28.01.2008

Friedhelm Funkel im Interview

„...dann gehe ich zum VfR Neuss“

Es gibt Meistertrainer, es gibt Feuerwehrmänner – und es gibt Friedhelm Funkel. Seit nunmehr fünf Jahren hält er Eintracht Frankfurt ohne viel Tamm Tamm im Mittelfeld der Tabelle. Macht Durchschnittlichkeit Spaß, Herr Funkel?

Interview: 11Freunde Bild: Imago
Herr Funkel, Ihr Vertragsgespräch mit Heribert Bruchhagen hat angeblich weniger als 30 Sekunden gedauert. Wer von Ihnen beiden hatte es denn so eilig?

Das war in unserem Trainingslager in Portugal, und wir hatten beide unsere Ruhe. keiner hatte es eilig. Es gab einfach nichts weiter zu bereden. Wir wissen, was wir an einander haben. Da muss man nicht stundenlang diskutieren und feilschen.



Dennoch wurde Ihr Vertrag nur um ein weiteres Jahr verlängert. Warum?


Ich brauche keine Langzeitverträge, die in der Regel sowieso nicht eingehalten werden. Ich werde 2008/09 in meine fünfte Saison mit Frankfurt gehen, und wir werden es im nächsten Jahr exakt wieder so machen, dass wir uns irgendwann zusammensetzen, Bilanz ziehen und gemeinsam überlegen, ob wir weiter zusammenarbeiten möchten.

Hatten Sie auch andere Arbeitsplätze in der Bundesliga in Erwägung gezogen?

Ich habe mir gar keine Gedanken über einen Arbeitsplatzwechsel gemacht, sondern mich ausschließlich mit der Vorbereitung der Mannschaft auf die Rückrunde beschäftigt. Wenn es mit der Eintracht keine Einigung gegeben hätte, dann hätte ich mir Gedanken über andere Anfragen gemacht.

Vor Ihnen gab es, laut Bruchhagen, 14 Entlassungen in zwölf Jahren. Hätten Sie gedacht, dass Sie so lange bei der Eintracht bleiben würden?

Nein. Das denkt in diesem Geschäft kaum ein Trainer. Im Fußball lassen sich keine derartigen Vorhersagen treffen. Wir haben eine stets ansteigende Entwicklung genommen in den vergangenen Jahren, seit ich mit meinem Assistenten Armin Reutershahn hier angefangen habe. Das kann man zwar planen oder vorhaben, aber ob man es auch umsetzen kann steht auf einem anderen Blatt. Sicherlich hat es mir die Vereinsführung um Heribert Bruchhagen einfacher gemacht, denn unser Vorstand kennt die Bundesliga und deren Gesetzmäßigkeiten.

Was war damals Ihre Motivation, auf solch einem Trainer-Schleudersitz Platz zu nehmen?

Da brauchte ich mich nicht großartig zu motivieren, denn Eintracht Frankfurt war gerade erneut in die Zweite Liga abgestiegen. Dieser Klub hatte trotzdem nichts von seiner Faszination eingebüßt, und es hat mich gereizt, hier zu versuchen, etwas aufzubauen.

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