Waren die Spiele gegen den VfL Bochum die schlimmsten ihrer Karriere?Das glauben Sie mir vielleicht nicht, aber ich war ganz ruhig. Vor, während und zwischen Spielen. Innerhalb der Mannschaft wurde auch nicht viel darüber geredet. Wir haben unseren tollen Lauf aus den Monaten davor einfach durchgezogen.
Und dann hieß es: Von der Relegation bis in die Champions League mit gleichen Mannschaft.Es ist wirklich unglaublich. Wir haben uns als Mannschaft immer besser kennengelernt, wieder ein Jahr mehr zusammen verbracht. Jeder weiß inzwischen genau, wie der andere tickt, was er drauf hat. Hannover 96 hat es uns vorgemacht, wie das geht. Die sind 2010 fast abgestiegen, in der darauffolgenden Saison in den Europapokal marschiert und dieses Jahr wieder, trotz der Doppelbelastung. Die 96er müssen ein Vorbild für uns sein.
Gibt es also konkrete Ziele für die nächste Saison? Mit Marco Reus, Roman Neustädter und Dante haben wichtige Spieler den Verein verlassen, dafür kamen Granit Xhaka, Alvaro Dominguez und Peniel Mlapa vor allem junge Spieler.Eine Prognose ist extrem schwierig, aber noch einmal so eine Saison zu spielen wird sehr schwer. Durch das internationale Geschäft kommt die Doppelbelastung hinzu, daran müssen wir uns erst einmal gewöhnen. Dann gilt es, die neuen Spieler zu integrieren, ob das nun schnell oder langsam geht, weiß man nie. Bei Xhaka sieht man sofort, was für eine enorme Qualität er mitbringt, Mlapa ist auch sehr talentiert. Dominguez war nur ein paar Tage hier, weil er mit der spanischen U21 zu den Olympischen Spielen muss. Alle werden uns weiterhelfen. Und mal schauen, wer noch kommt.
Sie haben erstaunlicherweise nur acht Länderspiele für Belgien gemacht. Warum so wenige?Ich bin 2001 von Lierse SK für fünf Jahre in die Türkei gewechselt und dadurch aus dem Fokus der Nationalmannschaft gerutscht. Mir war klar, dass der Wechsel ein Risiko ist, doch ich war jung, wollte die Welt sehen und mal was anderes machen. Die Entscheidung war richtig, die Auslandserfahrung hat mich weitergebracht. Bei Mönchengladbach bin ich 2006 für ein Jahr wegen einer Fersenverletzung ausgefallen, 2010 habe ich dann entschieden, mich nur noch auf die Borussia zu konzentrieren.
Wo Sie ihre Karriere beenden werden? Ihr Vertrag läuft noch ein Jahr.Wie gesagt, ich fühle mich wohl hier, bin Kapitän und habe ein gewisses Standing im Verein. Doch im Fußball weißt du einfach nicht, was morgen ist. Für mich zählt zunächst nur die kommende Saison.