine und Luftgitarren.

Interview: Benjamin Kuhlhoff Bild: Imago
Gerald Asamoah, musste Ihre Frau Sie am Sonntag einmal kräftig zwicken?

Nein, wieso sollte sie so etwas tun? 

Immerhin war das Spiel gegen Nürnberg Ihr erstes in St. Paulis-Startelf und sofort gelingt Ihnen ein Tor und eine Vorlage. So einen Einstand kann man sich doch nicht einmal erträumen?

Man wünscht sich immer einen guten Einstand. Ich habe mich natürlich sehr gefreut, bei meinem ersten Spiel gleich so zum Sieg beigetragen zu haben. Am wichtigsten war aber, dass wir als Mannschaft gut gespielt haben. Wer die Tore macht, ist mir wirklich egal.




Momentan stehen die Braun-Weißen auf Rang sechs. Was ist drin in dieser Saison?

Unser Ziel war und ist immer noch, so schnell wie möglich die nötigen Punkte zum Klassenerhalt zu sammeln. Bis jetzt machen wir das ganz gut. Wenn wir das geschafft haben, können wir vielleicht noch anfangen von etwas anderem zu träumen.

Zuletzt  bezeichneten Sie ihren Mitspieler Matthias Lehman zaghaft als »weltklasse«. Einen Spieler von diesem Format wünscht sich jeder Klub.

Ja klar, Matthias spielt eine super Saison bis jetzt. Er arbeitet sehr viel für die Mannschaft und räumt sehr gut ab, das ist wichtig für uns. Er ist in unserem Spiel zudem der Taktgeber.

Wovon lebt Ihre Mannschaft derzeit?

Von allem ein bisschen. Wir haben sowohl starke Einzelkönner, wir sind aber auch ein sehr starkes Kollektiv, wo jeder alles für den anderen investiert. In einigen Spielen, beispielsweise gegen Hoffenheim und den HSV, hatten wir Pech und mussten unglücklich späte Gegentreffer hinnehmen. Es gab aber sicher auch Tage, an denen wir Glück hatten.

Beim FC St. Pauli geht es im Training öfters etwas lockerer zu. Mussten Sie eigentlich auch schon ins Brösel-Leibchen schlüpfen?

Das war zu Saisonbeginn im Trainingslager. Ich musste es auch nur ein einziges Mal tragen, weil wir recht zügig wieder das nächste »Bröselschießen« hatten und ich mich vom Leibchen wieder befreien konnte. Seitdem musste ich es nicht wieder überstreifen.

Was hat es mit diesem Trainingsgag auf sich?

Das »Bröseln« gibt es beim FC St. Pauli schon sehr lange. Ich weiß allerdings nicht, wer das hier eingeführt hat. Es ist eine lustige Abwechslung im Trainingsalltag. Die Verlierer, also die »Brösel«, müssen bis zum nächsten »Bröselschießen« nach jedem Training alles einsammeln. Häufig bekommen die „Brösel“ den einen oder anderen Spruch zu hören, das sorgt immer für Stimmung.

Wofür wurden Sie bestraft?

Da hatte sich Stani ein relativ einfaches Spiel ausgedacht. Per Dropkick sollten wir den Ball aus einer gewissen Entfernung direkt im Tor unterbringen. Irgendwie habe ich es an dem Tag nicht geschafft…

Sie kamen vom FC Schalke. Dort weht spätestens seit dem Amtsantritt von Felix Magath ein rauerer Wind. Da muss ihnen doch das Training bei St. Pauli doch anfangs vorgekommen sein wie Urlaub.

Am Anfang habe ich das gedacht, aber da habe ich mich getäuscht. Stani hat dann noch richtig Gas gegeben. Das war nicht einfach für mich. Beide Trainer haben ihr eigenes Programm – was Stani gemacht hat, war nicht ohne.

Hand aufs Herz: Stani oder Magath. Wer hat den größeren Knall – natürlich aus rein fußballerischer Sicht?

In gewisser Hinsicht haben beide einen Knall. Stani gibt ab und zu Sachen von sich, die Du gar nicht erwartest. Bei Magath ist es so, dass man auch nie weiß, was als nächstes kommt. Es ist aber schwer beide miteinander zu vergleichen.

Schon vor ihrem Wechsel zum FC St. Pauli hatten Sie bereits die Herzen am Millerntor erobert. Erinnern Sie sich noch an das Freundschaftsspiel zwischen St. Pauli und Schalke am 20.01.2010?

Na klar, das war unvergesslich.  



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