Franz X. Wack über perfekte Schiris

»Zwei vor dem Komma«

Kürzlich untersuchten Studenten der Fachhochschule Gelsenkirchen in einer breit angelegten Studie sämtliche Bundesligaschiedsrichter. Das ernüchternde Ergebnis: Note Drei. Franz Xaver Wack, seit 2007 Schiedsrichter a.D., äußert sich. Franz X. Wack über perfekte SchirisImago
Heft #87 02/2009
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Franz Xaver Wack, Studenten einer Fachhochschule haben sich auf die Suche nach dem perfekten Schiedsrichter gemacht. Gibt es den?

So lange Menschen mit Menschen arbeiten, wird es den perfekten Schiedsrichter in der Realität genauso wenig geben wie den perfekten Spieler oder den perfekten Trainer.

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Die groß angelegte Studie brachte als Ergebnis die Note Drei (befriedigend) für die aktuellen Bundesligareferees. Ist das Ihrer Meinung nach eine korrekte Beurteilung?

Bei groß angelegten Studien bin ich immer sehr skeptisch, bei pauschalen Noten ebenso. Fakt ist, dass die deutschen Spitzenschiris unter den Fachleuten weltweit zu den besten Ihrer Zunft gehören. Somit, wenn Sie das schon in Benotungen ausdrücken wollen, muss zumindest die Zwei vor dem Komma stehen.

Was macht für Sie einen guten Schiri aus?


Das ist für mich ein Schiedsrichter, welcher sich über Jahre in der Topliga bewährt hat und Persönlichkeit, Berechenbarkeit in der Regelanwendung, sowie körperliche Fitness und einfach nur teamfähiges Menschsein ins Lot gebracht. Das sind die Grundlagen für einen guten Schiedsrichter und nach denen werden sie bewertet.

Als entscheidender Fehler wird in der Studie die fehlende Transparenz bei der Leistungsbeurteilung der Schiris ausgewiesen. Was kann und sollte der DFB ändern?


Für diese Frage bin ich der falsche Ansprechpartner, nur eines ist klar: das Rad muss nicht neu erfunden werden, es haben sich nur das Material, der Straßenbelag und der Antrieb massiv verändert.

Seit mittlerweile zwei Jahren werden Sie von den Zuschauern und Spielern auf den Plätzen der Bundesliga vermisst. Warum haben sie ihre Schiedsrichterkarriere beendet obwohl sie von der Altersregelung her noch hätten pfeifen können?

Wegen einer schwerwiegenden Knieverletzung, einem Knorpelschaden, habe ich mich 2007 entschlossen, diesen wunderschönen Abschnitt der aktiven Laufbahn zu beenden.

Nach ihrer Verabschiedung erklärte Schiri-Chef Volker Roth: »Selbstverständlich wird Franz Xaver Wack bei uns in irgendeiner Form integriert.«  Sind Sie heute wie viele ehemalige Referees als Beobachter tätig?


Nein, ich arbeite in meiner geliebten Zahnarztpraxis Bogenhausen in München.

Werden wir sie trotzdem irgendwann wieder in der Bundesliga sehen?

Ich gehe derzeit öfter privat mit meiner Familie ins Stadion und habe noch sehr viele gepflegte Kontakte, so dass ich auf dem aktuellen Stand gehalten werde. Einmal Schiri, immer Schiri!

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