10.09.2008

Finnlands Star Mikael Forsell

Miklu vor, noch ein Tor!

Heute trifft Deutschland auf Finnland. Einer der wenigen Stars der Skandinavier ist Mikael Forssell. Wir sprachen mit ihm über die Erwartungen seiner Landsleute, die Partie gegen die DFB-Elf – und erste Ballkontakte.

Interview: Florian Pfitzner Bild: Imago
Finnlands Star Mikael Forsell
»Vielä yksi maali« – »Noch ein Tor«, so der Titel des Buches, das Mikael Forssell im Frühling 2007 fertig gestellt hat. »Ich hatte wegen dieses Themas in den vergangenen Jahren schon öfter Anfragen«, erzählt die Sturmhoffnung des aktuellen Tabellenschlusslichts Hannover 96.



Außerdem habe sein Berater in der Vergangenheit schon mehrere Bücher geschrieben. »So war es nahe liegend, dass wir das zusammen machen.« In dem Werk beschreibt der rotblonde Nordeuropäer seine bisherige Karriere. »Es geht darum, wie mit großer Leidenschaft Ziele erreicht werden können. Ich zeige, auf welche Art ein Fußballer denken muss, um Erfolg zu haben.«

Seit den ersten Schritten ein Weltenbummler

Dass er über dieses Wissen verfügt, hat der 27-Jährige bereits zu Beginn seiner sportlichen Laufbahn bewiesen. Im zarten Alter von 16 Jahren feierte er für HJK Helsinki sein Profidebüt in der finnischen Veikkausliiga. Schnell sollten Europas Spitzenklubs auf den 1,78 Meter großen Offensivmann aufmerksam werden. Immer noch nicht volljährig, wechselte Forssell zum FC Chelsea.

Aufgrund der starken Konkurrenz an der Stamford Bridge haben ihn die Verantwortlichen des Londoner Top-Klubs innerhalb von fünf Jahren an drei Vereine ausgeliehen. Darunter auch Borussia Mönchengladbach. »Eine super Zeit«, erinnert sich Forssell. Seitdem sei der Kontakt zu Christian Hochstätter nie abgerissen. Im Sommer holte ihn Hannovers Sportdirektor von den »Blues« aus Birmingham in die niedersächsische Landeshauptstadt. Nach einem recht verkorksten Saisonstart mit den »Roten« will »Miklu« am Mittwoch in Helsinki gegen seinen Klubkameraden Robert Enke beweisen, dass er von seiner alten Torgefährlichkeit nichts eingebüßt hat.

Theoretisch hätte sich Hannovers Nummer 32 auch für das Land seines jetzigen Arbeitgebers entscheiden können. Geboren wurde Mikael Forssell in Steinfurt, da sein Vater Anfang der Achtzigerjahre im Münsterland für ein finnisches Unternehmen gearbeitet hat. »Wenn meine Familie damals geblieben wäre, hätte die deutsche Nationalmannschaft vielleicht ein Thema werden können.« Ob ihn Jogi Löw aktuell nominieren würde? Bei aller Bescheidenheit: »Ich sage: Ja«, antwortet der Finne und lacht. 

Viel verbindet er inzwischen nicht mehr mit seinem Geburtsort: »Es ist lange her, dass ich dort war. Ich habe ein Jahr in Steinfurt gelebt, bis unsere Familie nach Schweden gezogen ist, und als ich drei oder vier Jahre alt war nach Helsinki.« Was bleibt, ist ein schöner Videobeweis: »Auf einer alten Kassette, die mein Vater aufgenommen hat, sind meine ersten Ballkontakte in Steinfurt zu sehen«, verrät Mikael Forssell.
   
Finnland und die Fußballlandkarte

Gemeinsam mit Deutschland in einer Qualifikations-Gruppe zu spielen, sei für den quirligen Angreifer natürlich etwas Besonderes. Er möge die deutsche Kultur, betont der Wandervogel höflich. »Zudem denke ich, dass ich als Skandinavier gut hierher passe.«

In seiner Heimat »fragen sich die Leute ständig«, warum sich andere nordeuropäische Teams wie Schweden oder Dänemark im Gegensatz zu Finnland bereits mehrmals für EM- oder WM-Endrunden qualifizieren konnten. Forssell sieht die Ursachen dafür in erster Linie in der Liga: »Die ist nicht so stark, wie die der anderen nordischen Länder«, geschweige denn der Bundesliga oder der Premier League: »In diesen Klassen wird während des Trainings immer hundert Prozent gegeben und sehr konstruktiv gearbeitet.« Dem Fußball in seiner Heimat täte eine solche professionelle Arbeitsweise sehr gut.

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