Fürths Stürmer Azemi über seinen Autounfall und die Folgen

»Ich musste das Atmen wieder üben«

Einhalbjahre musste Fürths Stürmer Ilir Azemi nach einem Autounfall pausieren. Am vergangenen Wochenende feierte er sein Comeback in Liga 2 – schon im Februar sprachen wir mit ihm.

Imago

Am 7. August 2014, nachts gegen 4.30 Uhr, prallte Ilir Azemi mit seinem schwarzen Audi an der Stadtgrenze zwischen Nürnberg und Fürth auf einer Kreuzung mit einem Transporter zusammen. Der andere Fahrer war nur leicht verletzt und setzte den Notruf ab. 40 Minuten vergingen, ehe die Feuerwehr den eingeklemmten Profi mit Spezialwerkzeug aus seinem Auto befreite. Der Angreifer von Zweitligist SpVgg Greuther Fürth erlitt unter anderem mehrere Rippenbrüche und Brüche im Becken-und Hüftbereich. Azemi bangte um seine Karriere, stand aber im Januar bei einem Testspiel der Reserve erstmals wieder auf dem Rasen. Wir sprachen mit Azemi und Sportdirektor Martin Meichelbeck, der sich nach dem Unfall stets um den Torjäger kümmerte.


Ilir Azemi, wie geht es Ihnen heute?
Natürlich deutlich besser als in den ersten Wochen und Monaten nach dem Unfall. Ich habe kaum noch Einschränkungen oder Schmerzen. Nur ein bisschen, wenn ich den Fuß hebe. Aber auch da mache ich Fortschritte und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das erledigt hat. Ich kann jedenfalls wieder mit der Mannschaft trainieren und in Freundschaftsspielen mitspielen.

Blicken wir zurück in die schreckliche Nacht. Wie kam es zu dem Unfall?
Ich war auf einem Familientreffen bei meiner Schwester in Nürnberg. Mein Schwager und ein paar Cousinen, die ich nicht so oft sehe, waren auch da. Eigentlich wollte ich dort übernachten, habe es mir aber anders überlegt. So ist das Schicksal. Ich fuhr in der Frühe noch nach Hause. Ich wohne in der Nähe der Stadtgrenze, normalerweise dauert die Fahrt ungefähr 15 Minuten. Bis nach Hause hätte ich noch zwei Minuten gebraucht. Dann ist der Unfall passiert.

Woran erinnern Sie sich noch?
Ganz ehrlich? Ich versuche die Gedanken an den Unfall zu verdrängen. Aber natürlich holt mich die Erinnerung immer wieder ein. Im Fürther Klinikum war ich an einige Geräte angeschlossen, ich habe mich so hilflos gefühlt. Nur meine Mutter, meine Schwester und ein Arzt waren da. Der Arzt meinte, ich könne froh sein, dass ich noch lebe. Ich konnte meine Körperteile gar nicht bewegen - bis auf die Hände. So konnte ich wenigstens selbstständig essen. Aber bei einem Beckenbruch kann man den Oberkörper nicht aufrichten, die Beine nicht bewegen. Alles tat weh. Das war unerträglich. Ich habe keine Ahnung, wie ich das ohne Schmerzmittel ausgehalten hätte. Selbst das Atmen fiel mir wegen der Lungenquetschung schwer. Das wurde erst nach zwei, drei Wochen besser.

Es gingen Gerüchte um, dass Sie nicht auf einem Familientreffen, sondern in einer Diskothek auf einer Party gewesen wären.
Das kam in den Medien auf, ist aber falsch.

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