Fußballer mit nur 1,41 m Größe

»Ich wurde Krüppel genannt«

Lucas Santos ist die »Wunderwaffe« des SV Sinsheim in der Kreisklasse. Dabei ist der Chilene nur 1,41 Meter groß. Wie er das schafft, verrät er im Interview.

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Lucas Santos, kennen Sie das deutsche Sprichwort: »In der Kürze liegt die Würze«?

Das habe ich schon ein paar Mal gehört, aber noch nie so richtig verstanden.

Das ist eine Redewendung und beschreibt ganz gut Ihre Spielweise. Von daher könnte es also passen?

Ja, das stimmt. Aufgrund dessen, dass ich nicht so groß bin wie andere, gibt es auch einige Spitznamen für mich. Ich bin daran gewöhnt.

Gibt es Spitznamen, die Ihnen nicht gefallen?

Wenn manche der »Kleinwüchsige« zu mir sagen, mag ich das nicht. Denn ich bin eh klein und wenn jemand das zu mir sagt, fühle ich mich ausgegrenzt. Dann sind mir Spitznamen lieber, die nichts mit meiner Größe zu tun haben.

Auf dem Fußballplatz herrscht nicht selten ein rauer Umgangston. Mussten Sie sich schon verletzende Sprüche anhören?

Einmal hat mich ein Gegenspieler »Krüppel« genannt. Während dem Spiel hat mich das nicht interessiert, aber danach habe ich nachgefragt, was das überhaupt heißt. Die Aktion ging auf jeden Fall überhaupt nicht und hat auf dem Fußballplatz nichts verloren.

War das Thema für Sie damit abgehakt?

Ja, denn ich wollte deswegen keinen Stress anfangen und falls ich dann etwas Falsches gemacht hätte, hätte ich keine Lust gehabt, deswegen gesperrt zu werden. Ich bin keiner, der den Ärger sucht.

15 Tore haben Sie in den letzten dreieinhalb Jahren geschossen. Was können Sie denn besser als Ihre großen Kollegen?

Mein Trainer sagt immer zu mir, dass ich ein sehr guter Techniker und seine Wunderwaffe bin. Ich versuche immer alles für die Mannschaft zu geben. Das ist für mich das Wichtigste, denn wenn es auf dem Sportplatz läuft, dann läuft es auch außerhalb.

Mittlerweile sind Sie im Sinsheimer Fußballkreis bekannt als offensiver Kicker, der abgezockt vor dem Tor und bei seinen Gegenspielern gefürchtet ist. Waren die Gegner früher vielleicht etwas vorsichtiger in den Zweikämpfen aus Angst Sie zu verletzen, als dass sie es heute sind?

Im ersten Jahr war es tatsächlich so, dass die Gegner mich unterschätzt haben. Die dachten immer: »Der ist so klein und kann bestimmt nichts«. Aber ich habe die Gegner immer zu einer anderen Meinung gebracht, wenn ich gut gespielt habe. Im zweiten Jahr sind sie schon härter zur Sache gegangen, weil sie gewusst haben, wie ich auf dem Platz reagiere und mich bewege. Das macht mir aber nichts aus, denn beim Fußball muss man kämpfen.

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