Frankfurts Caio über Schnee und Yeboah

»Skibbe macht mir Spaß«

Caio war einst der teuerste Neuzugang in der Geschichte von Eintracht Frankfurt, mittlerweile ist er der Mittelfeldregisseur nur noch Einwechselspieler unter Trainer Michael Skibbe. Hier erzählt er, warum es trotzdem Spaß macht. Frankfurts Caio über Schnee und Yeboah

Senhor Caio, wie gefällt Ihnen der viele Schnee?

Sehr gut. Für mich ist das viele weiße Zeug schon etwas gewöhnungsbedürftig, ich kannte es ja nicht aus Brasilien. Aber für meine Kinder ist es etwas ganz Besonderes. Wir toben oft im Garten zusammen.

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Viele Ihrer Landsleute frieren bei solchen Minus-Temperaturen. Sie nicht?

Doch, natürlich. Aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Ich weiß jetzt, dass ich mich warm anziehen muss. (lacht)

In Ihrer Heimatstadt Sao Paulo beginnt bald der Sommer. Haben Sie manchmal Heimweh?

Ob Sommer oder Winter – meine Heimat vermisse ich eigentlich generell immer. Speziell meine Eltern. Ich bin nur einmal im Jahr zu Hause. Immer während der Sommerpause. Da fliegt die Zeit nur so an mir vorbei. Zum Glück kommen sie mich manchmal in Frankfurt besuchen.

Ihr Landsmann Ronaldo brachte einst seine Mutter mit nach Europa – weil er sonst ihr gutes Essen vermisst hätte. Haben Sie ähnliche Probleme?

Ganz und gar nicht. Ich bin zum Glück mit einer sehr guten Köchin verheiratet.

Abgesehen von Küche und Kälte: Was gefällt Ihnen in Deutschland am meisten?

Die Sicherheit! Um meine Kinder brauche ich mir in Deutschland keine Sorgen zu machen, sie wachsen behütet auf. Die Deutschen sind auch sehr organisiert. Außerdem ist es hier ordentlich und sauber. Das gefällt mir.

Als Sie im Februar 2008 in Frankfurt ankamen, waren Sie der teuerste Neuzugang in der Eintracht-Historie. Die Fans verglichen Sie mit Michael Ballack. War der Druck manchmal zu groß?

Natürlich stehe ich unter Druck, denn die Eintracht ist ein großer Verein. In der Vergangenheit hat der Klub große Erfolge gefeiert und da wollen wir auch wieder hin. Ich musste mich allerdings erst an den deutschen Fußball gewöhnen. Das ganze Spiel ist viel schneller und härter als in Brasilien.

Seit Ihrer Ankunft stand die Eintracht noch nie so gut da wie jetzt. Vor dem letzten Spieltag der Hinrunde ist die SGE nur vier Punkte von einem Europa-League-Platz entfernt. Überrascht Sie der Erfolg?

Nicht wirklich. Dass die Mannschaft Qualität besitzt, sehe ich jeden Tag im Training. Wir haben eine sehr gute Mannschaft. Und es macht Spaß unter Michael Skibbe zu trainieren.

Was macht Skibbe anders als sein Vorgänger Friedhelm Funkel?

Das fängt schon im Training an: Wir trainieren sehr viel mit dem Ball und sind in den Spielen viel offensiver. Das war unter Funkel nicht immer ganz der Fall. Skibbe macht einiges anders und das gefällt der Mannschaft.

Sie waren zuletzt oft nur Einwechselspieler. Eine schwierige Situation?

Ja. Natürlich möchte ich öfter spielen, aber welcher Spieler will das nicht? Ich versuche mich jedenfalls immer anzubieten und dann meine Chance zu nutzen.

Senhor Caio, kennen Sie eigentlich Anthony Yeboah?

Wen?

Anthony Yeboah?

Ach, Tony Yeboah! Klar, der war ein sehr guter Stürmer, hat viele wichtige Tore für die Eintracht geschossen. Aber am besten fand ich jemand anderen.

Wen?

Jay-Jay Okocha! Ich habe seine Tricks auf DVD gesehen.    

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