27.03.2012

Frankfurt-Flitzer Adelmann auf dem Weg nach Berlin

»So nüchtern war ich noch nie!«

Vor zehn Jahren versteigerte Union Berlin einen Platz auf der Trainerbank. Die Fans von Gegner Eintracht Frankfurt legten zusammen, um Adi Adelmann – Flitzer, Kultfan, Unikat – auf Unions Bank zu hieven. Heute ist Adelmann wieder in Berlin. Wir sprachen mit ihm.

Interview: Ron Ulrich Bild: Imago

Adi Adelmann, zehn Jahre ist Ihr besonderes Gastspiel in der Alten Försterei nun her. Heute empfängt Union Berlin erneut Eintracht Frankfurt zum Gastspiel. Welche Erinnerungen haben Sie an die Partie von damals?

Adi Adelmann: Nur gute. Zwar wurde das mit dem Platz auf der Bank nicht erlaubt, aber ich durfte ja wenigstens die Aufstellung durchsagen. Auch danach hatte ich meinen Spaß. Ich werde auch immer wieder auf die Aktion angesprochen, obwohl das Ganze nun schon zehn Jahre zurück liegt. Als dann vor einigen Wochen bekannt wurde, dass das Spiel an diesem Montag ohne Auswärtsfans stattfinden soll, haben mich sehr viele Leute direkt angerufen. Auch aus Berlin.

Und wie haben Sie reagiert?

Adi Adelmann: Ich habe klar gemacht: Natürlich fahre ich nach Berlin! Ich habe mich sehr früh um alles gekümmert. Hin geht es mit dem Bus, zurück mit dem ICE, 90 Euro insgesamt. Doch alles noch inkognito – und ohne Alkohol. So nüchtern war ich noch nie auf einer Fahrt.

Obwohl der Auswärtsblock in der »Alten Försterei« heute Abend wegen der Frankfurter Pyro-Aktion beim Spiel gegen Fortuna Düsseldorf gesperrt bleibt, wollen viele Frankfurter zum Spiel nach Berlin anreisen.

Adi Adelmann: Davon können Sie ausgehen. Nur: Bei mir ist die Sache schwieriger, mich kennen ja noch viele von damals. Da gibt es einige Fahndungsfotos. Darf man sich heute trotzdem auf einen neuen »Adi«-Strip freuen?

Für Ihre Flitzereinlagen sind Sie schließlich berühmt geworden.

Adi Adelmann: Nein, da ist nichts geplant. Aber bei mir weiß man nie, wie sich die Abende entwickeln. In dieser Saison habe ich aber im Stadion selbst noch nicht die Hüllen fallen gelassen. Eher außerhalb, zuletzt auf dem Parkplatz in Ingolstadt. Was soll ich machen? Schließlich fordern mich die Leute auch immer lautstark dazu auf!

Stimmt es eigentlich, dass Sie wegen Ihres Strips Mitte der Neunziger bei einem Europapokal-Spiel in Litauen im Knast gelandet sind?

Adi Adelmann: Ja, der dortige Polizeichef oder Bürgermeister hat das im Fernsehen gesehen und meine Verhaftung angeordnet. Zum Glück haben mich meine Jungs für 100 Mark rausgeholt, damit wir den Flieger noch nehmen konnten. Es konnte ja keiner ahnen, dass die in Litauen so katholisch sind.

Haben Sie schon eine Aktion geplant, wenn die Eintracht aufsteigt?

Adi Adelmann: Das wird spontan passieren. Aufsteigen werden wir auf jeden Fall. Die anderen haben gepatzt und auch noch ein schweres Restprogramm. Und wenn es soweit ist, kann ich sowieso für nichts garantieren...

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