Felix Kroos über Werders Zukunft, Jan Delay und Bruder Toni

»Ich übernehme gerne Verantwortung«

Felix Kroos ist Werders neuer starker Mann im Mittelfeld. Im Interview spricht der 23-Jährige über Bruder Toni, Cristiano Ronaldo und seine Freundschaft zu Per Mertesacker.

Felix Kroos, das Schöne an der »Icebucket Challenge« ist doch, zu sehen, welcher Promi mit welchem Promi befreundet ist. Sie haben neben Ihrem Berater Volker Struth den Rapper Jan Delay und Per Mertesacker nominiert. Wie kommt´s?
Mit Jan Delay habe ich persönlich nichts zu tun, aber ich weiß ja, dass er Werder-Fan ist. Bislang kam da allerdings noch keine Reaktion. Und mit Per Mertesacker bin ich befreundet, seit wir zwischen 2010 und 2011 gemeinsam in Bremen gespielt haben.

Wie kam diese Freundschaft zustande?
Wir haben schnell gemerkt, dass wir in vielen Dingen auf einer Wellenlänge liegen, ich denke auch, dass wir recht ähnliche Charaktere sind.

Hat er bereits auf Ihre Nominierung reagiert?
Noch am selben Abend schickte er mir eine Nachricht.

Was stand drin?
Was das denn bitte schön solle? (lacht) Bis heute warte ich darauf, dass er sich an der Challenge beteiligt.

Per Mertesacker spielt bereits seit 2011 beim FC Arsenal. Sind langfristige Freundschaften im Fußball überhaupt möglich?
Schon, aber das ist natürlich extrem schwierig. In jeder Transferperiode können sich die Wege trennen und plötzlich hat man nur noch via Skype oder Mail Kontakt. Die wenigen Tage, die ich in der Saison Urlaub habe, nutze ich, um meinen Bruder zu besuchen, oder meine Familie zu sehen. Aber gute Freundschaften halten so etwas aus.

Apropos Familie: Ihr Vater hat Sie und Ihren Bruder jahrelang trainiert – wie häufig ruft er nach den Spielen an, um Ihnen die Meinung zu geigen?
Das findet nicht statt. Wenn wir telefonieren, dann sprechen wir über private Dinge, der Fußball bestimmt auch so unser Leben schon genug. Ähnlich ist bei den Telefonaten oder Treffen mit meinem Bruder Toni.

Da wollen Sie dann nicht wissen, wie Cristiano Ronaldo eigentlich privat drauf ist?
Nö, das hat mich bislang noch nicht interessiert.



Jan Delay hat übrigens mal in einem 11FREUNDE-Interview gesagt: »Ich vermisse die Mario Baslers dieser Welt. Typen, die die Klappe aufreißen, aber auch was zu bieten haben.« Besitzt der aktuelle Kader von Werder Bremen solche Figuren noch?
Nach einem Mario Basler muss man sicherlich lange suchen. Vielleicht gibt es solche Typen auch gar nicht mehr. Heutzutage verteilt sich die Verantwortung auf viele Schultern.

Auf Ihre auch?
Na klar. Ich versuche schon, mich als Führungsspieler zu behaupten. Mit guten Leistungen auf dem Platz, aber auch mit dem entsprechenden Verhalten abseits des Rasens.

Wie sieht das konkret aus?
Es liegt in meinem Naturell, Verantwortung zu übernehmen. Ich kommuniziere viel mit meinen Mitspielern und dem Trainerstab, ich versuche meinen Teil dazu beizutragen, dass die Chemie innerhalb der Mannschaft stimmt. Als kleines Beispiel: Für unseren spanischen Neuzugang Alejandro Galvez habe ich meine paar Brocken spanisch ausgepackt, damit er sich gleich Willkommen fühlt.

Am Wochenende gibt Ailton sein Abschiedsspiel im Weser-Stadion. Wieder ein Grund mehr für alle Werder-Fans, sich an die glorreichen Jahre zwischen 2004 und 2009 zu erinnern. Geht Ihnen diese grün-weiße Nostalgie nicht langsam auf den Keks?
Nein, ich kann die Fans ja verstehen. Ich würde auch lieber wieder mit Werder im Europapokal spielen oder um die Meisterschaft kämpfen. Aber die Verhältnisse haben sich verschoben, Werder Bremen hat längst ein anderes Gesicht, als zu Zeiten von Ailton und Co.. Es ist vielleicht ein weniger erfolgreiches Gesicht, aber auch kein schlechtes.

Wie würden Sie das Werder der Gegenwart definieren?
Noch immer grün und weiß (lacht). Mannschaftlich geschlossen. Kämpferisch. Leidenschaftlich. Diese Prädikate haben wir in den ersten beiden Saisonspielen unter Beweis gestellt, als wir aus Rückständen noch Unentschieden machen konnten.

Jan Delay hat übrigens damals im Interview auch gesagt: »Tim Wiese war der Derbste«. Hatte er recht?
Tim in der Kabine zu erleben, war jedes Mal ein Erlebnis.

Weil er sämtliche Klischees bestätigt hat?
Im Gegenteil: Weil er ganz anders ist, als in der Öffentlichkeit dargestellt. Extrem nett und sehr lustig. Jan Delay hatte also Recht. Wird Zeit, dass er sich meine Nominierung zu Herzen nimmt.

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