09.07.2013

Fanzine ERWIN ist wieder da!

»Man hielt uns für Hooligans«

Nach sechs Jahren Pause erscheint zur neuen Saison wieder das Offenbacher Kult-Fanzine ERWIN. Wir sprachen mit den Herausgebern Andreas Schmidt und Steffie Wetzel über Hoffnung in Offenbach, weinende Interviewpartner und die Eier von Manni Binz.

Interview: Stephan Reich Bild: ERWIN

Steffie Wetzel, Andreas Schmidt, als das OFC-Fanzine ERWIN 1994 das Licht der Welt erblickte, ging es den Kickers sportlich und finanziell ziemlich schlecht. Nun kommt es überraschend zur Neuauflage. Wir erkennen da ein Muster…

Der ERWIN startete im Winter 1994. Die sportliche Situation war nicht gut, die finanzielle auch nicht. Aber finanziell sieht es ja eh immer schlecht aus beim OFC. Damals war die Stimmung im Umfeld katastrophal, da musste etwas getan werden. Unter dem Motto »Wir haben keine Kohle, wir können nicht kicken, aber wir können ein Heft machen« wurde damals der ERWIN aus der Taufe gehoben. In der Hoffnung, den Spaß in die Fanszene der Kickers zurückzubringen. Und klar: Die Situation heute ist die gleiche wie damals.

ERWIN genoss recht schnell einen gewissen Kultstatus, auch jenseits der Offenbacher Stadtgrenzen. Woran lag das?

Es ging bei uns immer sehr familiär zu, das hat das ganze authentisch gemacht. Wir waren eine kleine Gruppe, die genau wusste, was sie will – die ERWIN-Family. Außerdem kam hinzu, dass ERWIN alle erreicht hat. Jenseits aller gesellschaftlichen oder politischen oder auch Altersgrenzen.

Außerdem war der ERWIN sehr humorig geschrieben.

Das auch. Es gab damals aber auch einfach nichts zum OFC. Nicht mal ein Stadionmagazin. Auf der sportlichen Landkarte Hessens waren wir für kurze Zeit sogar hinter ein Provinzteam wie die SG Egelsbach gerutscht, in der Presse fanden die Kickers damals so gut wie gar nicht mehr statt. Auch deshalb war ERWIN direkt sehr erfolgreich.

Erhofft Ihr euch in der aktuell schwierigen Situation nach dem Lizenzentzug eine ähnliche Aufbruchsstimmung wie 1994?

Es sieht so aus. Die Reaktionen im Umfeld sind durchweg positiv und viele Fans sind der Meinung, dass es genau der richtige Zeitpunkt für eine Neuauflage ist. Es gibt doch seit Monaten nur negative Schlagzeilen vom OFC. Nach dem Lizenzentzug stand und steht ja selbst das komplette Ende des Vereins noch im Raum. Da wollen wir wenigstens ein bisschen für positive Stimmung sorgen.

Ihr habt 2007 nach 13 Jahren ERWIN aufgehört. Wie war der Abschied?

Sehr emotional. Wir wurden in der Halbzeit eines Zweitligaspiels offiziell vom Verein verabschiedet, bekamen Trikots geschenkt und die Gegengerade, auf der wir ja sonst auch stehen, skandierte »ERWIN, ERWIN«. Die eine oder andere Träne haben wir damals verdrückt. Und auch überlegt, ob es die richtige Entscheidung war, aufzuhören.

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