Freiburgs Trainer über seinen Vorgänger

Robin Dutt: »Volker und ich schweigen«

Wenn am Samstag der 1. FC Köln den SC Freiburg empfängt, wird das auch ein Wiedersehen zwischen FC-Sportdirektor und SC-Trainer Robin Dutt. Wir sprachen mit Freiburgs Übungsleiter über seinen legendären Vorgänger Finke. Freiburgs Trainer über seinen Vorgänger
Heft#111 02/2011
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Robin Dutt, Werder Bremen hat nach der Ära Otto Rehhagel sehr viele Trainer ausprobieren müssen, warum hat es bei Ihnen nach Volker Finke relativ reibungslos geklappt?

Das liegt vor allem an den Mitarbeitern, die bereits vorher da waren. Fast alle im Funktionsteam waren schon außergewöhnlich lange im Verein. Sie hatten es maßgeblich in der Hand, ob der Übergang reibungslos läuft.

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War das anfangs nicht eine schwierige Situation?

Eigentlich nicht, aber wenn ein Trainer wie Volker Finke so lange im Verein arbeitet, entstehen emotionale Bindungen und bei einer Trennung auch Enttäuschungen. Die einen sagen: »Gott sei Dank, ich brauch mal einen neuen Chef.« Und die anderen sagen: »Um Gottes willen, das darf doch nicht wahr sein.« Der Prozess dauerte deshalb schon einige Monate.

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Sie sind nun schon im vierten Jahr beim SC Freiburg, warum ist Volker Finke immer noch ein sensibles Thema?

Das gilt nur für die Medien. Wenn ich mit Fans oder Sponsoren spreche, sagen die meisten: »Wir fanden es vorher gut, wie er es gemacht hat, und finden es jetzt gut, wie Sie das machen.« Wenn sie mich dann fragen, was ich im Vergleich zu Volker Finke anders mache, erkläre ich es ihnen, und sie sagen: »Ach, das ist ja interessant.« Aber in der Presse kann ich darüber nicht reden.

Warum nicht?

Wenn man heute sagt, dass man etwas anders macht, wird das so dargestellt, dass der andere etwas falsch gemacht habe. Es heißt dann: »Dutt kritisiert Finke!« Jetzt ist er Sportdirektor in Köln, und es wird nur darauf gelauert, dass der eine über den anderen etwas sagt. Also werden wir beide schweigen, und das ist schade. Schließlich wäre es ein superspannendes Gespräch, wenn wir darüber diskutieren könnten, wo es im jeweiligen Arbeiten einen gleichen Nenner gibt und wo unterschiedliche Ansätze. Wir könnten als Trainer sowieso viel mehr spannende Informationen nach draußen geben, wenn daraus nicht immer Konflikte konstruiert würden. Fußball verliert viel dadurch, dass die Leute, die am meisten davon verstehen, sich ständig auf die Zunge beißen müssen.

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