03.01.2013

Fans von Eintracht Trier sammeln Geld für einen neuen Stürmer

»Ailton ist nichts mehr für uns«

Damit sich der klamme Klub einen neuen Stürmer leisten kann, haben die Fans von Regionalligist Eintracht Trier die Spendenaktion »Einer geht noch rein!« ins Leben gerufen. Wir sprachen mit Daniel Emanuel vom Supporters-Club über die deutschlandweit einmalige Aktion.

Interview: Stephan Reich Bild: Imago

Daniel Emanuel, Sie sammeln Spenden, damit sich Eintracht Trier einen neuen Stürmer leisten kann. Von Trier nach Bingen sind es nur knapp 100 Kilometer, kennen Sie den Weg?
Nein. Warum?

Bei Hassia Bingen spielt derzeit Ailton. Vielleicht würde der als erfahrener Stürmer ins Profil passen?
(lacht) Naja, der ist wahrscheinlich nichts mehr für uns. Da sind die besten Tage wohl vorbei.

Was passiert denn da gerade bei Ihnen in Trier?
Unser Verein ist recht klamm, benötigt allerdings noch dringend einen Stürmer. Einem User in unserem Vereinsforum kam die Idee, dass die Fans eine Spendenaktion starten könnten. Das kam bei den Anhängern sehr gut an. Wir, also der Supporters-Club, der Dachverband der Fanclubs, sind daraufhin von vielen Fans angesprochen worden, ob wir nicht die Organisation des Ganzen übernehmen wollten. Wir waren von der Idee auch direkt begeistert und haben zugesagt.

Aber Sie laufen nicht mit dem Spendendöschen von Haus zu Haus?
Nein. Wir haben einen Internetauftritt, machen viel über Social Media und planen einen Aktionstag in der Trierer Innenstadt. Über eines unserer Mitglieder kam der Kontakt zu einer Werbeagentur zustande. Die waren auch direkt begeistert und begleiten die Aktion jetzt kostenlos. Wenn man spendet, erhält man zudem eine Prämie. Bei fünf Euro gibt es einen »Sturmpartner«-Button, ab 100 Euro einen »Sturmpartner«-Fanschal. So hoffen wir, unseren neuen Stürmer zu finanzieren.

Besteht denn überhaupt Bedarf im Sturm? Einer alten Fußballweisheit zufolge gewinnt die Offensive zwar die Spiele, die Titel aber gewinnt angeblich immer noch die Abwehr.
Wir haben nur einen echten Stürmer, Chhunly Pagenburg. Der führt zwar mit 16 Toren in 19 Spielen die Torschützenliste an und hat uns mehrere Spiele quasi im Alleingang gewonnen. Allerdings ist er auch sehr verletzungsanfällig. Wenn er mal ausfallen sollte, sieht es dahinter sehr dünn aus. Wenn wir aufsteigen wollen, brauchen wir auf jeden Fall noch einen Knipser.

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