Frank Rost über Modelleisenbahnen

»Aufbauen ist das Schönste«

Der Kampf um die Bundesliga-Spitze verlangt Hamburgs Keeper Frank Rost alles ab. Doch er hat ein Mittel, um den Stress zu kompensieren: Modelleisenbahnen. Hier spricht er über sein liebstes Hobby. Frank Rost über ModelleisenbahnenImago
Heft #91 06/2009
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Frank Rost, Sie sind leidenschaftlicher Modelleisenbahner. Wann haben sie die ersten Schienen zusammengesteckt?

Schon als kleiner Junge. Ich komme aus einer Eisenbahnerfamilie und war schon früh fasziniert von der Mischung aus körperlicher Kraft und technischem Knowhow, die ein Lokführer damals noch mitbringen musste. Ich habe das zu Hause im Maßstab 1:87 nachgespielt. Zu meinem Glück wurden in der DDR äußerst hochwertige Modelle hergestellt.

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Wünschen Sie sich heute noch Loks und Tender zu Weihnachten?

So kitschig dürfen Sie sich das nicht vorstellen. Außerdem habe ich bestimmte Ansprüche an das Material, da kaufe ich zur Sicherheit lieber selbst ein.

Als Sie von Schalke nach Hamburg wechselten, mussten Sie sich wahrscheinlich Sonderurlaub nehmen, um ihre Anlage auf- und wieder abzubauen.

Das wäre zu zeitintensiv gewesen. Ich habe die alte Anlage verkauft und mir eine neue angeschafft. Aufbauen ist ohnehin das Schönste, man wird ja nie fertig! Die mikroskopischen Arbeiten – Menschen, Pflanzen, Tiere – überlasse aber einem Freund, der macht das professionell.

Sitzen Sie noch am Trafo, oder ist alles computergesteuert?

Sowohl als auch. Ausschließlich manuell ginge es ja nicht, ich habe mitunter 25 Loks auf den Schienen. Das muss der Computer koordinieren. Der Vorteil: Verspätungen gibt es bei mir nicht. Da kann die echte Bahn sich ’ne Scheibe abschneiden.

Hat Sie die Insolvenz des Herstellers Märklin betroffen gemacht?

Nein, gar nicht. Ich habe das kommen sehen. Die Firma hat den Zeitgeist verschlafen, brachte unmoderne Modelle zu überhöhten Preisen auf den Markt. Ich verkaufe doch auch keinen Trabi für den Preis eines Sportwagens. Selber Schuld, sage ich da.

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